Erste Corona-Lektionen

Das China-Virus führte zur Schengen-Pandemie. In der Schweiz deutet alles darauf hin, dass die Seuche hauptsächlich von Grenzgängern verbreitet wurde.

Die Corona-Pandemie befindet sich noch immer im Anfangsstadium, vieles bleibt unklar. Bereits klar erkennbar sind indes die Makro-Ursachen dieser weltweiten Seuche.

Der säuselnde Serienlügner im Weissen Haus hat diesmal recht: Covid-19 verdanken wir China und dessen weltweite Verbreitung der EU beziehungsweise Schengen.

Es ist kein Zufall, dass neue Viren und Seuchen seit Jahrhunderten regelmässig in China ihren Ursprung haben. Dies liegt nicht an der Bevölkerungsdichte, die etwa in Indien und Ägypten ebenso gross ist. Schuld ist die chinesische Kultur.

In China isst man alles, was kreucht und fleucht, mit Vorliebe lebend. Auf Märkten werden – wie in einer Zoohandlung – praktisch alle Lebewesen lebendig zum Verzehr angeboten: Meerestiere, Schlangen, Fledermäuse, Insekten, Tausendfüssler, Hunde und Affen, auf engstem Raum zusammengepfercht. Das zweite verheerende kulturelle Element ist der Imperativ der Gesichtswahrung, welcher die Vertuschung unangenehmer Wahrheiten verlangt, und sei es mit faustdicken Lügen. Das totalitäre kommunistische Regime, das weder Meinungs- noch Redefreiheit toleriert, hat die Auswirkungen dieses Phänomens noch potenziert.

Auch wenn China weiterhin mauert, wissen wir inzwischen, dass das Virus schon Anfang Dezember 2019 erkannt wurde. Hongkong warnte bereits in den ersten Januartagen öffentlich davor, und Xi Jinping war nachweislich informiert. China hielt die Information aber unter dem Deckel und machte interne Warner brutal mundtot. Erst am 23. Januar wurden Massnahmen ergriffen und die Welt informiert. Während er ganze Provinzen und Millionenstädte isolierte, übte Xi massiven Druck auf die übrige Welt aus, keine Einschränkungen für Reisende aus China zu verhängen – auch dies eine Konsequenz des Gesichtswahrungs-Imperativs. Trotzdem verfügten die asiatischen Nachbarn und die USA Reisebeschränkungen und Quarantänemassnahmen.

Nicht so die EU. Schliesslich untersagte Italien, wo mehr als 300 000 Chinesen arbeiten, Flüge aus China. Weil die andern Schengen-Staaten keine Einschränkungen verhängten, kamen weiterhin Hunderte Menschen aus dem Reich der Mitte unkontrolliert über die offenen Schengen-Grenzen nach Norditalien – und verbreiteten das Virus. Als dies bereits klar war, erlaubte man – zwei Tage vor der Abriegelung erster Städte – in Mailand noch ein Fussballspiel von Bergamo gegen Valencia mit über 40 000 Zuschauern. Noch verantwortungsloser agierte die spanische Links-Regierung: Trotz Warnung gestattete sie am 8. März Demonstrationen zum Frauentag. Allein in Madrid kamen 120 000. So wurden Madrid und Bergamo zu den Hauptherden des Virus in Europa.

 

Die offenen Schengen-Grenzen führten zur rasanten Ausbreitung des Virus in Europa. Nach der Flüchtlingskrise entpuppt sich Schengen erneut als Fehlkonstruktion. Wie der Euro beruht es auf kollektiver Verantwortungslosigkeit. Die EU hat Bereiche wie Währung oder Einreisekontrollen vergemeinschaftet, nicht aber die entsprechenden Verantwortlichkeiten. So ist jeweils niemand schuld am Desaster. Von Europa verbreitete sich das Virus innert Tagen nach Afrika, Nord- und Südamerika und wurde zur Pandemie. Es ist wahrscheinlich, dass es dort auch Übertragungen aus Asien gab, aber die unkontrollierbare Ausbreitung kam mit Reisenden aus dem Schengen-Raum.

Dasselbe gilt für die Schweiz. Die an Frankreich und Italien grenzenden Kantone waren als Erste betroffen und verzeichnen pro 100 000 Einwohner rund vier Mal mehr Corona-Fälle als die übrige Schweiz. Diese Grenzkantone beschäftigen 80 Prozent der 330 000 Grenzgänger, von denen viele bis heute täglich einreisen (müssen), weil wir uns mit der Personenfreizügigkeit von ihnen abhängig gemacht haben. Sollten unsere Nachbarn etwa ihr Gesundheitspersonal zwangsrekrutieren, brächen manche Schweizer Spitäler zusammen. Aufgrund dieser starken Abhängigkeit können wir unsere Grenzen nicht mehr schliessen und unser Land bei Gesundheits- oder Sicherheitsproblemen nicht mehr wirksam schützen. So haben wir nun weltweit am meisten Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner und stehen in absoluten Zahlen hinter grösseren Staaten an 8. Stelle, was man in Übersee mit Erstaunen kommentiert.

