Sommer in Südengland (II)

Mit dem BMW M5 in Cornwall: Das «Land der Hecken» ist für Autofahrer eine interessante Herausforderung.

Die englische Landstrasse ist vermutlich weltweit einmalig und für einen Kontinentaleuropäer nicht einmal in erster Linie wegen des Linksverkehrs eine Herausforderung. In den grosszügig verbauten Verkehrskreiseln nach links einzufädeln und beim Abbiegen auf die andere Seite zu blicken, verinnerlicht man relativ schnell. Wenn sich aber die ohnehin schon schmalen Strassen noch weiter verengen und die Hecken auf beiden Seiten des Weges zu grünen Höhlen zusammenwachsen, ist höchste Konzentration gefordert.

Wir sind unterwegs von der Atlantikküste bei Newquay in Richtung englischer Kanal; der knapp zwei Meter breite BMW M5 füllt die Landstrasse schon ziemlich gut aus, als aus der Gegenrichtung zwei Transporter und ein moderner Mini auftauchen. Es dauert mehrere Minuten, bis die Autos aneinander vorbeimanövriert worden sind. Das ist eine typische Szene, die sich täglich mehrfach wiederholt, wenn man durch (Süd-)England fährt.

Manche Hecken sind gewölbeartig getrimmt und vermitteln den geheimnisvollen Zauber einer Landschaft, in der man sich fühlt, als würde man durch das märchenhaft-idyllische Auenland des britischen Autors J.R.R. Tolkien («Herr der Ringe») fahren. Wenn jetzt plötzlich aus einem der Gartentörchen, die in die englischen Hecken eingelassen sind, ein kleiner Hobbit mit spitzen Ohren und riesigen behaarten Füssen treten würde, wäre ich nicht einmal besonders überrascht.

Sicherheit beim Überholen

Der M5 ist hier natürlich masslos unterfordert, aber zur Qualität des Autos gehört eben, dass es auch für alltägliche Durchschnittsanforderungen gemacht ist. Denn die fast atemberaubende Längsbeschleunigung braucht man ja zugegebenermassen nicht am laufenden Band. Obwohl: Ich bin immer wieder froh über die Gewissheit, dass an den wenigen Stellen, an denen man überholen kann, ausreichend Kraftreserven zur Verfügung stehen, um den Vorgang zügig und sicher abzuschliessen.

Ein Druck auf die verführerisch rotlackierte Taste oberhalb des Lenkradzentrums – und der M5 schaltet später, Federung und Lenkung sowie Motoransprechverhalten werden sportlicher, und die knapp zwei Tonnen schwere Sportlimousine schiesst mit beeindruckender Vehemenz nach vorn. Auf die Taste kann man sein persönliches Setup programmieren, um gewissermassen auf Knopfdruck den Schafspelz abzuwerfen und den Wolf hervorzuholen. Denn: Sicherheit beim Überholen halte ich für einen nicht zu unterschätzenden Nutzen bei leistungsfähigen, alltagstauglichen Autos.

Am Ende der Englandreise habe ich genau 3841 Kilometer zurückgelegt, im Durchschnitt 10,8 Liter Super plus verbraucht und kann sagen, dass es – automobiltechnisch gesehen – sehr schöne Ferien waren.

 

BMW M5
Leistung: 600 PS/441 kW;
Hubraum: 4395 ccm;
Drehmoment: 750 Nm;
Verbrauch (EU-Norm): 10,7–10,8 l/100 km;
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h;
Beschleunigung 0–100 km/h: 3,4 sec;
Preis: Fr. 139 900.–, Testauto: Fr. 187 400.–

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