Offen für alle

Der Mazda MX-5 ist ein junger Klassiker und ein Beispiel dafür, wie man mit wenig Auto glücklich werden kann.

Einen MX-5, die Freundin auf dem Beifahrersitz und leichtes Gepäck – mehr braucht es nicht für ein gelungenes Wochenende.» Der Urheber dieses Zitats ist ein ehemaliger Arbeitskollege, mit dem ich vor zwanzig Jahren im gleichen Büro sass. Sein MX-5 bescherte dem jungen Kollegen so viel Glück, dass mir sein Spruch bis heute geblieben ist.

Und aus mir letztlich unerklärlichen Gründen dauerte es auch zwanzig Jahre, bis ich selber am Steuer des meistverkauften offenen Zweisitzers der Welt sitzen konnte, um etwas von dessen positiven Grundschwingungen mitzunehmen. Der MX-5, den Mazda 1989 auf den Markt brachte, habe eine Renaissance der Roadster ausgelöst, heisst es bei Wikipedia. Dabei griff der kleine Mazda ein klassisches Thema wieder auf, das legendäre Wagen wie den Triumph Spitfire oder den MG MGB geprägt hatten. Auf den MX-5 reagierte BMW mit dem Z3 oder Mercedes mit dem SLK. Aber trotz der ernsthaften Konkurrenz aus Deutschland bleibt das Modell aus Japan der moderne Pionier dieser zur Fröhlichkeit neigenden Fahrzeugkategorie.

Der MX-5, den Mazda in einer Kooperation als 124 Spider auch für Fiat baut, ist gerade so viel Auto, wie man braucht, um das Glück findet. Mittlerweile gibt es sogar ein Multimediasystem mit berührungsempfindlichem Bildschirm, aber nicht einmal das wäre nötig, zumal das Navigationssystem nicht immer den Gesetzen der Logik folgt. Die Qualität des MX-5 liegt in der Reduktion aufs Wesentliche: ein kräftiger Vierzylindermotor mit 160 PS, dazu Heckantrieb und eine knackige Handschaltung in einem Auto, das bloss rund 1200 Kilogramm schwer ist.

Klein, leicht, sportlich

Dass der MX-5 mittlerweile nicht nur als Cabriolet, sondern auch mit einem Stahlverdeck erhältlich ist, mögen Puristen kritisieren. Aber die hier getestete Konstruktion – eine Art Targa – sorgt für zusätzliche Steifigkeit und einen höheren Alltagsnutzen. Zudem ist die sogenannte Fastback-Variante besser gedämmt.

Ich brauchte jedenfalls nicht lange, um nachempfinden zu können, was damals den Kollegen so froh gemacht hat, wenn er morgens mit seinem MX-5 ins Büro oder ins Wochenende gefahren ist. Der Mazda sorgt schon beim ersten Gangwechsel für ein Lächeln auf dem Gesicht des Fahrers, wenn das Auto leichtfüssig und mit überraschend kernigem Klang loslegt. Das Fahrwerk ist so komfortabel wie nötig und gleichzeitig so sportlich wie möglich. Und weil das Auto klein und leicht ist, kommt das Gefühl von dynamischer Lässigkeit schnell auf. Damit geht Mazda auch einen anderen Weg als viele Hersteller von modernen, sportlichen Autos, deren hochintelligente Fahrwerksysteme mehr Codes benötigen als ein Langstreckenflugzeug.

Mazda hat den MX-5 im Lauf seiner Erfolgsgeschichte als Millionenseller stetig weiterentwickelt und trotzdem seine Grundwerte nicht verraten. Das neue Modell ist sogar noch kleiner und leichter als das vorhergehende, eine Seltenheit im Automobilbau. So bleibt es bei einem offenen Zweisitzer mit bodenständigem Charakter, der jederzeit ein gelungenes Wochenende garantiert.

 

Mazda MX-5 RF Skyactiv-G 160 MT Revolution Pack 3
Leistung: 160 PS / 118 kW, Hubraum: 1998 ccm;
Beschleunigung 0–100 km/h: 7,5 sec;
Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h;
Verbrauch 6,6 l / 100 km (EU-Norm);
Preis: Fr. 37 800.–, Testwagen: Fr. 42 700.–

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