Heavy Metal

Weil der Range Rover P400e mit Hybrid-Antrieb so leise ist, empfehlen wir laute Musik dazu.

Einen Range Rover zu fahren, war schon immer etwas Besonderes. Denn, folgende Behauptung: Das Auto, das man steuert, wirkt sich auf einen selbst aus, es verändert das eigene Verhalten. Wer etwas anderes behauptet, ist entweder nicht ganz ehrlich, oder es fehlt ihm an Empathie. Es macht einen Unterschied, ob man einen Mini Cooper S steuert oder einen Range Rover P400e.

Gerade der Range Rover P400e macht aus mir einen anderen Menschen. Die Briten kombinieren einen relativ bescheidenen Vierzylinder-Turbobenziner mit einem Elektroantrieb und einer Batterie, die – theoretisch – Strom für knapp fünfzig Kilometer emissionsfreie Fortbewegung speichern kann. Es wirkt ausserordentlich elegant, wenn das grosse SUV lautlos oder nur mit einem leichten Knirschen der Reifen vom Hof rollt. Erhaben sitzt man über dem Alltag, leicht schaukelnd gleitet das luftgefederte Schwergewicht über die Autobahn.

Der Antriebsstrang muss dabei das stolze Gewicht von 2,5 Tonnen in Bewegung versetzen, wobei Elektro- und Benzinmotor äusserst elegant ineinander verwoben wurden, so nahtlos wirken die Übergänge. Theoretisch ermöglicht die Batterie bis zu fünftzig Kilometer elektrische Reichweite, aber gerade im Stop-and-go-Verkehr der Stadt leert sie sich schneller, als einem lieb sein kann – die Masse des Autos wirkt sich hier deutlich aus. Die Vorteile des Hybridantriebs zeigen sich eher auf Mittel- und Langstrecken, mit einem Verbrauch von 7,6 Litern im Test schafft der Range Rover einen ziemlich beachtlichen Wert.

Absolute Gemütlichkeit

Sobald ich am Steuer des «Range» sitze, wie ihn seine zahlreichen Fans liebevoll rufen, in das weiche Leder gebettet, für das vermutlich eine halbe Herde britischer Rinder herhalten musste, sinkt mein Ruhepuls fast schlagartig. Nichts scheint mehr dringend zu sein, man glaubt hier drin alle Zeit der Welt zu haben, und wegen der Mischung aus absoluter Gemütlichkeit und grosszügigem Raumangebot wären selbst eine oder zwei Übernachtungen an Bord kein Problem. Zur luxuriösen Ausstattung gehört neben Sitzen mit Massagefunktion auch das eleganteste Bediensystem, das zurzeit erhältlich ist.

Damit ich vor lauter Ruhe und Entspanntheit am Steuer aufmerksam bleiben konnte, habe ich für den Range Rover die passende Musik gesucht. Fündig wurde ich in der Abteilung «Heavy Metal», die Musik der amerikanischen Band Disturbed ist der perfekte Kontrast zur Leder-und-Gemütlichkeit-Atmosphäre in dem Auto. Der Gitarrist Dan Donegan definiert die Musik seiner Band so: «Wir legen grossen Wert auf fette Riffs der alten Schule, gute Melodien, ‹Doublebass› und etwas Pathos.» Dies alles trifft im übertragenen Sinn auch auf den Range Rover zu. Wer noch nie etwas von Disturbed gehört hat, spielt am besten mal die Coverversion von Simon and Garfunkels «Sounds of Silence» ab: Die klingt so eindrücklich, wie der Range Rover fährt.

 

Range Rover P400e Autobiography
Leistung: 404 PS / 297 kW;
Hubraum: 1997 ccm;
Drehmoment: 640 Nm;
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h;
Verbrauch (EU-Norm): ab 3,1 l / 100 km;
Beschleunigung 0–100 km/h: 6,8 sec;
Preis: Fr. 156 700.–, Testauto: Fr. 164 120.–

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