Intern

Als vor acht Jahren die Atommeiler von Fukushima explodierten, packte Kollege Alex Baur seine Reisetasche, um sich in Japan vor Ort selbst ein Bild zu machen. Zwei Jahre später gelang es ihm als einem der ganz wenigen ausländischen Journalisten, die Reaktorruinen einen Tag lang zu besuchen. Baur liess sich durch diverse Kernkraftwerke in verschiedenen europäischen Ländern führen, er sah sich Endlager an, sprach mit zahlreichen Fachleuten – Physikern, Ärzten, Ingenieuren, Ökonomen. Seine umfangreichen Recherchen lassen sich auf eine alles entscheidende Frage reduzieren: Ist die Atomenergie ein Fluch oder ein Segen für die Menschheit? In Fukushima wurde letzte Woche mit dem schwierigsten Teil des Rückbaus begonnen, der Bergung der geschmolzenen Brennstäbe. Höchste Zeit für eine Zwischenbilanz. mehr

 

Beim Brand von Notre-Dame – die schlimmste Kulturschutzkatastrophe in Frankreich seit 1945 – wird im Moment ein terroristischer und krimineller Hintergrund weitgehend ausgeschlossen. Das Inferno macht aber bewusst, dass in Frankreich seit Jahren täglich drei Kirchen zum Opfer von Vandalen werden. Die Regierung und die Kirche selber haben dies systematisch verniedlicht. Das hat sich erst im Laufe dieses Jahres geändert: seit den antisemitischen Exzessen der Gelbwesten, den Schändungen jüdischer Friedhöfe und den Übergriffen auf Synagogen und Moscheen, die sehr viel besser geschützt sind als die Kirchen und in den Medien bedeutend mehr Resonanz fanden. mehr

 

Jesu Tod am Kreuz ist für die Kultur des Abendlands ein zentrales Ereignis. Aber über die Art und Weise, wie das Todesurteil vollstreckt wurde, war bisher wenig Konkretes bekannt. Der amerikanische Bibelforscher John Granger Cook hat zeitgenössische Quellen durchforstet, um sich ein Bild zu machen, wie im römischen Imperium gekreuzigt wurde. Da bei den Römern Kreuzigungen die häufigste Todesstrafe war, konnte Cook auf ein viel Material zurückgreifen. In Fachkreisen ist sein Buch ein Bestseller. Bei Laien hat es nicht die Aufmerksamkeit erfahren, die es verdient. Gerade zur Osterzeit sind Cooks Erkenntnisse eine Lektüre wert. mehr

 

Am Sonntagabend erreichte die schweizerischen Redaktionen eine Rundmail: «Einladung zur Medienkonferenz: Christoph Blocher steht Red und Antwort.» Nachdem die SVP in den vergangenen Wochen mehrere Wahlen verloren und in Zürich überraschend die Parteileitung ausgetauscht hatte, machte bereits das Wort von der «Blocher-Dämmerung» die Runde. Blocher selber schwieg lange und lehnte alle Interviewanfragen ab. Am Dienstag nun stellte er sich in Zürich den Fragen der Journalisten. Die Weltwoche traf ihn zuvor zum Gespräch bei sich zu Hause in Herrliberg. Von einer Krise seiner SVP wollte Blocher nichts wissen: «Es ist nicht die wichtigste Aufgabe einer Partei, in Wahlen gut abzuschneiden», sagte er. Lieber redete er über die «entscheidende Frage» für die Schweiz: «Wer ist der Gesetzgeber?» mehr

 

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Von Franz Grüter
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Kommentare

Markus Spycher

18.04.2019|10:18 Uhr

Schön, dass in Paris Reliquien gerettet werden konnten. Schön auch, dass der Staatspräsident die Feuerwehrleute ehrte. Ich gedenke aber eines Angehörigen der freiwilligen Dorffeuerwehr, der unter grosser Gefahr bei einem Bauernhausbrand versuchte, auch noch das letzte Schwein vom Feuertod zu retten. Ich gedenke aber auch den Schöpfern des traditional English nursery rhyme und singing game "London Bridge Is Falling Down".

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