Feuer und Flamme

Der Renault Megane R.S. fährt im Rennen der schnellen Kompakten vorne mit.

Rouge Flamme» heisst die Farbe, mit der mein Testwagen lackiert wurde. Und nicht nur wegen des kräftigen Rottons sieht der neue Renault Mégane R. S., in den ich gerade einsteige, nach viel Vergnügen aus. Die Front wirkt herausfordernd, die Insignien der Geschwindigkeit sind prominent unter der Renault-Raute im Frontgrill angebracht. Von hinten fallen die mittig zusammengefassten Endrohre auf, die trapezförmig eingerahmt sind. Die breite Radspur mit den prominent ausgestellten Hinterrädern und die sorgfältig modellierten Flanken vervollständigen das Erscheinungsbild, das Renault so beschreibt: «Wenn Design auf Performance trifft».

Die dritte Generation des Mégane R. S. will im sogenannten C-Segment der Kompaktfahrzeuge vorne mitfahren. Zu den Konkurrenten gehören der Golf GTI oder der Ford Focus RS. Es geht also darum, ein alltagstaugliches Auto mit nicht allzu grossem Motor sehr dynamisch abzustimmen. Das ist den Renault-Ingenieuren erfreulich gut gelungen. Der Motor hat zwar ein Volumen von bloss 1,8 Litern, dank Turboaufladung leistet er aber 280 PS und 390 Newtonmeter schon ab 2400 Umdrehungen. Das Aggregat ist uns bereits bestens bekannt aus dem Alpine A110 (Weltwoche Nr. 36/18). Im Mégane bringt es etwas mehr Leistung, muss aber auch mehr Gewicht bewegen.

Das fühlt sich dennoch sehr schnell an, und wenn man die Gänge über das sechsstufige Schaltgetriebe sauber sortiert, beschleunigt der rasende Franzose in bloss 5,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Auf Wunsch ist der Wagen übrigens auch mit einem Doppelkupplungsgetriebe (EDC) erhältlich, welches 1700 Franken Aufpreis kostet. Das sehr sportlich abgestimmte Fahrwerk verlangt dabei ziemlich viel Aufmerksamkeit des Fahrers. Vor allem bei tiefen Geschwindigkeiten und auf Strassen mit Ausbesserungspotenzial wirkt die Lenkung teilweise sehr unruhig, die Vorderräder scheinen ständig auf der Suche nach der richtigen Spur zu sein.

Die Unruhe legt sich, sobald man flott auf Landstrassen unterwegs ist, und auch bei Autobahngeschwindigkeit liegt der Renault satt auf der Strasse. Beim R. S. lenken die Hinterräder bis 60 km/h in entgegengesetzter Richtung zu den Vorderrädern mit, die Lenkung wirkt so in engen Kurven sehr direkt und kompensiert gewisse naturgegebene Nachteile des Frontantriebs. Ab 60 km/h lenken die Hinterräder parallel mit, was die Stabilität erhöht und die Suche nach der Ideallinie vereinfacht. Das ist für ein Fahrzeug in dieser Preisklasse schon ausserordentlich gut gemacht.

Und dann gibt es noch eine Reihe von Details, die positiv auffallen, wie das ordentlich aufgeräumte, aber funktionale Cockpit, die angenehmen Alcantara-Sportsitze (1800 Franken) und die trocken-heiseren Geräusche, welche die Auspuffanlage je nach Fahrsituation und -programm von sich gibt. Kurz, es gibt wenig auszusetzen an diesem französischen Sportwagen, der für ein breites Publikum zugänglich ist.

 

Renault Mégane R. S. 280
Leistung: 280 PS / 205 kW;
Hubraum: 1798 ccm;
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h;
Verbrauch (EU-Norm): 7,2 l / 100 km;
Beschleunigung 0–100 km/h: 5,8 sec;
Preis: Fr. 38 200.–, Testauto: Fr. 50 050.–

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