Mallorca im Mini

Zweieinhalb Tage Sonne und Wind: eine lange Fahrt im offenen Cooper S und drei Tipps für lohnenswerte Zwischenstopps.

Kürzlich war ich auf Mallorca, die Hoch­saison hatte noch nicht richtig begonnen, Radfahrer und Golfspieler waren gegenüber den Bier- und Sangria-Konsumenten in der Überzahl, so sah es aus. Bei solchen Voraus­setzungen ist die Insel ein lohnenswertes Ziel. Ich war eingeladen, den neuen beziehungs­weise überarbeiteten Mini Cooper S zu testen.

Als BMW 1994 die Marke Mini übernahm, war der britische Kleinwagen nur noch für ganz treue Fans von Interesse. Mittlerweile ist Mini ein fast lehrbuchmässiges Beispiel für die Wiederbelebung einer Marke, die nicht nur für ein Auto steht, sondern vielmehr für ein Lebens­gefühl. Geschickt halten die Strategen bei BMW beziehungsweise Mini das Bild von der motorisierten Fortbewegung als Ausdruck eines ­individuellen Lebensgefühls aufrecht.

Der überarbeitete Mini hat jetzt Rücklichter im Union-Jack-Design, und wer will, kann sich die britische Flagge auch als Stickerei aufs Stoffverdeck nähen oder als buntbeleuchtete Intarsie an der Armatureneinlage auf der Beifahrerseite hinzufügen lassen. Unter dem Label «Mini Yours Customised» lassen sich nun auch Seitenblinker, die Lichtprojektion im Aussenspiegel und die Einstiegsleiste individuell herstellen.

Bei Mini kann man sich solche lausbubenhaften Spielereien erlauben, weil das Auto bei aller Aura der Lässigkeit ein gutgemachtes Fahrzeug ist. Schon der Verdeckmechanismus ist etwas Besonderes: Der Stoffdeckel lässt sich entweder wie ein Schiebedach nur über der Fahrerkabine öffnen oder faltet sich dann schnell und vollständig über dem Heck zusammen.

Zum Glück bin ich dem Rat meiner Frau ­gefolgt und habe Schutzcreme eingepackt, so konnte auch bei offenem Dach die strahlende Frühlingssonne der Gesichtshaut keinen Schaden zufügen. Im Mini Cabrio gibt es schliesslich einen «Always Open Timer», der die Zeit mit offenem Dach registriert. Ich hatte mir eine pittoreske Route zurechtgelegt, die während zweieinhalb Tagen über schöne Stras­sen und zu empfehlenswerten Zwischenstopps führte.

1. – «Schwaiger Xino’s», Palma de Mallorca. Der ehemalige deutsche Zwei-Sterne-Chef hat sich entschlossen, näher am Volk zu kochen. Das ­Restaurant auf dem Dach eines Shopping­centers mit Sicht auf das Olympiastadion ist ­eine stilvolle Oase der Ruhe, der in der Salz­kruste gebackene Steinbutt mit Beurre blanc schmeckt grandios.

2 – Aussichtspunkt Creueta, Pollença. Von der nördlichen Halbinsel Formentor geht es auf verschiedenen Wegen und halbbefestigten Strassen auf rund 200 Meter Höhe über Meer hinauf, was einem einen berauschenden Blick auf Landschaft und Wasser garantiert. Vogel­beobachter kommen ebenso gerne hier hinauf wie Radfahrer, weshalb eine umsichtige Fahrweise empfohlen ist.

3 – «Lucy Wang», Puerto Portals, Calvià. Im schicken Hafen im Nordwesten kommen Jacht-spotter auf ihre Kosten. Die Anlage liegt hinter einer Bezahlschranke, aber vier Stunden Parkzeit sind für Autofahrer kostenlos. Im «Lucy Wang» wird mit Aussicht auf den Hafen eine gutgemachte japanische Fusionsküche serviert: Empfehlenswert ist ­etwa das Lachs­tatar mit Avocado sowie der ­Kabeljau mit Miso.

 

Mini Cooper S Convertible
Leistung: 192 PS / 141 kW;
Hubraum: 1998 ccm.
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h;
Beschleunigung 0–100 km/h: 7,1s;
Verbrauch (EU-Norm): 6,4 l/100 km.
Preis: ab Fr. 36 600.–

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