Gestatten, ein Kia

Der ProCeed GT ist das vielleicht überraschendste Auto im Sortiment des südkoreanischen Herstellers Kia.

In der spontan zustande gekommenen Reihe «Überraschende Autos, die man kennen sollte» möchte ich diese Woche den Kia ProCeed vorstellen. Der elegante Kompaktkombi gehört zu jenen Fahrzeugen, die man seinen autointeressierten Kollegen zeigt, die daraufhin erstaunt ausrufen: «Der sieht aber sehr gut aus!»

Die moderneren Autos von Kia gehören ohnehin zu den angenehmen Erscheinungen im Strassenverkehr, und der ProCeed ist ein ausgesprochenes Designstück: flache, coupéhafte Dachlinie, ein schmales Fensterband über einer hochgezogenen Schulterlinie, schöne Konturen an Front und Heck. Einzig der Bereich um die C-Säule sieht etwas überzeichnet aus. Dort kommen sich optisch ein haifischflossenartiges Chrom-Element und die schwarzglänzende Verbreiterung der Fensterführung in die Quere.

Abgesehen davon ist der ProCeed die ideale gestalterische Mischung aus praktischem Kompaktwagen und Kombi sowie der Eleganz eines Gran-Turismo-Coupés. Dafür wurde der Begriff Shooting Brake geschaffen, wobei sattelfeste Autohistoriker darauf hinweisen, dass ein richtiger Shooting Brake nur zwei statt vier Türen hat.

Das sind aber bloss Wortklaubereien, auf jeden Fall ist der ProCeed das vielleicht überraschendste Auto im Kia-Sortiment. Die sportliche Bauform ergänzt die bisher schon erhältliche Kombi-Variante, geschickt nimmt man damit ein Thema auf, das sonst bei deutlich teureren Modellen von Porsche oder Mercedes-Benz gespielt wird.

Schier unschlagbar

Dabei ist der Kia im Verhältnis von Preis und Leistung ein schier unschlagbares Angebot. In der besten Ausführung als GT gibt es den ProCeed mit einer umfangreichen Komfort- und Assistenzsystem-Ausstattung sowie einer Leistung von 204 PS aus einem Vierzylinder-Turbomotor für weniger als 40 000 Franken. Schweizweit einmalig ist dabei die Garantieleistung, die sieben Jahre lang währt und nicht nur kundenfreundlich ist, sondern auch eine selbstbewusste Aussage über die Qualität der Kia-Mobile darstellt.

Als Fahrer sitzt man im ProCeed in auffällig geformten Sportsitzen aus Leder und Velours, das Cockpit ist übersichtlich, und der Wagen mit weniger als 1,5 Tonnen Gewicht (inklusive Fahrer) wirkt, einmal in Bewegung, agil und komfortabel zugleich. Der Frontantrieb ist sehr neutral ausgelegt, das typische Übersteuern, also das Schieben des Wagens in Kurven nach aussen, gibt es kaum. Mit einem Tastendruck schalte ich auf «Sport» um, dann öffnen sich die Klappen der Auspuffanlage, und mein knallroter Testwagen überholt schnell und mühelos einen gemütlich dahinruckelnden Traktor mit Anhänger, bevor er dynamisch einen Kreisverkehr durchläuft.

Nochmals ein Tastendruck, und die Lage entspannt sich, der ProCeed wird nun zum komfortablen Gleiter, dank Spurhalteassistent und Abstandsradar sind Autobahnfahrten selbst auf der notorisch überlasteten A1 beinahe Wellness-Ausflüge.

 

Kia ProCeed GT 1.6 T-GDi
Motor: 4-Zylinder-Turbobenziner; Leistung: 204 PS/150 kW;
Hubraum: 1591 ccm;
Max. Drehmoment: 265 Nm (ab 1500 U/min);
Verbrauch (EU-Norm): 6,2 l/100 km;
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h;
Preis: Fr. 39 900.–

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Von Alex Baur

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