Bernhard Russi, Andermatt

Der Olympiasieger in der Ski-Abfahrt von 1972 fährt seit vierzig Jahren Subaru. Hier erzählt er, wie es dazu kam.

Es gibt kaum eine Automarke, die dermassen schweizerisch wirkt wie Subaru, obwohl sie durch und durch japanisch ist. Wer aufmerksam durchs Land fährt, dem fällt auf, dass die Dichte an Subaru-Garagen zunimmt, sobald man in den voralpinen Raum gelangt. Dafür verantwortlich sind natürlich die Autos selbst: Sie sind kompakt, haben Allradantrieb, Boxermotoren und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Und Subaru hat Bernhard Russi. Seit Subaru 1979 auf den Schweizer Markt kam, ist der Abfahrts-Olympiasieger von 1972 Markenbotschafter und ein Teil des Erfolgs. Denn Russi ist eigentlich wie Subaru. Ein sympathischer Mann, der im Vergleich zu den heutigen Ski-Alpin-Brocken fast feingliedrig wirkt. Der siebzigjährige Russi ist frei von jeglichen Allüren, wohnt immer noch in Andermatt, wo er geboren wurde und aufgewachsen ist, und erzählt hier, wie er zu seinem ersten Subaru kam.

«Eigentlich wollte mich Autoimporteur Walter Frey als Botschafter für British Leyland gewinnen, im August 1979 war der Jaguar schon bestellt, und der Vertrag lag zur Unterschrift bereit. Als ich bei Frey eintraf, stand da aber noch dieses Truckli – ein Subaru mit Allradantrieb. Ich wurde neugierig und wollte eine Probefahrt machen. Frey fuhr mit mir durch den Wald, über Stock und Stein. Am Ende sagte ich zu ihm: ‹Das wäre eigentlich das ideale Auto für mich.› Darauf nahm Walter Frey den Vertrag, strich mit Hilfe eines Lineals ‹British Leyland› durch und schrieb von Hand ‹Subaru› darüber.

Lebenslanger Vertrag

Frey wollte aus Subaru eine Schweizer Marke machen. Es gab Inserate mit mir und der Zeile ‹Ich habe Ihnen etwas zu sagen›. Darauf folgte ein für heutige Verhältnisse unfassbar langer Werbespot von drei Minuten Dauer! Seither ist Subaru gewissermassen auf meine Stirn tätowiert. Es gab zwar Versuche, mich zu anderen Marken zu holen, aber ich wurde so stark mit Subaru identifiziert, dass ein Wechsel nicht in Frage kam. Zum einen passt Subaru zu mir, und zum andern hätte ein Wechsel meiner Glaubwürdigkeit geschadet. Das ist vielleicht auch Teil meiner berglerischen Art. Ehrlich zu sein, gehört da dazu.

Bei der ersten Vertragsverlängerung nach drei Jahren hatte Walter Frey kein Honorar festgelegt, sondern die Zeile leer gelassen. Er stellte es mir frei, einen Betrag einzutragen. Zum Glück konnte ich damals der Versuchung widerstehen, eine höhere Summe zu verlangen. Ich liess die Vernunft walten und bin bis heute froh darüber. Das hat nichts mit falscher Bescheidenheit zu tun, sondern ist einfach meine Erziehung: Mein Vater hat als Bahnmeister 2750 Franken verdient. Das hat mir die Relationen aufgezeigt. Ich wollte nicht dem Geld nachrennen, sondern nur so viel verdienen, dass ich nicht zu wenig hatte. Vor fünf Jahren haben wir dann den Subaru-Vertrag lebenslänglich verlängert. Zurzeit fahre ich einen Forester 4 · 4 mit dem Kontrollschild UR 5000, und wenn ich damit unterwegs bin, grüssen mich die Leute auf der Strasse.»

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