Feiern ohne Grund

Autoritär, antidemokratisch bis faschistoid, reaktionär, erfolglos und darum überschätzt: Die angeblichen Befreier von 1968 waren Versager.

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Von Peter Keller
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Kommentare

Michael Wäckerlin

05.03.2018|09:02 Uhr

Leider eine sehr oberflächliche Würdigung der 68er Schadenbilanz. Bedeutender als die kommunistischen Schreihälse waren die metapolitischen Früchte dieser Generation. Etwa die Leugnung der Sozialbiologie, die Normalisierung von Kindstötung und die Durchsetzung der Selbstabschaffungsmoral. Aus dem Morast des geistigen Vandalismus und der moralischer Degeneration dieser Zeit wuchsen die sehr realen Probleme von heute.

René Schnüriger

04.03.2018|14:50 Uhr

Als 52er Jahrgang war ich zu jung, um als 68er zu gelten. Kann mich aber gut an eine lockere Zeit, z.B. mit Stellenanzeiger von 2 cm Dicke erinnern. Man konnte sich erfolgreich für fast jeden Job bewerben, denn die Firmen stellten Leute auf Vorrat ein in der Hoffnung, dass am Schluss jemand bleibt. Auch die RS war dank Oswald Reform ein lockeres Ferienlager. Viel gute Musik und und dank Pille freigiebigere Frauen runden das Bild ab. Es war schon einiges im Umbruch, vieles war aber übertrieben und man konnte schon damals erahnen, dass die Herrlichkeit nicht ewig dauern würde.

Arnold Ganz

03.03.2018|13:31 Uhr

Es ist schön, wieder einmal etwas von Ihnen Herr Engeler lesen zu können. Wie schon immer passt auch dieser Beitrag ausgezeichnet zu den Verklärungen der Alt 68iger, welche jetzt bei jeder Gelegenheit in allen möglichen Talk-Veranstaltungen, öffentlich über ihre Heldentaten von damals schwadronieren. Zu vergleichen sind solche Runden etwa mit den Stammtischen, an welchen Reminiszenzen aus früheren Militärdiensttagen ausgetauscht werden, Jäger-, Fischer- und XY-Latein vom Feinsten. An mir, Jahrgang 40, ist der ganze künstlich aufgedonnerte Spuk von damals, glücklicherweise vorbei gegangen.

Willy Zweifel

02.03.2018|13:00 Uhr

Was für ein luzider und fundierter Artikel! Genauso war es. Ich habe 65/66 ein Jahr an der Sorbonne studiert, zuerst in Paris, dann an der Faculté de Nanterre, wo Daniel Cohn-Bendit oft in den Vorlesungen neben mir sass. Ein netter Kerl, aber verseucht mit den Ideen der Revolutionären Marxistischen Liga, deren Mitglied er war. Den Beginn der Studentenunruhen 1967 in Nanterre und Paris habe ich dann in Medien mitbekommen. DBei denjenigen in der Schweiz war aber an den Unis Zürich und Basel Augenzeuge: eine eher traurige Episode.

Rainer Selk

01.03.2018|11:54 Uhr

Die 68er waren in der Hauptsache im damaligen Westdeutschland zu finden. Mit Strassenbahnblockaden fing es an, schwappte auf die UNIs über, Rudi Dutschke in Berlin verlor sein Leben, die RAF kam auf. Wer sich für diese Gemengelage interessiert, dem sei der TV Film 'neue Fahr Süd' (2012) empfohlen. Die dort gezeigten Bilder aus Bremen, der Bundeswehr usw. sind nicht überzeichnet, sondern eher noch harmlos.Aus diesem 68er SPD Müll gingen die Grünen hervor, parallel mit der linksextremen Unterwanderung der Evang. Kirche. Ex Bischöfin Kässman u.v.a.m. sind deren Ideologieprodukt.

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