Die Querdenker

Das Verhältnis des Preises zur Leistung wird in angespannten Zeiten wichtiger. Wir fahren darum einen Mazda 6 Kombi.

Elegante Kombis sind für Leute mit Sinn fürs Praktische immer noch die stilvollste Art, Auto zu fahren. Und weil die Zeiten – je nach Standpunkt – unsicher oder aufregend sind, spielen nicht nur Form und Funktion eine wichtige Rolle. Beim Entscheid für ein bestimmtes Automodell wird zunehmend bedeutsamer, welche Leistung man sich zu welchem Preis einkauft.

Unter diesem zeitgemässen Aspekt ist der Mazda 6 ein Auto, das man sich anschauen sollte. Er ist eine fast zeitlos elegante Erscheinung. Als Kombi gehört er sogar zurzeit zu den schönsten Modellen seiner Art. Jedenfalls sehe ich das so, nachdem ich den dunkelblauen Wagen mit japanischen Wurzeln in einem etwas gesichtslosen Industrie- und Gewerbeviertel vor den Toren Zürichs abgeholt habe.

Was mir fast noch besser gefällt als die gelungene Form der Karosserie mit ihren präzise gezogenen Linien: Hinter dem Lenkrad des Mazda 6 fühle ich mich sofort wohl, der Platz des Fahrers wirkt aufgeräumt wie ein ordentlicher Schreibtisch ohne Papierstapel am Freitagabend vor dem Gang ins Wochenende. Das Interieur wurde mit dem letzten Facelift komplett überarbeitet, nun ist es durch eine sorgfältige Materialwahl und Verarbeitung auf ein hohes Niveau gebracht worden. Dazu gehören ein Head-up-Display ebenso wie belüftete Sitze und vor allem: der Verzicht auf billig wirkende Kunststoffmaterialien.

Mazda leistet sich ja die eine oder andere quergedachte Herangehensweise, womit sich die Japaner gern vom Mainstream ihrer Branche abheben. Dazu gehört etwa das Festhalten am Saugmotor oder auch die Tatsache, dass der Mazda 6 nun zum vierten Mal überarbeitet wurde, obwohl die aktuelle Modellgeneration seit 2012 auf dem Markt ist. Das sieht man meinem Kombi in der Farbe «Deep Crystal Blue» selbstverständlich nicht an, er sieht blendend und zeitgemäss aus.

Und er fährt sich angenehm entspannt: Ausgestattet mit dem 184-PS-Dieselmotor, brummelt er sonor vor sich hin, und wenn das Aggregat einmal Betriebstemperatur erreicht hat, arbeitet es diskret und laufruhig. Eine sogenannte SCR-Abgasnachbehandlung sorgt für hervorragende Emissionswerte gemäss der fortschrittlichen Norm Euro 6d-Temp. Weil der Mazda 6 Kombi weniger als 1700 Kilogramm wiegt, wirkt der vernünftige Diesel auch mit Allradantrieb kräftig genug und erweist sich gleichzeitig als erfreulich sparsam: 6,5 Liter auf 100 Kilometer im Test sind sehr gut.

Zu den ansprechenden Werten und zu jenen, die in angespannten Zeiten an Wichtigkeit gewinnen, gehört schliesslich auch der auf dem Preisschild: Mit rund 50 000 Franken kostet der Mazda 6 deutlich weniger als etwa ein vergleichbarer VW Passat.

Mazda 6 SW S-D 184 AT AWD Revolution
Leistung: 184 PS / 135 kW; Hubraum: 2191 ccm;
max. Drehmoment: 445 Nm (bei 2000 U/min)
Verbrauch (EU-Norm): 5,1 l / 100 km;
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,2 sec;
Höchstgeschwindigkeit: 219 km/h;
Preis: Fr. 51 600.–, Testwagen: Fr. 53 954.–

Kommentare

Die News des Tages aus anderer Sicht.

Montag bis Donnerstag
ab 16 Uhr 30

Ihr Light-Login-Zugang ist abgelaufen. Bitte machen Sie das Abonnement hier