Intern

China tritt als zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt gegenüber dem Spitzenreiter USA zunehmend selbstbewusster auf. Zum 70. Geburtstag der Volksrepublik kommt unwillkürlich die Frage auf, ob die Weltwirtschaft nun endgültig zweipolig geworden sei. Sebastian Heilmann, einer der bekanntesten China-Experten in Europa, führt im Interview mit der Weltwoche aus, wie China und die USA tatsächlich zu den zwei massgeblichen Polen geworden sind. Die Rivalität zwischen den Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping dominiere das Geschehen, und besonders seit der Finanzkrise bewege sich China selbstbewusst auf einem eigenständigen Weg. Seite 16

 

Ganz Ähnliches spielt sich zurzeit in der Unternehmenswelt ab. Soeben hat der chinesische Technologiekonzern Huawei ein neues Mobiltelefon vorgestellt, das, wie jeweils üblich, technische Verbesserungen bietet; aber diesmal ist es anders. Es geht nicht nur um schönere Bildschirme oder bessere Kameras, sondern auch darum, dass sich eine chinesische Spitzenfirma von der Welt des international tonangebenden amerikanischen Riesen Google löst und eigenständigere Wege geht. Bisher wurde Huawei, wie alle Marken, die das Android-Betriebssystem einsetzen, von Google mit Zusatzdiensten und Anwendungen versorgt. Im Mai verhängte die US-Regierung aber einen Boykott gegen Huawei: US-amerikanische Firmen wurden als Zulieferer von Chips oder Software (zum Beispiel Google) blockiert. Nun tritt Huawei eben mit eigener Handy-Ausstattung in den Markt. Im Grunde zielt der Boykott der USA auf die neue schnelle Netzwerktechnologie 5G, bei der Huawei einen Vorsprung hat. Das Powerplay des Konzerns ist Thema auf Seite 27.

 

In der Schweiz ist das Chemie-Unternehmen Ems bekannt als eine der ertragsstärksten Industriegruppen. Weniger bekannt ist, dass der Umbau dieses Konzerns vom Textilfasergeschäft zum Hersteller von modernen Kunststoffen eng mit China zusammenhing. Konzernchef und Eigentümer Christoph Blocher unternahm 1985 mit der ganzen Familie eine Reise nach China, um da die Nachfrage nach Kunststofffaser-Fabriken zu sondieren. Die Reise wird hier anschaulich beschrieben. Und das Ergebnis war, dass Ems in China schliesslich über hundert Textilfabriken baute und ablieferte. Seite 6

 

Wie vermittelt ein chinesischer Botschafter der Bevölkerung in seinem Gastland, welche Bedeutung dem Siebzig-Jahr-Jubiläum der Volksrepublik zukommt? Wir sprachen mit Geng Wenbing, der China in Bern vertritt, über die Nationalfeiertage der Schweiz und Chinas, über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Ländern und über die wichtigsten Abschnitte der Entwicklung Chinas. Geng ist der Ansicht, dass das Verständnis für sein Land im Westen zugenommen hat, er sagt im Interview aber auch klar, wo er in Medienberichten Verzerrungen sieht. Seite 10

 

Zum Jubiläum der Volksrepublik liegt auch die Frage auf der Hand, wie sich das Leben für einen «normalen» Chinesen in den letzten siebzig Jahren verändert hat. Der 67-jährige Shi Minghua aus Schanghai war für ein Gespräch mit Elisabeth Tester bereit und hat sie in seiner gemütlichen Wohnung äusserst zuvorkommend empfangen und bewirtet. Das Gespräch zeigt die vielen interessanten Parallelen zwischen seinem Leben und der Entwicklung des Landes auf Seite 30.

 

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