Locker aufgestützt

Der Toyota Camry will einem das Reisen so angenehm wie möglich machen – mit Ruhe und Sparsamkeit.

Eine typische Haltung, wenn ich am Steuer des Toyota Camry sass, sah so aus: Die Sitzlehne war etwas weiter nach hinten geneigt als üblich, der linke Arm sass locker auf der Türoberseite, und mein leichtgeneigter Kopf wiederum wurde von der Hand gestützt, während die rechte Hand mit lockerem Griff das Lenkrad festhielt. Der Camry ist das Auto, das mich alles etwas leichter angehen liess, während ich entspannt durchs Land cruiste.

Bevor ich den neuen Toyota Camry als Testwagen in Empfang nehmen konnte, hatte ich in New York zu tun. Nicht nur wegen der momentanen Virus-Lage ziehe ich in der amerikanischen Metropole den Fahrdienst Uber den öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Erstaunlich oft wurde ich von Toyota Camry abgeholt, die auch als Taxis überzeugen, selbst wenn sie schon älteren Jahrgangs sind. Taxifahrer sind ja in der Regel nicht mit explodierenden Gewinnen aus ihrem Geschäft konfrontiert, es ist also anzunehmen, dass der Camry, in New York zum Beispiel, die ideale Balance zwischen Ökonomie und Passagierkomfort garantiert. Aber nicht nur in Manhattan – weltweit gilt der Camry als meistverkaufte Limousine in seinem Segment.

 

Nichts stört

Die achte Generation des Toyota-Flaggschiffs, mit dem ich dann anschliessend in der Schweiz unterwegs war, wird hier lediglich mit einer Hybrid-Motorisierung angeboten. Ein neues Reihen-Vierzylinder-Benzinaggregat mit 2,5 Liter Volumen, kombiniert mit Elektromotoren und einer Nickel-Metallhydrid-Batterie, die platzsparend unter der Rücksitzbank verbaut wird, sorgt für ansprechende Fahrleistung bei erstaunlich tiefen Verbrauchswerten: 5,1 Liter Benzin pro 100 Kilometer ergab das in meinem Test. Wer noch etwas Gas wegnimmt, kann das komfortable Auto wohl mit unter 5 Litern bewegen. 215 PS werden über die Vorderräder auf die Strasse gebracht, für entspanntes Strassenkreuzen reicht das vollauf.

Dass Toyota seit über zwanzig Jahren auf das Hybridsystem setzt und es kontinuierlich verbessert und optimiert hat, zahlt sich natürlich aus. Das ECVT-Getriebe, dessen angestrengter Klang beim Beschleunigen noch vor wenigen Jahren akustisch auffällig erschien, ist kaum mehr wahrnehmbar, der Reihen-Vierzylinder ist angenehm laufruhig, und die Geräuschdämmung im Innenraum des Camry ist vorbildlich. Neben den abrollenden Reifen auf der Autobahn stört nichts die angenehme, entspannte Ruhe am Steuer.

Natürlich ist die neueste Auflage der legendären Toyota-Limousine mit allen möglichen Komforteinrichtungen und Sicherheitsassistenten ausgerüstet, dazu gehören Kollisionsvermeidung ebenso wie eine Warnung vor nahendem Querverkehr beim Rückwärtsfahren, kabelloses Laden von Mobiltelefonen oder eine Drei-Zonen-Klimaautomatik mit «Nanoe»-Technologie (standardmässig in der Ausstattungslinie Premium), die unangenehme Gerüche vermeidet. Darum geht es beim Toyota Camry letztlich: Das Auto will einem das Reisen so angenehm wie möglich machen.

 

Toyota Camry Premium
Motor/Antrieb: Hybridsystem/Frontantrieb
Leistung: 218 PS /160 kW; Hubraum: 2487 ccm
Verbrauch (EU-Norm): 4,3 l / 100 km
Beschleunigung (0–100 km/h): 8,3 sec
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Preis: Fr. 49 900.–, Testwagen: Fr. 51 150.–

 

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Alex Baur, Redaktor

Kommentare

Martin Raidt

24.03.2020|11:58 Uhr

Lieber Herr Schnapp, Sie mögen technisch gesehen viel von Autos verstehen, vom korrekten (sicheren!) Fahren haben Sie scheinbar keine Ahnung. Ich empfehle Ihnen ein Sicherheitstraining, zum Beispiel beim TCS. Dort können Sie lernen, wie man ein Lenkrad mit beiden! Händen zu bedienen hat.

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