Intern

Eine Strafanzeige kann jeder gegen jeden einreichen, eine Strafuntersuchung kann auch Unschuldige schwer treffen. Bei laufenden Verfahren ist deshalb Zurückhaltung angezeigt. Trotzdem hat sich die Weltwoche entschlossen, die Strafuntersuchung gegen den Stadtzürcher Polizeikommandanten Daniel Blumer publik zu machen. Zum einen geht es um einen Sachverhalt, der unabhängig von einem allfälligen Verschulden des Kommandanten brisant ist. Zum anderen zeugt das Verfahren, das von Blumers Untergebenen ausgelöst wurde, von einer tiefen Verwerfung innerhalb des Korps. mehr

 

Wer ist Julia Hänni? Über Fachzirkel hinaus war die 42-jährige Nachwuchsprofessorin nicht bekannt – bis zu ihrer von lauten Nebengeräuschen begleiteten Wahl zur Bundesrichterin in der Sommersession. Das Parlament zog die CVP-Frau dem SVP-Kandidaten vor, obwohl die Volkspartei schon jetzt in Lausanne deutlich untervertreten ist. Im Vorfeld der Wahl verkaufte sich Hänni vor dem einschlägigen Publikum als stramm bürgerlich. Sie sei sogar gegen das Rahmenabkommen, berichteten SVP-Nationalräte nach einem Hearing. Stimmen die Berichte, so hat sich Hänni dabei ziemlich verbogen. Philipp Gut hat ihre juristischen Schriften ausgewertet und Überraschendes entdeckt: Hänni ist Co-Autorin eines Buches, das den EU-Beitritt der Schweiz fordert. Bei Ausschaffungen krimineller Ausländer sollten die Richter «rote Linien» ziehen. Modisch postuliert sie in ihrem jüngsten Aufsatz sogar ein Menschenrecht auf stabiles Klima. Mancher SVPler, der ihr die Stimme gab, dürfte sich verwundert die Augen reiben. mehr

 

Dass immer mehr Grünflächen verschwinden oder mit hässlichen Bauten verschandelt werden, gehört für viele Leute zu den grossen Ärgernissen im Land. Dies zeigen die hohen Zustimmungsraten bei Abstimmungen wie der Zweitwohnungsinitiative. Köbi Gantenbein gilt als eine Art Architekturpapst der Schweiz, seit Jahrzehnten beobachtet er, wie das Land laufend zubetoniert wird. Im Gespräch mit Rico Bandle erklärt er, welche Fehler in den letzten dreissig Jahren gemacht wurden und weshalb eine Zehn-Millionen-Schweiz kein Problem sei, wenn die Politik nur die richtigen Schlüsse ziehe. mehr

 

«Wie soll man wissen als Journalist, der Francis ‹Status Quo› Rossi zum ersten Mal trifft, ob man es tatsächlich mit dem Bandleader zu tun hat? Die langen Haare sind geschnitten respektive ausgefallen, die seinerzeitige Jeans-Uniform wurde längst gegen Kleidung, wie sie mancher Siebzigjährige zu Hause trägt, getauscht.» Ähnliches hat wohl auch Rossi gedacht, weshalb er unserem Mitarbeiter Mark van Huisseling, der ihn in seinem Home-Studio südlich von London besuchte, auf verschiedenen Saiteninstrumenten, von der Mandoline bis zur Westerngitarre, Proben seines Könnens gab – ach was: ein Privatständchen brachte. Fazit des Journalisten: «Der Mann beherrscht mehr als drei Akkorde, mindestens vier.» mehr

 

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