Da kommt was Grosses

Die Weltwoche fuhr exklusiv ein Vorserienmodell des neuen grossen SUV von BMW. Unterwegs im X7 durch South Carolina.

In South Carolina, so erklärt uns ein mit den Gegebenheiten vertrauter Mann, gebe es ein paar Regeln, an die man sich halten sollte. Alkohol unter 21 Jahren sei selbst im privaten Rahmen streng verpönt. Und: Im riesigen BMW-Werk in Spartanburg würden fast rund um die Uhr X-Modelle produziert. Aber am Sonntag dürfe es keinem einfallen, die Produktionsstrasse in Betrieb zu nehmen, dann gingen die Arbeiter zur Kirche. Und schliesslich sei das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit auf Highways kein Problem, solange man im Strom der Autos mitfahre.

Wir sind in den Süden der USA gereist, um eine Ahnung von einem kommenden Grossereignis zu erhalten. Im ersten Halbjahr 2019 bringt BMW mit dem X7 ein Maxi-SUV auf den Markt: eine Art 7er-Limousine, die in die Höhe gebaut wurde, ein luxuriöses Reisegefährt für bis zu sieben Personen und ein Auto schliesslich, das auch abseits der Strasse in unwegsamem Gelände problemlos vorwärtskommt. Natürlich wird das für die Mehrzahl der künftigen X7-Besitzer kein Kriterium sein, die Erfahrung zeigt, dass die wenigsten ihre geländetauglichen Fahrzeuge tatsächlich offroad steuern.

Auf den endlosen Landstrassen South Carolinas, auf den einem nur ab und zu eine donnernde Harley oder ein grollender Pick-up-Truck entgegenkommt, wird schnell klar, was der X7 kann: Mit Ruhe, Kraft und Komfort bringt er einen voran, vorbei an vielen Kirchen und gepflegten Rasenflächen in kleinen Ortschaften. Die neue Luftfederung, die mit variablen Stabilisatoren kombiniert ist, arbeitet mit beeindruckender Präzision. Bodenwellen werden schon im Ansatz ausbalanciert. In Kurven sorgen die optionale Wankstabilisierung sowie eine Allradlenkung dafür, dass der über fünf Meter lange und gegen 2,5 Tonnen schwere X7 sich so handlich fährt wie ein Kompaktauto.

Gegen Mittag herrscht bereits annähernd subtropisches Klima, und wir sind aufgefordert, herauszufinden, was der X7 kann, wenn der Untergrund nicht asphaltiert, sondern unbefestigt ist und so steil und rau, dass man den Weg kaum zu Fuss zurücklegen wollte. In einem Offroad-Park, wo die Rednecks nach 16 Uhr ihre Pick-ups quälen, macht auch der kommende grosse BMW eine ausgezeichnete Figur. Die Luftfederung verschafft dem Fahrzeug auf Knopfdruck vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit, der intelligente Allradantrieb und eine Bergabfahrkontrolle erledigen den Rest. Selbst wenn es etwas rumpelt, bewältigt der X7 auch diese Aufgabe problemlos.

Mit dem neuen X5, der im November 2018 lanciert wird, und dem X7 bringt BMW auch ein neues Innenraumkonzept mit zwei grossen TFT-Bildschirmen statt herkömmlicher Anzeigen und einer neugestalteten Mittelkonsole, auf der viele Funktionen über Soft-Touch-Bedienflächen angesteuert werden können.

Über Details wie Preise, Ausstattungen und Motorisierungen für den X7 schweigt sich der Autohersteller noch aus. Wahrscheinlich ist, dass es zum Start zwei Benzinmotoren gibt, den bewährten Reihen-Sechszylinder mit 340 PS und den doppelt aufgeladenen V8 mit rund 460 PS. Dazu kommen zwei Sechszylinder-Turbodiesel, in der stärksten Ausbaustufe wohl mit der BMW-Spezialität von vier Turboladern sowie um 400 PS / 720 Nm Leistung. Diese Angaben sind ohne Gewähr. Sicher ist nach ein paar hundert Testkilometern aber, dass der kommende X7 ein erstaunliches Fahrzeug wird – und ein grosses natürlich.

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Von Peter Hartmann
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