Das Böse ist nie banal

Adolf Eichmann, Organisator des Holocaust, wird bis heute als Schreibtischtäter verharmlost. Die Philosophin Hannah Arendt sah in ihm einen simplen Karrieristen. Ankläger Gabriel Bach, der Eichmann 1961 in Jerusalem ins Kreuzverhör nahm, widerspricht.

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Kommentare

Richard Müller

24.06.2019|15:54 Uhr

Das Böse hat zu viele Facetten um banal zu sein. Banal sind Leute, die alles einem einzigen Thema unterordnen. Eichmann mit dem missionarischen Eifer, alle Juden auszurotten, war banal. Sowohl sein Wahrnehmungs- als auch sein Handlungsspektrum waren extrem eng. Was ihn von unzähligen anderen Fanatikern am meisten unterscheidet, ist das Ausmass des angerichteten Horrors. Die Rahmenbedingungen im dritten Reich waren für sein Vorhaben ideal. Gegen Extremisten und ihren banalen Übereifer helfen nur Vernunft und kritische Distanz. Man darf sich niemals anstecken lassen und Grenzen überschreiten.

Inge Vetsch

22.06.2019|18:20 Uhr

Danke für diesen bemerkenswerten Beitrag mit diesem eindrücklichen Zeitzeugen. Überaus lesenswert. Man denkt noch lange darüber nach. Auch darüber, warum denn Hannah Arendt nicht mit Bach hat reden wollen ...?

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