WANN EINE GEBÄRMUTTERENTFERNUNG SINNVOLL IST

In etwa 90 Prozent der Fälle wird eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie, Uterusexstirpation) aufgrund von gutartigen Erkrankungen bzw. Veränderungen der Gebärmutter durchgeführt. Allen voran stehen hier die Myome und der sogenannte Uterus myomatosus sowie die Endometriose der Gebärmutter. Auch Polypen, eine Gebärmuttersenkung oder eine hyperaktive Schleimhaut können Gründe sein.

Blutungsstörungen und Schmerzen

Myome sind gutartige Geschwülste aus Muskelzellen der Gebärmutter. Manche können enorme Grössen und so zahlreich werden, dass sie die gesamte Gebärmutter besiedeln und die Gebärmutter erweitern. Eine weitere gutartige Erkrankung des Uterus ist die sog. Adenomyose, auch besser bekannt als Endometriose der Gebärmutter. Bei dieser Erkrankung wandern Zellen der Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutterhöhle in die Muskelschicht der Gebärmutterwand hinein. Neben den Blutungsstörungen ist eine Adenomyose meistens sehr schmerzhaft und äussert sich durch klassische Unterbauchschmerzen, wie sie während der Mens auftreten. Die Länge und Stärke der Mensblutungen nehmen meistens ab ca. 40 Jahren zu und zwingen Patientinnen und Ärzte zum Handeln. Auch Gebärmuttersenkungen oder therapieresistente Blutungen durch Polypen oder eine hyperaktive Schleimhaut des Uterus stellen häufige Indikationen für eine Hysterektomie dar. Nur bei 10 Prozent der operierten Frauen liegt eine bösartige Erkrankung, z.B. ein Gebärmutter(hals)krebs oder Eierstockkrebs, vor.

Eisenmangel und Hormonpräparate

Starke und ausgedehnte Blutungen schränken nicht nur die Lebensqualität ein, sie können auch ernsthafte Beschwerden wie eine sekundäre Anämie (Blutarmut) verursachen, die durch die Einnahme von Eisenpräparaten wieder ausgeglichen werden muss. Auch Probleme durch Druck des Uterus oder der Myome auf die Harnblase (häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen), den Enddarm (Verstopfung) oder die Beckennerven (Ischialgien, Rückenschmerzen) sind Indikationen für eine operative Behandlung. Durch die Einführung neuer Hormonpräparate bzw. der Hormonspirale sollte eigentlich die Indikation zur Hysterektomie vor allem bei Endometriose sinken. Auch Myome können gezielt per Bauchspieglung entfernt oder durch radiologische Verfahren (Embolisation) zerstört werden.

Operative Verfahren zur Gebärmutterentfernung

Die Hysterektomie bleibt zur Behandlung von Myomen und Endometriose die letzte therapeutische Option. Prinzipiell kann man drei Verfahren unterscheiden: die vaginale Hysterektomie (Operation durch die Scheide), die abdominale Hysterektomie (offene Operation durch den Bauch) und die lapraskopische Hysterektomie (Schlüssellochchirurgie). Noch vor ca. 20 Jahren erfolgten die meisten Eingriffe über die Scheide (vaginale Hysterektomie), während bei zu grosser Gebärmutter oder bei bösartiger Erkrankung des Uterus Krebsoperation systematisch per Bauchschnitt durchgeführt wurden. Seitdem haben laparoskopische Verfahren die übliche offene Chirurgie ersetzt. Die Laparoskopie hat nicht nur die Bauchschnitt-Operation komplett ersetzt, sondern auch die „totale Operation“ durch die sog. „suprazervikale Hysterektomie“. Bei der suprazervikalen Hysterektomie werden im Gegensatz zur totalen Hysterektomie weder die Haltebänder der Gebärmutter noch die Beckennerven um den Gebärmutterhals beeinträchtigt, und der Zervix dient zur Hochfixierung der gesenkten Scheide und Harnblase. Diese Operationstechnik ist prinzipiell schneller, schonender und komplikationsärmer als die totale Hysterektomie.

Behandlung der Beckenboden- und Gebärmuttersenkung

Das Bei ausgeprägter Beckenbodensenkung mit Beteiligung aller Kompartimente (Harnblase, Gebärmutter, Scheide und Enddarm) bietet die sogenannte P.O.P.S.-Operation eine sehr gute Therapiemöglichkeit: Intraoperativ erfolgt eine laparoskopische suprazervikale Hysterektomie mit Netzeinlage am Gebärmutterhals und seitlicher Verankerung an der Bauchwand, sodass der gesamte Beckenboden angehoben wird. Die Symptome der Beckenbodensenkung (z. B. häufige Harninkontinenz oder Stuhlinkontinenz) können so in der Regel vollständig beseitigt werden.

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Klinik Pyramide am See
Bellerivestrasse 34, 8034 Zürich
pyramide.ch

Autor:
Prof. Dr. med. Marc Possover,
Possover International Medical Center AG

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