Schrecklich verlogen

Der Mann, der den Brexit erst möglich gemacht hat, bemüht sich um ein «mea culpa». Der britische Ex-Premier David Cameron hat nicht erwartet, dass sein Volk den Mut aufbringen würde, aus der EU auszutreten. Jetzt übt er sich im Nachtreten.

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Alex Baur, Redaktor

Kommentare

Nannos Fischer

22.09.2019|17:17 Uhr

Meines Wissens ist es das erste und einzige Mal überhaupt, dass ein Premierminister das Versprechen der Vertraulichkeit der Monarchin gegenüber gebrochen hat. Damit hat Cameron einen Rekord aufgestellt und seinem Buchtitel einen Doppelsinn gegeben. Im Palast hat das zu «an amount of displeasure» geführt – die stärkste vorstellbare ablehnende Formulierung. Und «It makes it very hard for the relationship to thrive.» Man darf sich fragen, ob für so eine Persönlichkeit die Bezeichnung «Gentleman» noch gerechtfertigt ist.

Nannos Fischer

22.09.2019|14:15 Uhr

Cameron ist ein sowohl ein schlechter Verlierer wie uneinsichtig. Er will mit den Memoiren ad nauseam beweisen, dass und warum er eigentlich in allem recht gehabt hat. Dabei veranstaltet er ungewollt ein Persönlichkeitsstriptease, bei dem er – nie ein anziehender Charakter – ein erbärmliches Bild abgibt, ohne es selbst zu merken. Dessen Höhepunkt ist in meinen Augen die Tatsache, dass er das Vertrauen der Königin gebrochen hat, indem er eine Einzelheit aus einem der strikt vertraulichen wöchentlichen Vieraugengespräche preisgibt, + dann neulich sogar in einem Interview nochmals nachlegt.

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