Kategorie «Dream Car»

Das neue viertürige Mercedes-CLS-Coupé ist nach wie vor die schönste Möglichkeit, mit Stern unterwegs zu sein.

Ein Freund von mir pflegt einen betont stilbewussten Lebenswandel. Seine Kleidung ist nicht exorbitant teuer, aber ausgesucht, ­seinen Cappuccino bereitet er morgens mit ­einer Rocket-R58-Espressomaschine (Fest­wasseranschluss) zu, und er fuhr jahrelang ­einen alten Mercedes SL, bis er sich vor einigen Monaten ein Upgrade gegönnt hat: Jetzt fährt er einen Mercedes CLS 350 der ersten Gene­ration in Bordeauxrot.

Diese kleine Geschichte erzähle ich deshalb, weil sie das Auto, um das es hier geht, recht gut umschreibt: Das CLS-Coupé ist das Kraftfahrzeug für Leute, denen nicht nur wichtig ist, dass ein Auto sie von A nach B bringt, sondern auch in welcher Form. Solche Leute haben früher zum Beispiel Saab gefahren. Im Falle meines stilsicheren Freundes ist es so, dass Form sprichwörtlich vor Funktion kommt. Sein CLS 350 hat 272 PS, die das Auto über die Hinter­räder auf die Strasse bringt. Weil der Mann aber ein Haus in Maloja hat, ist das in harten Wintern nicht die beste Lösung. Das kümmert einen wie ihn nicht: Stimmt die Form, stimmt der Inhalt.

Kürzlich habe ich an der Pressevorstellung in Barcelona den neuen CLS gefahren, der nach dem Mercedes-Grundsatz der «sinnlichen Klarheit» gestaltet ist. Das Design hat sich seit dem ersten CLS zwar stark verändert, aber: Dies ist die schönste Möglichkeit, Mercedes zu fahren – elegante Dachlinie, schmale, fast ­sichelförmige Seitenfenster und ein markantes Heck.

Drei Motoren im Test

Falls man ein Haus in den Bergen hat, verfügt der neue CLS 450 4Matic jetzt nicht nur über Allradantrieb, sondern auch über ein Mild-­Hybrid-System im Zusammenspiel mit einem Reihensechszylinder-Benziner, der zu einer neuen Motorengeneration gehört. Damit bewegt man den CLS standesgemäss und relativ sparsam: Rund 8,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer sind für ein Allradfahrzeug dieser Grösse angemessen.

Der CLS ist mit demselben Motor, aber spürbar mehr Leistung auch noch als AMG 53 erhältlich. Dieser Antrieb mit 453 PS macht den ­Wagen sehr viel dynamischer, was für jemanden, der vor allem die Schönheit der Form sucht, aber gar nicht so wichtig ist. Eine gute Alternative ist deshalb der Dieselantrieb 400d 4Matic mit 370 PS, der in meinem Kurztest auf 6,8 Liter Durchschnittsverbrauch kam, was doch bemerkenswert wenig ist.

Der CLS ist ein Auto aus der Kategorie ­«Dream Car», wie man es bei Mercedes formuliert. Und dank seiner Aura der Ästhetik hält der Wagen, was die Werbung verspricht. Auch wenn beleuchtete Lüftungsdüsen mit wechselnden Lichtstimmungen keinen praktischen Nutzen haben, gilt: Die schönsten Dinge im Leben sind oft jene, die es gar nicht dringend braucht. Dazu gehören auch die Sitze, die ­einen sicher umfassen wie der sanfte, warme Händedruck eines Riesen und die einem auf Wunsch mit Druck und Wärme den Rücken massieren. Autofahren in dieser Form, das lehrt einen der neue CLS, ist nicht nur eine ­stilvolle, sondern auch eine höchst entspannte Form des Vorankommens.

Mercedes CLS 450 4Matic
Leistung: 270 + 16 kW (367 + 22 PS),
Hubraum: 2999 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h,
Beschleunigung 0–100 km/h: 4,8 S.,
Verbrauch (EU-Norm): 8,0–7,8 l/100 km,
Preis: Fr. 88 900.–

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