Coron-A-ngst

Amerika entwickelt eine neue Wunderwaffe. Und niemand schaut hin.

Diese Woche wurde bekannt, dass die US-Marine «bewaffnete Roboter-U-Boote entwickelt, die von künstlicher Intelligenz an Bord gesteuert werden. Die Schiffe können potenziell ohne explizite menschliche Steuerung töten». Laut der Zeitschrift New Scientist verfügt die US-Marine damit über «ein autonomes Unterwasser-Waffensystem für den geheimen Einsatz».

In normalen Zeiten würde dies für Schlagzeilen sorgen: Die Amerikaner verschieben die Grenzen der Kriegsführung und setzen «intelligente» Waffen ein. Diese treffen die Entscheidung über Leben und Tod mittels Algorithmen für virtuelle Schlachtfelder – veritable Science-Fiction. Aber dies sind keine normalen Zeiten. Denn die Furcht vor dem Coronavirus beherrscht die Nachrichten.

Präsident Trump kämpft sichtlich darum, eine besorgte wie auch eine beruhigende Botschaft zu verbreiten. In einer Pressekonferenz am Wochenende versicherte er der Öffentlichkeit erneut, dass das übliche Grippevirus um ein Vielfaches mehr Menschen töte als das neuartige Coronavirus. «Wir haben fantastische Arbeit geleistet», sagte er am Samstag. Unterdessen meldete CNN, dass die Zahl der bestätigten Fälle in den USA «sprunghaft ansteige» – auf mehr als 550 Infektionen bei einer Bevölkerung von 327 Millionen. Um diese Zahlen in die richtige Perspektive zu rücken: Die Centers for Disease Control schätzen, dass in den USA«täglich etwa zehn Menschen ertrinken».

Neue Umfragen haben ergeben, dass Unentschlossene Präsident Trump in den entscheidenden Gliedstaaten Michigan, Pennsylvania und Wisconsin noch die Treue halten. Aber wie das Coronavirus könnte die öffentliche Meinung schnell mutieren. Bis jetzt sind die Amerikaner bereit, abzuwarten, zuzuschauen und sich weiterhin die Hände zu waschen.

 

 

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Alex Baur, Redaktor

Kommentare

Claudio Hammer

11.03.2020|21:23 Uhr

Der Autor schreibt am 10.3. von 550 Fällen, heute am 11.3. waren es schon 1110 Fällen inkl. 32 Toten, also knapp 3% nach vorläufigen Zahlen und eine Verdopplung der Infizierten. Zumindest die Zahl der Ertrinkenden pro Tag in den USA dürften schon bald mal überholt sein und was danach kommt schaun mer mal. Diese verniedlichenden Vergleiche mit all den Grippewellen, Ertrunkenen etc. sind doch zum aktuellen Zeitpunkt völlig fehl am Platz, entscheidend wird sein, was dereinst in den Seuchengeschichtsbüchern für Werte stehen werden und das weiss weder der Autor noch ich zum heutigen Zeitpunkt.

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