Intern

Cédric Wermuth ist überall. Der ehemalige Einheizer der Juso führt im Aargau einen bemerkenswerten Ständeratswahlkampf. Seine Kampagne ist hochprofessionell und hat schon über 300 000 Franken an Spenden eingebracht. Bei seinen Auftritten gibt er sich nahbar und konziliant. Doch im Kern ist er ein überzeugter Marxist geblieben, wie Philipp Gut zeigt. Er hat Wermuth begleitet und festgestellt, dass sich der fulminante Hochglanz-Revoluzzer sogar die Augenbrauen zupfen lässt. mehr

Zu seinem Unglück erklärte sich der Psychiater Roland Kuhn (1912–2005) zur Übergabe seines umfangreichen wissenschaftlichen Nachlasses ans Thurgauer Staatsarchiv bereit. Kaum waren die Kisten in Frauenfeld angekommen, lieferte Staatsarchivar André Salathé einzelne Dokumente an ausgewählte Journalisten aus. Diese produzierten in der Folge Schlagzeilen über Menschenmassenversuche und herangekarrte Heimkinder, ja über Dutzende von Todesopfern. Die Thurgauer Regierung liess untersuchen; jetzt hat eine Historikerkommission ihre Ergebnisse vorgelegt. Christoph Mörgeli unternimmt eine Ehrenrettung von Roland Kuhn, der in der abgelegenen Münsterlinger Psychiatrie Begründer der medikamentösen Behandlung von Depressionen wurde. mehr

Redaktor Alex Baur und der peruanische Fotograf Alex Kornhuber haben das Amazonas-Becken schon mehrmals bereist. Seit Jahren dokumentiert Kornhuber die Konflikte um die Erdölpipeline, die in Peru über Hunderte von Kilometern dem Oberlauf des Amazonas folgt. Trotzdem war ihre Reise zu den Awajún-Indianern, welche die Erdölförderung mit Sabotageakten fast zum Stillstand gebracht haben und ihre eigenen Territorien dabei systematisch verseuchten, voller Überraschungen. Nichts ist, wie es scheint. Letztlich verlangen die amerikanischen Ureinwohner aber nicht mehr als das, was allen Menschen zusteht: Bildung, medizinische Versorgung, Arbeit – den Anschluss an die Zivilisation. mehr

Das institutionelle Abkommen mit der EU liegt fertig ausgehandelt zur Unterschrift bereit. Auch wenn Bundespräsident Ueli Maurer den Rahmenvertrag kürzlich für «tot» erklärte, befürchten andere, dass er nach den Wahlen wieder sehr lebendig sein wird. Auf diese Debatte sollte sich die Schweiz gefasst machen. Dieser Ausgabe liegt daher eine kommentierte Fassung des Rahmenvertrages bei, damit zumindest die Weltwoche-Leser darauf bestens vorbereitet sein werden.

Eine besondere Auszeichnung darf unsere Kolumnistin Tamara Wernli entgegennehmen. Die Jungfreisinnigen des Kantons Zürich würdigen sie mit dem 20. Liberal Award. Die Politiker sehen in Wernlis Arbeit «eine willkommene und nötige Abwechslung in Zeiten der journalistischen Einöde und der engstirnigen Betrachtung der Gesellschaft». Dem können wir nur beistimmen und gratulieren unserer Kollegin herzlich! In dieser Ausgabe ist sie gleich mit zwei Texten präsent. mehr und mehr

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Kommentare

Richard Müller

04.10.2019|14:57 Uhr

Danke für die kommentierte Fassung des Rahmenvertrages. Aus meiner Sicht fehlt allerdings ein ganz wichtiger Kommentar. Artikel 8A Absatz 2.c ff muss man wohl so interpretieren, dass die Schweiz nach Annahme des Vertrages gezwungen werden kann, europäische Rettungsschirme für Bankrottstaaten mitzufinanzieren. Da die meisten EU-Länder grotesk überschuldet sind, wird die Schweiz garantiert zum Handkuss kommen. Zweistellige Milliardenbeträge werden dann ganz schnell mal fällig. Wie ist es möglich, dass praktisch alle Politiker den Reichtum der Schweiz so vernichten wollen?

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