Sachlich, praktisch, gut

Schweizer fahren gerne Skoda. Am Kompakt-SUV Karoq kann man sehr gut erkennen, warum das so ist.

Der Name mag befremdlich bis schräg klingen, aber der Karoq von Skoda ist ein gelungenes Fahrzeug, das ausgezeichnet in die schweizerische Mobilitätslandschaft passt. Der tschechische Hersteller Skoda, der seit 1905 Autos fertigt, hat es auf dem hiesigen Markt weit gebracht: Auf Platz eins der Zulassungen zwischen Januar und Mai 2019 liegt gemäss der Statistik von Auto Schweiz ein Skoda, unter den zehn meistzugelassenen Fahrzeugen sind gleich drei Skodas, mein Karoq liegt auf Rang vier.

Man muss nur ein paar Meter weit fahren, um zu erkennen, warum das so ist. Der Karoq sieht gut aus, ohne dass es dafür herausragende Designmerkmale braucht. Sitzt man drin, entwickelt das Auto ein Stück weit die sachliche Atmosphäre eines Handwerker-Transporters, es gibt überall Fächer und Ablagen, die praktisch und robust ausfallen. Zum Beispiel eine Klappe auf dem Armaturenbrett, die sich auf Knopfdruck öffnet und wo Notizblock, Kabel oder was auch immer versorgt werden können.

In der Variante Sportline gibt es ein paar Gestaltungsmerkmale, die dem Eindruck des rein auf maximalen Alltagsnutzen getrimmten Autos glücklicherweise entgegenwirken: getönte Scheiben, schwarze Räder und Dachreling oder ein unten abgeflachtes Lenkrad illustrieren Dynamik. Dazu gehört auch ein Klangmodul, das im Sport-Modus für die Passagiere einen kernigen Motorsound darstellt, der allerdings nur im Innern des Fahrzeugs zu hören ist.

 

Skoda und die Schweiz

Diese sachliche, zurückhaltende Art ist offensichtlich vielen Schweizer Autofahrern sympathisch. Dazu kommt ein technisch hohes Niveau – vom digitalen Cockpit über das intelligente Allradsystem bis zu einer ganzen Reihe moderner Assistenzsysteme ist der Kompakt-SUV, der bloss etwas mehr als 1500 Kilogramm wiegt, sehr gut ausgestattet. Mit 190 PS ist der Karoq zudem anständig motorisiert, aber auch hier wird nicht übertrieben – eine Sportskanone entsteht mit dieser Leistung noch nicht. Denn trotz allem ist der Karoq eher für die gemütliche Familienausfahrt gemacht als für hochdynamische Kurvenfahrten. Das Fahrwerk ist ausgesprochen komfortabel und animiert einen eher dazu, den Ellbogen bequem auf der Türe abzulegen und die Fahrt zu geniessen.

Der Name Karoq soll übrigens auf die Ureinwohner Alaskas Bezug nehmen und so viel wie «Auto» oder «Pfeil» bedeuten. Das scheint für ein Auto aus Tschechien etwas weit hergeholt, ändert aber nichts am sympathischen Auftritt der Marke. Kürzlich war ich übrigens in Bratislava, wo Skoda Modelle der Zukunft vorgestellt hat. Besonders interessant für Schweizer Kunden könnte der elektrische Citigo e werden, der zu einem Preis von unter 20 000 Franken verkauft werden soll und batteriebetrieben 265 Kilometer weit kommt. Es sieht so aus, als würden Skoda und die Schweiz auch weiterhin gut zusammenpassen.

 

Skoda Karoq Sportline
Motor: Vierzylinder, TSI Benzin; Leistung: 190 PS/140 kW
Hubraum: 1984 ccm
Max. Drehmoment: 320 Nm (bei 1500 U/min)
Verbrauch (NEFZ): 7,0 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit: 211 km/h
Preis: Fr. 38 330.–, Testfahrzeug: 46 387.–

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