Intern

Die Bundesanwaltschaft sorgt wieder ein-mal für fette Schlagzeilen. Es sind, wie fast immer, keine Erfolgsmeldungen. Bundesanwalt Michael Lauber steht unter Druck, weil er mehrfach Geheimtreffen unter anderem mit Fifa- Präsident Gianni Infantino hatte. An eines dieser Treffen wollten sich die Beteiligten partout nicht erinnern, obwohl es nachweislich stattgefunden hat. Was wollen sie verheimlichen? Gab es Absprachen? Das Schlamassel ist jedenfalls angerichtet. Nur schon der Anschein der Befangenheit ist eine Katastrophe für den Bundesanwalt und seine Behörde. In dieser Ausgabe beleuchten wir den Fall aus verschiedenen Perspektiven. Urs Paul Engeler, einer der besten Kenner der Materie mit historischem Tiefenblick, zeigt auf, dass die Bundesanwaltschaft eine Missgeburt ist. Sie sei eine Fehlkonstruktion und habe immer wieder gescheiterte Figuren angezogen. Gefährlich könnte die Affäre aber auch für Gianni Infantino werden. Unsere Titelgeschichte von letzter Woche – mit der Nachricht, dass Joseph Blatter seinen Nachfolger an der Fifa-Spitze verklagt – ging um die Welt. Wie die Fifa darauf reagiert und was von dieser Reaktion zu halten ist, lesen Sie im Artikel von Philipp Gut. mehr

 

Dana Rohrabacher hat eine Biografie, die Hollywood nicht packender schreiben könnte: Von Prag über Vietnam bis Afghanistan warf sich der beach boy aus Kalifornien während des Kalten Kriegs den Kommunisten in die Schusslinie. Heute geht der fanatische Surfer für eine andere Passion – Marihuana – auf die Barrikaden. «Legalize it!», lautet sein Kampfspruch. Diesen Donnerstag kommt Ronald Reagans ehemaliger Redenschreiber nach Zürich, wo er an der «International Cannabis Business Conference» auftritt. «Meine Sternstunde schlug am Brandenburger Tor», erzählte Rohrabacher Urs Gehriger vor seinem Abflug in die Schweiz. 1987 hatte er Reagans historische Mauer-Rede nach Westberlin geschmuggelt. «Nachdem ich sie dem Präsidenten in die Hände gedrückt hatte, wusste ich, dass der Kalte Krieg vorbei war.» mehr

 

Es gibt in Deutschland wenige Experten, die sich in Energiefragen so gut auskennen wie der Hamburger Professor und SPD-Politiker Fritz Vahrenholt. Als langjähriger Umweltsenator von Hamburg, Berater der Regierung von Gerhard Schröder und Spezialist für Neue Erneuerbare Energien (NEE) bei Grossfirmen gehört er zu den Pionieren des ökologischen Umbaus Deutschlands. Vahrenholt warnte indes auch als einer der Ersten vor den Gefahren und Nebenwirkungen der Energiewende. Neben den exorbitanten Kosten sind es vor allem die Launen der Witterung, die den Ersatz von thermischen Kraftwerken durch erneuerbare Energieträger zur Illusion machen: Der Flatterstrom von Wind und Sonne fällt selten dann an, wenn man ihn braucht; Stromspeicher in der benötigten Grösse sind in absehbarer Zeit weder ökonomisch noch ökologisch zu verantworten. Dies zeigt auch eine grossangelegte Studie im Auftrag des Bundes, an der sich die besten Fachleute Deutschlands beteiligten, in erschreckender Deutlichkeit. Trotzdem gehört Vahrenholt zu den ganz wenigen, die es wagen, öffentlich auf das sich anbahnende Milliarden-Fiasko hinzuweisen. Es freut und ehrt uns, Fritz Vahrenholt als Autor in der Weltwoche begrüssen zu dürfen. mehr

 

Ralf König ist der erfolgreichste Comic-Zeichner im deutschsprachigen Raum, sieben Millionen Bücher hat er bislang verkauft. Mit Geschichten wie «Der bewegte Mann», die teils im Schwulen-Milieu spielen, hat er in den letzten vierzig Jahren einen enormen Beitrag geleistet zur Anerkennung von Homosexuellen. Nun wird ihm selber Diskriminierung vorgeworfen. Ein grosses Wandbild von ihm soll deswegen entfernt werden. Die Angriffe kommen nicht etwa von Schwulenfeinden, sondern aus der schwul-lesbischen Szene. Einige von Königs lustigen Knollennasenfiguren seien verletzend, heisst es. Man könnte diese Geschichte als Skurrilität abtun, wäre sie nicht Ausdruck einer Gesellschaft, in der sich immer mehr Personen und Gruppen angegriffen fühlen – in der die vielen Empfindlichkeiten den Humor zunehmend zurückdrängen. mehr

 

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