Sommer in Südengland (I)

Mit dem neuen BMW M5 von Zürich nach Cornwall und zurück. Eine Reise mit dem «Wolf im Schafspelz».

Ferien, zu denen man mit dem eigenen Auto hinfahren kann, ziehe ich allen anderen Reisevarianten vor. Nicht, dass ich etwas gegen Flug- oder Zugreisen hätte, aber dies ist schliesslich eine Autokolumne, nicht wahr? Und der Komfort, wenn man zu Hause seinen ganzen Krempel in den Kofferraum verfrachten kann, um ihn vor der Tür seines Ziels wieder auszuladen, scheint mir mit allen anderen Verkehrsmitteln nicht gegeben zu sein.

Dieses Jahr hatten wir uns einiges vorgenommen – lange Anreisestrecke, Autoverlad auf Schiff und Zug sowie erst noch einen Wechsel von Rechts- auf Linksverkehr. Der Weg nach Cornwall, dem fast schon mediterranen und etwas wilden Süden der britischen Insel, führt von Zürich über Calais. Dazwischen liegen rund 700 Kilometer französische Autobahnen, vermutlich die besten Europas. Die mautpflichtigen Strecken sind in einem hervorragenden Zustand, und weil die Abgaben so hoch sind, sind sie wohl auch nicht sehr dicht befahren.

Der neue BMW M5 gehört zur beliebten Kategorie der «Wölfe im Schafspelz». Wäre er etwas zurückhaltender als in diesem strahlenden, auffälligen Blau lackiert gewesen, man hätte ihm kaum angesehen, wozu er fähig ist. Klar, vier mattschwarze Endrohre und ein prominenter Diffusor am Heck sprechen die Sprache der Geschwindigkeit. Und wenn man den knallroten Startknopf drückt und die fröhlich röhrende Auspuff-Fanfare ertönt, steht spätestens dann unzweifelhaft fest, dass dies keine durchschnittliche Limousine ist.

Star des Weltkonzerns

Seit 1984 produziert BMW den M5, er ist ein zurückhaltender Star im breiten Fahrzeug-Portfolio des Weltkonzerns und hat – technisch gesehen – eine bewegte Geschichte hinter sich: Angetrieben wurde er schon von so unterschiedlichen Motoren wie einem Reihen-sechszylinder, einem V8-Saugmotor, einem hochdrehenden V10-Saugmotor und einem heutigen V8-Doppelturbomotor, der nun 600 PS und 750 Nm leistet. Die entscheidende Neuerung beim neuen M5 ist aber, dass erstmals alle vier Räder angetrieben werden. Und weil man bei der M GmbH trotzdem findet, dass sportliches Fahren am besten mit Heckantrieb funktioniert, kann der Fahrer eigene Entscheidungen treffen. Neben den Einstellungen für Lenkung, Motor und Dämpfung lässt sich nun auch der Antrieb in verschiedenen Stufen verschärfen – im Extremfall auf reinen Heckantrieb ohne Stabilitätsprogramm.

Mit ein paar Tasten drückt man den M5 also von der Familienlimousine, die sonor über die Autobahn brummt, zum Biest, das mit einer Mischung aus Explosivität und Stabilität von 120 km/h auf weit über 250 km/h beschleunigt (bis 305 km/h mit optionalen M Drivers Package). So, dass man nur noch staunend im Rückspiegel zusehen kann, wie die Welt hinter einem kleiner wird. Das habe ich natürlich nicht mit Familie und Gepäck ausprobiert, sondern in einem ruhigen Moment nach den Ferien auf der A96 Richtung München. Zum Teil mit Familie und Gepäck nächste Woche mehr.

 

BMW M5
Leistung: 600 PS/441 kW;
Hubraum: 4395 ccm;
Drehmoment: 750 Nm;
Verbrauch (EU-Norm): 10,7–10,8l /100 km;
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h;
Beschleunigung 0–100 km/h: 3,4 sec.;
Preis: Fr. 139 900.–, Testauto: Fr. 187 400.–

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