Foul an Xhaka

Der Schweizer Fussballer steht zu Unrecht am Pranger.

Was wurde in den letzten Tagen nicht auf Granit Xhaka eingeprügelt. Der Schweizer Internationale in Diensten von Arsenal London brachte die Fans gegen sich auf, dann den Trainer und die Medien. Das Xhaka-Bashing ist auf der Insel zu einem Volkssport geworden, und auch hierzulande wurden darüber Leintücher geschrieben. Der junge Mann musste Busse tun und sich entschuldigen, als ob er ein schweres Vergehen begangen hätte.

Das ist Mumpitz. Xhaka wurde von den eigenen Fans ausgepfiffen, als er das Spielfeld verliess, und reagierte seinerseits mit provokativen Handbewegungen, die sinngemäss sagen sollten: «Macht nur, mehr davon.» Das war’s. Kein Stinkefinger, kein Hosenrunterlassen wie bei Mountainbiker Nino Schurter vor dem Weissen Haus in Washington.

Der Trainer gab eine schlechte Figur ab

Wir haben Xhaka an dieser Stelle für seine Doppeladler-Geste an der Fussball-WM scharf kritisiert, aber hier liegt der Fall anders. Natürlich darf man von einem Millionenverdiener im beinharten Fussballgeschäft erwarten, dass er einiges aushält. Fussballstadien sind keine Kindergärten. Sie sind ein Ort der ungefilterten Emotionen, im Guten wie im Schlechten. Mit seiner Reaktion zeigte Xhaka, dass ihm die gellende Kritik der Fans naheging. Hätte er denn einfach den Schwanz einziehen und wie ein begossener Pudel in die Garderobe trotten sollen? Nein, das hätte nicht zu ihm gepasst.

Eine schlechte Figur gab eher der Trainer ab. Vom Chef darf man erwarten, dass er sich bei Gegenwind vor die Mitarbeiter stellt. Unai Emery machte das Gegenteil. Xhaka wurde als Captain entmachtet. Beim nächsten Spiel war er nicht einmal im Aufgebot. Die faden-scheinige Begründung: Die Mannschaft müsse sich auf den Sport konzentrieren. Gewonnen hat sie trotzdem nicht.

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Von Roman Zeller
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