Platon, Hegel, Freud, Foucault und Co., Daniel Humm, Briefe, die die Welt veränderten, Monika Hausammann, Katharina Fontana

Sie haben mit ihren Gedanken der Menschheit Unglück und Verderben gebracht. Umso mehr muss man vor diesen falschen Vordenkern warnen, weil ihnen bis heute viele Nachbeter hinterherlaufen. Die Weltwoche hat die Ideologie von sechs Intellektuellen untersucht, die bis heute massiv nachwirken. Platon rief nach dem totalen Staat, Luther hielt die Gläubigen in Unfreiheit, Hegel glaubte, mit seinen Ideen die Wirklichkeit beherrschen zu können. Das Konzept von Freud brachte den Psychiatern viel, den Patienten wenig. Der Ökonom Keynes finanzierte das Heute auf Kosten des Morgen. Foucault benebelt die Geisteswissenschaftler mehr denn je.mehr

 

Er ist in seiner Disziplin ein Weltstar, ein Roger Federer der Küche: Der Schweizer Daniel Humm hat alles erreicht, was in der Spitzengastronomie zu erreichen ist. Der Lockdown hätte die Karriere des Kochs fast beendet. Humm hat die Krise genutzt, um sich neu zu erfinden. Für jedes Menü, das in seinem Drei-Sterne-Restaurant «Eleven Madison Park» verkauft wird, bekommen fünf bedürftige New Yorker nun eine Gratismahlzeit. Jetzt will der 45-Jährige die Gastronomie verändern wie Elon Musk die Autoindustrie. Erstmals überhaupt setzt ein Restaurant auf diesem Niveau auf rein pflanzenbasierte Küche. Unserem Restaurantkritiker David Schnapp hat Daniel Humm erzählt, was ihn antreibt. mehr

 

Simon Sebag Montefiore faszinierte die Leser mit der Saga der Romanoffs, er porträtierte die Gräuel Stalins und weihte uns in die Geheimnisse Jerusalems ein. Nun präsentiert der britische Historiker ein Panoptikum der Privatkorrespondenz. Aus drei Jahrtausenden hat er «Briefe, die die Welt veränderten» zusammengestellt. Es sind persönliche Schriften von Herrschern, Künstlern, Forschern, Sklaven und Soldaten. Sie atmen Pulverdampf und Verzweiflung. Triefen vor Sex und Sinnlichkeit. Nicht selten rühren sie zu Tränen. Im Gespräch mit Urs Gehriger erklärt Montefiore, warum das Zeitalter von Tinte und Papier trotz Mobiltelefon und Internet gerade jetzt eine Renaissance feiert. mehr

 

Dass unser Autor Matthias Matussek noch nie von der Thrillerautorin Monika Hausammann gehört hatte, hat zwei Gründe. Erstens schreibt sie unter dem Pseudonym Frank Jordan, und zweitens werden ihre Bücher im Lichtschlag-Verlag veröffentlicht, der als libertär und rechts gilt und dessen Produkte daher für die blasierten Feuilletonisten des Mainstreams ein Tabu sind. So lernte er sie durch ihrer Postings auf Facebook kennen. Und war hingerissen, als er ihren neuen Thriller «Ares» las. «So viel Frische, so viel Unverbohrtheit, so viel unverkrampfter Patriotismus hat mich sofort in den Bann gezogen – dazu natürlich die Spannung eines Thrillers, die sie beherrscht wie die grossen Meister Ludlum oder Clancy.» Die selbstverständlich auch als rechts galten, aber wie sagte der grosse Joachim Fest: «Rechts ist die Wirklichkeit.» mehr

 

Wir gratulieren den Kollegen der NZZ: Katharina Fontana kehrt nach vier Jahren bei der Weltwoche an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Der Superlativ ist für einmal angebracht: Fontana – promovierte Juristin, redaktionsintern «Katharina die Grosse» genannt – zählt zu den klügsten, präzisesten Analytikerinnen im Schweizer Journalismus. Als Erste warnte sie vor den rechtlichen Fallstricken des Corona-Regimes. Ihre Texte standen auf dem erdbebensicheren Fundament umfassenden Wissens und glänzten mit baslerisch-trockenem Witz. Wir werden sie vermissen. Und können versprechen: Unsere Türen stehen weit offen.

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Alex Baur, Redaktor

Kommentare

Rolf Kielholz

10.05.2021|21:59 Uhr

Neben den vielen hervorragenden Beiträgen der übrigen WW-Redaktoren wurden die von Frau Fontana bestrittenen Ausführungen wöchentlich zu besonderen Lichtblicken. Ihr Verlust für die WW wiegt daher schwer. Trotzdem keimt ein, wenn auch sehr kleiner, Funke Hoffnung auf: möge die einstmals dem liberalen Gedankengut verpflichtete NZZ sich dank dieser aussergewöhnlichen Journalistin wieder etwas ihrer Wurzeln besinnen + den nun bereits seit Jahren gepflegten unsäglichen Mainstream wenigstens ein ganz klein wenig verlassen....Ehrlich gesagt hält sich meine diesbezügliche Hoffnung in engen Grenzen !

Brigitte Miller

09.05.2021|07:31 Uhr

Finde es auch einen schlimmen Verlust.

André Schnyder

08.05.2021|07:00 Uhr

Kann mich den Herren Lips und Brechbühl nur anschliessen!

Hans Georg Lips

07.05.2021|11:16 Uhr

Also dass Fontana geht ist eine Katastrophe. Sie war einzigartig und kann kaum ersetzt werden. Hat sie zuwenig verdient? Sie ist überdurchschnittlich.

Jürg Brechbühl

06.05.2021|18:15 Uhr

Schade habt Ihr die Katharina Fontana gehen lassen. In manchen Nummern waren ihre Artikel die Einzigen, die zu lesen sich wirklich als lehrreich erwiesen.

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