Zum Tod von Martin Wagner

Am Sonntagmorgen letzter Woche ist Martin Wagner, 57, bei sich zu Hause in Rünenberg BL von einem Nachbarn kaltblütig erschossen worden. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch nicht geklärt. Die Polizei spricht von «privaten Gründen», die zu den schrecklichen Ereignissen führten. Martin Wagner war seit Jahren als Anwalt auch für die Weltwoche tätig, insgesamt über siebzehn Jahre. Er präsidierte in der Gründungszeit des Unternehmens den Verwaltungsrat. Nach seinem Rücktritt blieb er der ­juristische Kopf des Rechtsdiensts. Über all die Jahre war Wagner ein loyaler und mit dem Haus freundschaftlich verbundener Kollege. Wenige Tage vor seiner Ermordung nahm er mit seinen Anwaltspartnern noch am Neujahrsessen teil. Wagner half der Weltwoche auf dem Weg in die unternehmerische Unabhängigkeit. Mit zäher Hartnäckigkeit, aber auch mit der ihm eigenen federnden Leichtigkeit kämpfte er für die Interessen der Journalisten. Durch seine zahlreichen Kontakte zum Sport- und Unterhaltungsbereich verschaffte er der Redaktion immer wieder ­Zugang zu interessanten journalistischen Stoffen und Persönlichkeiten. Für sein enormes ­Engagement, für seine tatkräftige und kreative Arbeit, aber auch für seine menschliche Präsenz als stets heiterer und optimistischer Kollege sind und bleiben wir ihm in grosser Dankbarkeit verbunden. Es ist so traurig und schockierend, wie der dreifache Familienvater, dessen Frau erst vor wenigen Monaten in jungen Jahren tragisch an einem Tumor gestorben war, aus dem Leben gerissen wurde. Martin Wagner hinterlässt zwei erwachsene Kinder und eine erst zehnjährige Tochter. Unser Mitgefühl ist bei den Hinterbliebenen, denen wir alle nur erdenkliche Kraft und Zuversicht wünschen, um über diesen fürchterlichen Schicksalsschlag hinwegzukommen. Roger Köppel, Verleger/Chefredaktor

 

Im nordbayrischen Städtchen Rehau steht im Zentrum ein massives Kunsthaus. Davor sind Skulpturen platziert, eine davon von Max Bill. Der Schweizer Dichter Eugen Gomringer hat sich in diesem hügeligen Niemandsland nahe der tschechischen Grenze ein Kunstreich aufgebaut. In der Nachkriegszeit entwickelte er eine neue Form der Lyrik und fand als «Vater der konkreten Poesie» Eingang in die Literaturgeschichte. Nun, mit 93 Jahren, hat es der Zürcher zu ­einer Beachtung gebracht wie kaum ein Poet zuvor: Ihm wird wegen eines harmlosen Gedichts von 1951 Sexismus vorgeworfen, sein Werk muss nun von der Hauswand einer Berliner Hochschule verschwinden. Rico Bandle hat den grossen Wortkünstler besucht. mehr...

 

Im Tête-à-Tête mit dem Stahlmagnaten Lak­shmi Mittal gestand der Gouverneur der britischen Notenbank, Mark Carney, nach dem Brexit sei es «nicht so schlimm herausgekommen, wie gedacht». Diese Bemerkung zeichnete ein zufällig eingeschaltetes Mikrofon am WEF in Davos auf. Wir erinnern uns: Vor dem Brexit überboten sich Ökonomen, unter ihnen auch solche der Bank of England, mit Schreckens­szenarien. Der britische Schatzkanzler schätzte, dass bis 2020 bis 800 000 Arbeitsplätze verlorengehen würden. Fast zwei Jahre nach der Abstimmung ist klar: Die britische Wirtschaft steht viel besser da, als erwartet. Andrew Lilico war einer der wenigen Ökonomen, die von Anfang an zur Besonnenheit mahnten. mehr...

 

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