Intern

Das mediale Echo hallte nach dem Staats­besuch von EU-Kommissions-Präsident Jean-­Claude Juncker bei Bundespräsidentin Doris Leuthard genau so nach, wie es Bundesbern gewünscht hatte: Es herrschte ziemlich einhelliger Jubel über das deblockierende Tauwetter nach längerem Permafrost zwischen Brüssel und Bern. Dazu gab’s ein paar mehr oder weniger kritische Anmerkungen zur bedingungslosen 1,3-Milliarden-Franken-Zahlung an die EU. Doch wie genau steht es um die gegenseitigen Beziehungen? Was steckt hinter den beiderseits gewählten Worten? Wohin ­sollen die Verhandlungen führen? Antworten gibt unsere Titelgeschichte. Seite 18–23


Gilles Kepel ist einer von ihnen: Wenn der französische Soziologe, Arabist und Dschi­had-Forscher seine Schlüsse zieht, spitzt das Publikum die Ohren. Neuerdings tut dies auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der Kepel als persönlichen Berater beigezogen hat. Dessen Kunde ist erbaulich: Das Terrorrisiko in Europa sinke, die Gefahr eines Bürgerkriegs, vor der er jüngst noch gewarnt habe, sei gewichen. Urs Gehriger hat Kepel in Zürich getroffen. «Ich fühle mich wie neugeboren», sagte der Professor nach einer Tramfahrt durch Zürich. Es war der erste Tag seit anderthalb Jahren, dass sich der vom IS auf die ­Todesliste gesetzte Kepel ohne Personenschutz bewegen durfte. Seite 42


In den neunziger Jahren steckte die Schweizer Luxushotellerie, einst weltweit das Mass aller Dinge, hoffnungslos in der Krise. Es gab noch ein paar Ausnahmeerscheinungen, ­ansonsten herrschte tiefste Finsternis. Dann geschah das Unglaubliche: Schwerreiche ­Investoren gaben den Palästen den verlorenen Glanz zurück. Und eine neue Generation von exzellenten General Managern führte die Häuser wieder an die Weltspitze. Unser Autor Karl Wild, der die ­Szene kennt wie kaum ein anderer, beschreibt das Wunder. Und zeigt die zehn neuen Stars der Fünf-Sterne-Hotellerie. Seite 54–64


Ausgerechnet ein deutscher General als ­Retter der Juden in Palästina? Als Erich von Falkenhayn 1917 nach Jerusalem kam, um die Türken gegen die vordringenden Briten zu unterstützen, traf er die dortige jüdische ­Bevölkerung in grösster Unruhe: Der türkische Befehlshaber Cemal Pascha wollte sie auf Todesmärsche schicken, wie er es kurz zuvor mit den Armeniern getan hatte. Falkenhayn unterband einen solchen Völkermord. Christoph Mörgeli erzählt diese kaum bekannte Episode, der gerade vor dem Hintergrund der späteren deutschen Geschichte ein besonderer Stellenwert zukommt. Seite 68


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