Intern: Alarmruf aus Italien, Würdigung von Philipp Gut

Die italienischen Spitäler laufen wegen der hohen Zahl an Coronavirus-Patienten am Anschlag. Der Schweizer Orthopäde Urs Kistler arbeitet am Spital von Riccione an der Adriaküste. Man habe nicht genügend Beatmungsgeräte, um allen Kranken zu helfen und ihr Leben zu retten, erzählt der 59-jährige Arzt, es herrschten Zustände wie im Lazarett. Für das Spitalpersonal fehle es an Schutzmasken und Schutzanzügen. Die Regierung Conte hat für sechzig Millionen Italiener ein Ausgehverbot verhängt. Die Isolation sei das Einzige, was gegen die Ausbreitung des Virus helfe, sagt Kistler. Auch die Schweiz solle diesen Weg gehen. mehr

 

Der Kampf gegen Corona gleicht einem Versuchslabor. Israel wähnt sich im Krieg. Es greift zu Antiterrormassnahmen, der Inlandgeheimdienst misst die Ausbreitung der Seuche via Mobiltelefone seiner Bürger: Kontrolle total. Komplett anders die Briten. Corona ist ein Generationenvirus. Entsprechend isoliert Boris Johnson primär die Risikogruppe der Ältesten und gesundheitlich Vorbelasteten. Im Rest der Bevölkerung lässt er das Virus grassieren, gedrosselt durch «Social Distancing». Sein Ziel: Ausseuchen durch Massenimmunität. Die EU ihrerseits vermittelt das Bild geballter Unordnung. In der Krise zerfällt das Gebilde und erweist sich als überflüssig. Die Nationalstaaten übernehmen das Zepter. mehr

 

Wladimir Putin, seit zwanzig Jahren an der Macht, darf bis 2036 weiterregieren. Das hat die Duma letzte Woche beschlossen. Was bedeutet der «ewige Putin» für Russland und die Welt? Was sind seine Motive? Was geschieht, falls er ermordet wird? Wir haben Robert Service, einen der weltweit führenden Russland-Kenner, gefragt. Der Oxford-Historiker hält nichts von einer Verteufelung Putins. Dieser werde überschätzt. «Wir gewähren Putin zu oft viel zu viel Respekt und begegnen ihm mit grösserer Angst als angemessen», sagt Service im Interview mit Urs Gehriger. mehr

 

Er ist der letzte lebende Chefankläger der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. Ben Ferencz, mittlerweile über 100 Jahre alt, ist den Lesern unserer Zeitung ein Begriff. Letztes Jahr schrieb Philipp Gut, stellvertretender Chefredaktor, eine umfangreiche Titelstory über den «Jahrhundertzeugen». Ferencz war von Guts Arbeit dermassen angetan, dass er einwilligte, seine Lebensgeschichte vom Weltwoche-Mann aufschreiben zu lassen. Sie ist nun beim Piper-Verlag erschienen. Wir drucken eine Passage daraus ab. Mit diesem Beitrag verabschiedet sich Philipp Gut auch von den Leserinnen und Lesern der Weltwoche. Er hat dieses Blatt seit 2006 mit markanten und brillanten Artikeln massgeblich geprägt. Der promovierte Germanist stiess vom Tages-Anzeiger als Inlandredaktor zur Weltwoche. Bald schon fiel er als journalistische Ausnahmeerscheinung auf. Er übernahm zunächst die Leitung der Kulturredaktion, wurde Inlandchef und avancierte alsbald zum stellvertretenden Chefredaktor. Auch in dieser Funktion setzte er als Autor und Rechercheur weiterhin Akzente, die landesweit zu reden gaben. Eine umfassende Bildung, breites Interesse, Mut und eine offene, liberale Geisteshaltung zeichnen ihn aus. Nun sucht Philipp Gut eine neue Herausforderung. Wir danken ihm von Herzen für seine enormen Leistungen und wünschen ihm bei künftigen Aufgaben viel Erfolg.

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Alex Baur, Redaktor

Kommentare

Bruno Mair

22.03.2020|10:29 Uhr

Michele wurde vor 5 Jahren operiert. Die Krankheit heisst Scimitar Syndrom. Anschliessend wurde sie im künstlichen Koma, mit einem Atemgerät beatmet. Wieder Zuhause beklagte sie sich über ständig steigende Atemnot. Ich habe sie dann sofort wieder eingeliefert. Nach dem Untersuch haben Sie Komplikationen entdeckt und innert 10 Min. mit der REGA in die Uni-Klinik Zürich gebracht. Darum habe ich von diesem Virus, diesen grossen Respekt! In der Schweiz sind nach heutigem Stand bereits die Atemgeräte knapp. Schützt ganz einfach die Risikogruppen und alles wird gut. Michele ist meine Ehefrau …

Hans Georg Lips

19.03.2020|09:32 Uhr

Das teure Schweizer System hat dieselben Schwächen. Die Italiener haben für eine Milliarde Geräte bestellt und den Export verboten. Von einer Schweizer Bestellung hört man nichts und CH Hersteller dürfen exportieren! Wo ist da der AUSGLEICH? SCHWEIZER DÜRFEN NICHT MEHR INS NACHBARLAND ABER 300'000 Grenzgänger dürfen jeden Tag einreisen, ohne Beschränkung wohlverstanden. Die Bundesverräter arbeiten GEGEN das eigene Volk und lecken Brüssel am Hintern, Tag für Tag. Wir werden jeden Tag belogen. Und die Presse, auch die WW sieht nicht durch oder will nicht sehen. Einmal mehr stirbt die Wahrheit.

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