Intern

Ein Jahr trennt Grossbritannien vom Brexit. Am Freitag, 29. März 2019, um 23 Uhr, verlässt das Land offiziell die EU. So steht es im ­Brexit-Gesetz der Regierung von Theresa May. Zwar gibt es noch immer Kräfte, die den Austritt abwenden wollen. Doch es sieht momentan so aus, als hätten sich die Zahlen gegen die remainers verschworen. Die vielprophezeite wirtschaftliche Katastrophe durch den Brexit will sich nicht einstellen. Im Gegenteil: Die Beschäftigung erreicht historische Höchststände, und erstmals seit vielen Jahren steigen die ­Reallöhne. Zwei Briten analysieren die Lage zwölf Monate vor dem D-Day: Spectator-Autor James Delingpole beleuchtet das Geschehen in einem persönlich gefärbten Erlebnisbericht, der ökonomische Chefdenker des Brexits, ­Patrick Minford, zeichnet eine rosige Zukunft Britan­niens ausserhalb der EU. mehr

 

Zehn Jahre lang operierte der mittlerweile 77-jährige Berner Chirurg Hermann Oberli auf den Salomon-Inseln, zeitweise als einziger ausgebildeter Chirurg für fast eine halbe Mil­lion Menschen auf 600 Inseln mit unvorstellbaren Distanzen. Das vermeintliche Südseeparadies offenbarte dem zupackenden Schweizer Arzt bald seine Schattenseiten: ­Armut, Korruption, Bürgerkriegswirren. Und viele nicht, falsch oder zu spät behandelte Patienten mit schlechtverheilten Frakturen und Unfallfolgen, mit hier unbekannten Infektionen sowie Schussverletzungen in Hülle und Fülle. mehr

 

Er würde sich als Liebhaber von Kunst bezeichnen, nicht unbedingt als Kenner, ganz sicher nicht der Moderne, weshalb Weltwoche-Reporter Matthias Matussek mit der Konzeptkünst­lerin Milo Moiré zunächst mal über Trump ­redete. Und versuchte, zu ignorieren, dass die Künstlerin ihm nackt gegenübersass. Aber ­natürlich drehte sich das Gespräch auch um Nacktheit, um #MeToo und am Schluss um die Frage, wer der grösste Künstler aller Zeiten sei. Milos Antwort: «Jeder, der uns lehrt, die Welt neu zu sehen.» Für sie ist es die Konzeptkünstlerin Marina Abramovic. Für Matussek: Michel­angelo und seine «Pietà». Milo wiegte den Kopf. Matussek legte nach: «Ein geniales Frühwerk – er war 23, als er die geschaffen hat!» Grosse Kunst und noch nicht mal nackt – wie reich ­allein der Faltenwurf im Marien­gewand ge­staltet ist! mehr

 

Erwin Sperisen war bereits in zweiter Instanz wegen zehnfachen Mordes zu lebenslänglich verurteilt worden, als Redaktor Alex Baur im Herbst 2015 nach Genf reiste, um den Fall aufgrund der Akten aufzuarbeiten. In einer mehrteiligen ­Serie deckte er zahlreiche haarsträubende ­Widersprüche auf. Zurzeit läuft in Genf die Neuauflage des Prozesses gegen den ehemaligen ­Polizeichef von Guatemala, der auf Geheiss des Bundesgerichtes nach fünf Jahren Unter­suchungshaft freigelassen wurde. mehr

 

Wie ist es, wenn man nach über fünfzig Jahren an die Stätte seiner Kindheit zurückkehrt und im Nebenhaus einzieht? Zar Simeon von Bulgarien schmunzelt: Das Jagdschlösschen sei schon immer bequemer gewesen als der grosse ­Vrana-Palast nebenan. Hier lebte er, als er 1944 mit sechs Jahren den Thron bestieg – bis ihn die Kommunisten ins Exil jagten. Weltwoche-­Redaktor Wolfgang Koydl besuchte den achtzigjährigen Ex-König und Ex-Premier daheim und sprach mit ihm über den Riss, der sich noch immer durch Europa zieht. Er traf auf einen ­abgeklärten Gesprächspartner, der über die ­eigenen Fehler sinnierte und über «die Korrekturen, die man eingesteckt hat». mehr

 

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Kommentare

Hans Georg Lips

24.04.2018|08:31 Uhr

Die WW wird immer mehr mainstream. Nur merken die das nicht einmal. Immer weniger Kommentare, immer noch flachere Artikel, die wahren Probleme der Schweizer nur noch sporadisch angefasst. In der WW erfährt man nicht, dass Dänemark nur noch 3000 Asylbewerber hat (vor her 21000), das unser Nachbar 78% weniger hat usw. Das Steuermalaise für Pensionierte (Gebühren, Abgaben etc. rauf, Pensionierte können aber ihr Einkommen nicht mehr anpassen), die masslose Staatsverschwendung, Korruption bei Post, AHV und Bahn. Wo ist der alte Biss?

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