Intern: Coronavirus, Petkovic, Taliban

Die Amerikaner setzen einen Schlussstrich unter den längsten Krieg ihrer Geschichte. In einem Abkommen mit den radikalislamischen Taliban einigten sie sich letzten Samstag auf einen Rückzug sämtlicher US-Truppen aus Afghanistan. Eine Hundertschaft der unbesiegbaren Partisanen reiste zum Akt nach Katar. Urs Gehriger und Sami Yousafzai, die 2006 von Taliban entführt worden waren, mischten sich unter den Triumphzug der Gotteskrieger. Werden die Islamisten nun Mädchenschulen eröffnen? «Aber natürlich», versicherte ein Gründer der Kriegerkaste, die einst Osama Bin Laden Gastrecht gewährte. mehr

 

Bei Ausbruch der Spanischen Grippe im Sommer 1918 reagierten die Bundesbehörden zuerst mit beruhigenden Zirkularen: Die Seuche habe einen «ziemlich gutartigen Charakter», es sei mit «keinen Komplikationen der Luftwege» zu rechnen. Es kam leider anders. Allein in der Schweiz waren zwei Millionen Erkrankte und fast 25 000 Todesopfer zu beklagen. Weltwoche-Redaktor und Medizinhistoriker Christoph Mörgeli zeigt, wie die Wucht dieser Grippe damals die zivilen und militärischen Verantwortungsträger heillos überfordern musste. Im Gegensatz zu damals gibt es bei der harmloseren Corona-Krankheit wirksame Heilmittel bei bakteriellen Sekundärinfektionen. mehr

 

Es waren turbulente Jahre, die Vladimir Petkovic als Schweizer Fussballnationaltrainer durchlebte: Als hochdekorierter Cupsieger mit Lazio Rom 2014 verpflichtet, führte er die Nati bisher an jede EM- und WM-Endrunde. Die kürzliche Europameisterschafts-Qualifikation machte den 56-Jährigen zum erfolgreichsten Nationaltrainer aller Zeiten. Trotzdem stehen ihm die Medien freudlos gegenüber: Seit der Doppeladler-Affäre 2018 wird er anhaltend kritisiert, weshalb er zu Medien Distanz hält. In Ascona öffnet sich Petkovic und zeigt im Gespräch, dass hinter seinem Abwehrpanzer mehr steckt als bisher angenommen. mehr

 

Er hat zur Weltlage viel zu sagen – und auch einiges auf dem Herzen: Joachim Bitterlich war Helmut Kohls engster Berater und galt als «Nebenaussenminister». Als ehemaliger Diplomat hält er sich zurück. Der desolate Zustand der CDU, die AfD-Posse in Thüringen und die incertitudes allemandes als Gefahr für Europa veranlassten den in Paris lebenden Bitterlich, Jürg Altwegg ein Interview zu gewähren – in dem er mit origineller Kritik und auch ein paar Seitenhieben nicht zurückhält. mehr

 

Bisher von der deutschsprachigen Presse unentdeckt, lehrt in Genf ein chinesischer Philosoph, der frische Blicke auf China eröffnet. Lanxin Xiang stellt Ideen vor, wie die Grossmacht den Weg der Demokratie beschreiten könnte. «Es geht mir nicht um eine Nachahmung des westlichen Modells», sagt Xiang. Dem Absolventen der Johns Hopkins School of Advanced International Studies schwebt eine «beratende Demokratie» vor. Die Chinesen könnten von der direkten Demokratie der Schweiz lernen. mehr

 

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Alex Baur, Redaktor

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