Sommer mit Diesel (II)

Durchs schöne Südtirol mit dem Porsche Cayenne. Teil 2: Die ­alltäglichen Annehmlichkeiten des grossen Wagens.

Im ersten Teil des diesjährigen automobilen Sommerferienreports ging es hier um den Dieselmotor an und für sich, der zurzeit mit Reputationsproblemen kämpft, die er nicht verdient hat. Ich fuhr zwei Wochen lang mit einem Porsche Cayenne S Diesel durch die ­kurvigen Landstrassen Südtirols, über den Brenner oder auch einmal auf unbefestigten Stras­sen. Es geht im zweiten Teil also um das Fahren selbst.

Es waren schöne Tage; ich empfehle Südtirol wärmstens für Sommerferien in alpiner Umgebung. Aber es war auch schön, weil der Cayenne schlicht ein angenehmes Auto ist. Jedenfalls dann, wenn man Platz braucht für Menschen und ihre Habseligkeiten, wenn man Komfort und Übersicht schätzt sowie rustikalen Luxus.

Kreuzchen an den richtigen Stellen

Mit dem V8-Turbodiesel ist der doch recht umfangreiche Cayenne perfekt motorisiert: Schon bei 2000 Umdrehungen steht das mächtige Drehmoment von 850 Nm zur Verfügung, und die zehn bis elf Liter Treibstoffverbrauch in der Praxis sind für ein Auto und einen Motor von diesen Dimensionen vertretbar. Den Cayenne gibt es übrigens mit 100-Liter-Tank. Damit bin ich in die Ferien und wieder zurück gelangt und konnte Tankstellen grosszügig umfahren.

Wenn man einen Porsche bestellt, kann man an ganz vielen Stellen Kreuzchen machen, um zusätzliche technische Feinheiten zu ordern, die natürlich ihren Preis haben, aber auch ihre Vorteile. Zwei Kreuzchen sollte man unbedingt anbringen: für die aktive Luftfederung mit Niveau­regulierung und dem sogenannten Porsche Active Suspension Management (PASM). Wenn SUVs im Allgemeinen baubedingt dazu tendieren, sich in Kurven unangenehm auf die eine oder andere Seite zu neigen, verhindert das PASM dies weitgehend. Ausserdem ist die Luftfederung auf der Autobahn hochkomfortabel, und der Cayenne ist zudem im Gelände meist zu mehr fähig, als sich sein Fahrer traut.

Das zweite Kreuzchen sollte man beim Abstandsregeltempostat (PAS) machen. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass der Verkehr in nächster Zeit an Dichte abnehmen könnte. Der Abstandsautomat ist das beste Mittel dagegen: Er ist gleichzeitig Entspannungs- und Sicherheitsmassnahme. Wenn der vorausfahrende Wagen plötzlich verlangsamt, während man gerade den Radiosender wechselt, übernimmt das System zuverlässig die Vollbremsung.

Fazit: Das Porsche-SUV ist wie ein guter Kumpel, der (fast) alles mitmacht und der sich – bildlich ausgedrückt – nicht davor scheut, sich die Hände schmutzig zu machen. Mit soliden, herausnehmbaren und abwaschbaren Auflagen im Kofferraum sowie unter den Füssen der Passagiere wirkt das Edel-SUV, als hätte es Gummi­stiefel an. Es macht ihm nichts aus, wenn Fahrgäste in dreckigen Wanderschuhen zusteigen. Allein dafür muss man es einfach mögen.


Porsche Cayenne S Diesel Platinum
Leistung: 385 PS/283 kW, Hubraum: 4134 ccm, Höchstgeschwindigkeit: 252 km/h
Preis: Fr. 110400.–, Testwagen: 137580.–

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Kommentare

George Lips

19.08.2017|09:28 Uhr

Pech gehabt Hr. Schnapp.Diese Autos sind zum Teil hier mit einem Zulassungsstopp belegt. Ueberhaupt finde ich, dass bei Euch eindeutig deutsche Autos von diesen Betrügerfirmen im Vordergrund stehen. Deutsche Autos sind OUT, bis die Lügen geklärt und die Kunden entschädigt sind. Oder wollen Sie sich noch lange lächerlich machen? Und dazu die WW?

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