Die täglich steigenden Fallzahlen lassen befürchten, dass uns bald manche Medikamente ausgehen werden. Steter Preisdruck von Bundesrat Berset hat bewirkt, dass günstige Standardmedikamente statt in Basel nur noch in China hergestellt werden, das nun nicht mehr liefert. Wenn die akute Krise vorüber ist, müssen wir uns fragen, ob es weise war, so weitgehend abhängig zu werden von einem totalitär geführten, notorischen Seuchenherd mit Weltherrschaftsambition wie China und einer dysfunktionalen EU, die bei jeder Krise kümmerlich versagt. Als stark exportorientierter Kleinstaat bleiben wir auf freien Handel angewiesen. Aber in existenziellen Bereichen sollten wir unsere Handlungsfähigkeit zurückerlangen. Covid-19 zeigt uns, dass die Interessen der Schweiz nicht deckungsgleich sind mit denjenigen von Economiesuisse.

 

Herodot ist ein der Redaktion bekannter Weltreisender, seit Jahrzehnten wissenschaftlich und politisch tätig, u. a. für die Uno.

 

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Alex Baur, Redaktor

Kommentare

Rainer Selk

07.04.2020|09:28 Uhr

Corona, wie Dummheit kennen keine Grenzen, so wenig wie BKM und die EU Verträge seit Jahren umzusetzen in der Lage sind. Internat. Handel wird es auch künftig geben. Das Ende des Handels-GEO-Engineering, also kriminelles Supply-Chain-Management war schon länger absehbar. Die EU hat keinerlei Risikomanagement und kläglichst versagt. Die 3-Wetter-Taft Leyen schwadroniert in Billionen, ist unfähig, den EU Laden koordinierend zusammen zu halten, will JETZT !! gemeinsam einkaufen, ha, ha, ha! Wie denn und mit was? Mit neu gedruckten, ungedeckten FIAT EURO? Diese EU hat längst fertig!

Hans Georg Lips

07.04.2020|07:55 Uhr

@Wehrlin:Vieles ist halt eine Frage des Masses.In meiner Jugend habe ich auch plane spotting betrieben.Aber das Uebermass an Fluglärm - der einzigen Lärmquelle der man nirgends ausweichen kann - ist einfach Menschenzerstörerisch.Der Terror von oben bringst es mit sich dass ein viele Kilometer breiter Giftteppich, enthaltend hunderte Giftstoffe aus den Triebwerken, Tag und Nacht über uns ausgebreitet wird.Nur deshalb habe ich meinen schicken weissen Gartenzaun mit einer langweiligen Grünhecke ersetzen müsssen.. WESHALB STÖRT DAS DIE GRÜNEN, DIESE HEUCHLER NICHT?

Hans Baiker

06.04.2020|14:12 Uhr

J.B.: Auf das Risiko hin, dass was ich jetzt meine der WW nicht gefällt. Die CH behält vom 1. Tag an ihren Spitzenplatz in bezug auf die Ansteckungsdichte. Würden die Massnahmen greifen wie etwa in AT müssten wir in den mittleren Rängen sein. Der Grund liegt in den fehlenden Masken für alle. Der Abstand von 2 m ist für Aerosol in geschlossenen Räumen oder solchen mit Konfektion durch Klimaanlagen keine Distanz. Ich bekomme heute Masken und habe mit meinem Coop-Laden abgemacht, dass ich sie tragen darf.

Hans Baiker

06.04.2020|13:45 Uhr

J.B.: Die systemimmanenten Misstände in der EU haben die CH gleich auf den 1. Platz in der Ansteckungsdichte gehieft. Die CH bleibt in den vordersten Rängen. AT reagiert viel intelligenter. S. Kurz heute. Unsere BR benehmen sich auch ohne InstA wie EU-Statthalter. Im Windschatten der Linken und Economiesuisse werden sie nur einige SVPler als Kritiker haben.

Hans Baiker

06.04.2020|01:09 Uhr

Die Marx-Gemeinde ist voll beschäftigt, die Corona-Krise zu verschwurbeln und pol. Kapital daraus zu schlagen, auch in der CH. Internationalistisch und doktrinär gleichgeschaltet, was Bürgerliche nicht ansatzweise zu Stande bringen.

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