Intern

Matteo Salvini, Italiens umstrittener, aber enorm populärer Innenminister, ist das Gegenteil der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Merkel erdolchte, im übertragenen Sinn, aus Parteiräson ihren einstigen Förderer Helmut Kohl im Gefolge einer Spendenaffäre. Lega-Chef Salvini verzichtete darauf, seinem Vorgänger Umberto Bossi in den Rücken zu fallen, als der in den Abgrund eines Parteifinanzenskandals geriet. Anders als Merkel von Kohl war Salvini von Bossi nie gefördert, sondern eher geschnitten worden. Die Episode, wird in Rom erzählt, sage viel über Salvinis Charakter aus, seinen Sinn für Loyalität. Weltwoche-Redaktor Roger Köppel traf den derzeit wohl interessantesten und meistkritisierten italienischen Politiker in dessen Ministerium. mehr

 

Die Zeilen sind nicht jugendfrei, aber sie beschäftigen mittlerweile die Gerichte auf allen Ebenen. Mitglieder der Berner Formation «Chaostruppe» haben über die Zürcher Nationalrätin und Regierungsratskandidatin Natalie Rickli sinngemäss gerappt, sie verdanke ihren Aufstieg in der Partei sexuellen Gefälligkeiten. Nun liegt das schriftliche Urteil des Berner Obergerichts vor. Die Generalstaatsanwaltschaft ist damit nicht einverstanden und zieht den Fall an das Bundesgericht weiter. Recherchen der Weltwoche zeigen, wer die im publizierten Urteil anonymisierten Rapper sind. Sie arbeiten vorwiegend in sozialen Berufen, einige von ihnen sind vorbestraft. Erstaunlich bleibt die Milde der Berner Oberrichter unter dem Vorsitz eines Parteikollegen von Rickli. mehr

 

Mag sein, dass Ski eine Seele haben. Mit Sicherheit aber besitzen sie einen Charakter. Das ist wie bei den Menschen; die einen haben einen guten, andere einen schlechten, manche fast gar keinen. Der Ski, dessen Charakter so ist, dass eine Seele in ihm schwingt, heisst Zai, ist ein Schweizer Highend-Produkt und einer der teuersten Ski der Welt. Der Ski besitzt einen Steinkern, und das macht ihn zum kleinen Bruder des Berges und einen selbst zum Komplizen der beiden und zum Kronprinzen des Schnees. Der Mann hinter den handgemachten Edelbrettern heisst Benedikt Germanier und hat schon einige Pisten des Lebens hinter sich.
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Das institutionelle Rahmenabkommen, das die Europäische Union der Schweiz mit Druck und Drohungen aufzwingen will, kann man von verschiedenen Seiten betrachten. Während sich die Wirtschaft auf die Zusatzgewinne für die Unternehmen fixiert und «progressive» Kreise sich über die partielle Integration der Schweiz in die EU freuen, steht die staatspolitische Sicht bisher wenig im Fokus: Wäre die Schweiz mit ihrer direkten Demokratie und dem Föderalismus noch dieselbe, wenn sie dem Rahmenabkommen zustimmen würde? Wohl kaum, meint der Zürcher Staatsrechtler Andreas Glaser, Direktor des Zentrums für Demokratie Aarau. Für ihn ist das Rahmenabkommen mit der dynamischen Rechtsübernahme falsch konstruiert. Auch hält er nichts vom Argument, dass das Rahmenabkommen Rechtssicherheit bringe: Das Gegenteil wäre der Fall, die Schweiz ginge ein Wagnis ein. Im Gegenzug würden sich allerdings neue Freiheiten eröffnen. mehr

 

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