Intern

Schon der deutsche Unternehmer Werner von Siemens wusste: «Für augenblicklichen Gewinn verkaufe ich die Zukunft nicht.» Er lebte von 1816 bis 1892 und gründete eine der langlebigsten Firmen der Geschichte. Seine Geisteshaltung entspricht dem heutigen Prinzip der «Nachhaltigkeit» (englisch sustainability).

In den letzten Jahrzehnten haben sich in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik feinziselierte Definitionen dieses Begriffs herausgebildet. Die Vereinten Nationen formulieren im Programm Nachhaltigkeitsziele 2030 nicht weniger als 169 Anliegen, die die Welt bis 2030 umsetzen soll. Jedes börsenkotierte Unternehmen legt heute mehr oder weniger umfangreich Rechenschaft über die Nachhaltigkeit seiner Geschäftstätigkeit ab.

Überall hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass es Zielkonflikte zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Anliegen geben kann. Die Weltwoche hat aber immer wieder kritisiert, dass unter Schlagworten wie Nachhaltigkeit und «Corporate Social Responsibility» schon grundsätzlich Widersprüche zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie konstruiert werden. Im Extremfall führt das dazu, dass jede wirtschaftliche Tätigkeit unter den Generalverdacht gestellt wird, der Umwelt oder der Gesellschaft zu schaden – die Welt als Nullsummenspiel.

Die Philosophie dieser redaktionellen Sonderbeilage ist optimistischer. Es handelt sich um ein Plädoyer für den Fortschritt in Heftform. Unternehmerisches Denken und Handeln ist der Entdeckungsprozess, dank dem die Welt schon in der Vergangenheit grosse Fortschritte bei sozialen und ökologischen Anliegen erzielt hat. Es gibt keinen Grund, davon auszugehen, dass dies in Zukunft anders sein wird.

Klar, die Ressourcen der Erde sind nicht unendlich. Aber das waren sie bereits zu Zeiten des Werner von Siemens nicht. Und Wirtschaft ist ja genau das: die Kunst des Umgangs mit knappen Ressourcen.

Um die Frage, wie Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft zusammenspielen, geht es am Dienstag, 3. September, in Winterthur. Dann findet das 7. Swiss Green Economy Symposium statt, ein Forum für Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen.

Zum fünften Mal nimmt Japan Tobacco International (JTI) am Anlass teil, ein führendes globales Tabakunternehmen. Es stellt unter anderem die Marken Camel, Winston und Natural American Spirit her. JTI hat in der Schweiz eine bedeutende Präsenz. Von Genf aus steuert die Firma ihre globalen Aktivitäten, und in Dagmersellen befindet sich der Schweizer Hauptsitz mit grosser Produktionsanlage.

Im Gespräch mit JTI Schweiz entstand vor einigen Monaten die Idee, ein Sonderheft anlässlich des Symposiums in Winterthur herauszugeben. Das Vorhaben faszinierte die Weltwoche-Redaktion auf Anhieb. Wir danken JTI Schweiz für die Unterstützung wie auch den übrigen Inserenten sowie den Autoren dieses Spezials.

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Kommentare

Richard Müller

30.08.2019|12:46 Uhr

Nachhaltigkeit ist gut. Das weiss inzwischen jeder. Nachhaltigkeit ist aber auch völlig undefiniert, jeder kann sich Nachhaltigkeit nach eigenem Gusto zurechtlegen. Die Natur gilt als nachhaltig, weil sie sich reproduzieren kann. Reicht das wirklich? Ist es nachhaltig, wenn die Bäume im Herbst die Blätter einfach fallen lassen und im Frühjahr neue machen? Weshalb nicht bewahren und die Blätter nur einrollen? Ist es nachhaltig, wenn sich Menschen endlos überreproduzieren und die Reproduktion anderer Kreaturen bis auf null reduzieren können? Natur ist Kampf, Gleichgewicht gibt es nur zufällig.

Juerg von Burg

30.08.2019|07:55 Uhr

Wenn Sie mit genügend Abstand das gesamte Leben auf diesem Planeten betrachten, dann erfüllt diese Biosphäre grob alle genannten Kriterien zur Nachhaltigkeit. Das Zauberwort heisst Evolution und darin subsumiert sich auch die menschliche Entwicklung in allen Ausprägungen. Das kann auch mal schiefgehen, für eine Zeitperiode, wissen tun wir es erste in der Rückschau!

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