Kleiner Abenteurer

Der Suzuki Jimny ist legendär. Nun wurde der kultige Geländewagen aus Japan grundlegend erneuert.

Der neue Suzuki Jimny ist so ziemlich das coolste Auto, das man zurzeit fahren kann. Der kleine Geländewagen aus Japan wird dort seit 1968 verkauft und geniesst mittlerweile auch in Europa Kultstatus. Der Jimny ist klein, leicht und doch ein vollwertiges Offroad-Fahrzeug. An diesen Grundwerten hat sich auch mit der neusten Auflage nichts geändert. Die äussere Form hingegen wurde geradezu revolutioniert. Jetzt sieht der Jimny aus wie eine miniaturisierte G-Klasse. Eine Erscheinung mit Humor, der Jimny sorgt jedes Mal, wenn ich mich ihm nähere, wieder für ein Lächeln.

Wie ein Würfel auf vier Rädern (mit einem prominenten fünften Rad als Reserve am Heck) – mit vielen Kanten und robust-rustikal aussehenden Kunststoff-Schutzteilen über den Radhäusern – wirkt der Jimny und ist so der Star auf jedem Parkplatz. Der Jimny ist zum neuen Flaggschiff der Marke Suzuki aufgestiegen und so populär, dass bereits Lieferengpässe gemeldet wurden.

Dabei ist der kleine Geländewagen, der auf der Basis eines starren Leiterrahmens «für kerniges Offroad-Vergnügen» aufgebaut ist, kein Lifestyle-SUV. Das heisst aber auch, dass der Jimny nicht in jeder Lebenssituation das perfekte Auto ist. Mit bloss 1210 Kilogramm Leergewicht ist der Jimny erstaunlich leicht und braucht deshalb auch keinen grossen, durstigen Motor. Der Platz in dem 3,6 Meter langen Kleinwagen ist limitiert: Zwei Personen reisen bequem mit Gepäck, bei vier Leuten bleibt nicht mehr viel Raum für Material.

Zäh und robust

Bedingt durch die Konstruktionsweise und die konsequente Auslegung auf möglichst gute Leistung im Gelände, wirkt der Jimny im Alltag manchmal etwas holprig, wenn es über Hindernisse geht, und in Kurven neigt er sich wegen des hohen Aufbaus merklich zur Seite. Gekoppelt an ein 3-Gang-Automatikgetriebe mit Override-Funktion, stellt der Motor sein maximales Drehmoment erst bei 4000 Umdrehungen zur Verfügung, das heisst auch, dass man bei Autobahngeschwindigkeiten relativ hochtourig fährt. Für Sicherheit und Komfort sorgen eine Klimaautomatik, ein modernes Navigationssystem, Abstandsradar oder Spurhalteassistent.

Im urbanen Nahverkehr ist der Jimny ein perfekter Begleiter: Die hohe Sitzposition verschafft einem den nötigen Überblick, die bescheidenen Aussenmasse machen das Auto entspannend handlich, und der kleine Wendekreis von zehn Metern hilft bei Manövern im städtischen Umfeld. Und natürlich ist der Jimny eine kleine Macht im Gelände, was ich mangels Gelegenheit im erwähnten städtischen Umfeld nicht selber ausprobieren konnte. Aber die Erfahrung vertrauenswürdiger Kollegen und die technischen Möglichkeiten mit Untersetzung und Differenzialsperre sprechen dafür, dass der kleine Abenteurer aus Japan sich abseits der Strasse zäh und robust verhält.

Insgesamt ist der Suzuki Jimny ein charmanter Aussenseiter und kein Fahrzeug wie jedes andere. Genau das macht ihn auch zum coolsten Auto, das man zurzeit fahren kann.

Suzuki Jimny Compact Top
Leistung: 102 PS/75 kW; Hubraum: 1462 ccm;
Max. Drehmoment: 130 Nm (bei 4000 U/min)
Verbrauch: 6,8 (7,5) l/100 km; Höchstgeschwindigkeit:
145 (140) km/h; Preis: ab Fr. 21 990.–;
Testwagen: Fr. 27 490.–

Kommentare

Markus Dancer

12.04.2019|06:32 Uhr

Ich hatte alle! Vom Ur-Eliot, Samurai, Jimny zum Vitara. Der Neue ist viel zu teuer, säuft zu viel (ein kleiner Diesel fehlt), die "Lang- od. Truck-Version" fehlt ebenfalls. Der Eliot mutierte von günstigen u. praktischen Offroader zum teuren Lifestyle "Gadget" für Leute mit Spielgeld.

Markus Spycher

11.04.2019|11:14 Uhr

>> "Im urbanen Nahverkehr ist der Jimny ein perfekter Begleiter ..." - Sorry, aber dafür säuft er zu viel.

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