Intern

Liebe Leserin, lieber Leser

Diese Ausgabe ist ­eine besondere: Wir entführen Sie sanft in den Sommer – mit zwanzig ­Seiten Extra zu Italien und der italienischen ­Lebenskunst. Historiker Volker Reinhardt präsentiert die schönsten ­Orte unseres südlichen Nachbarn, bekannte wie unbekannte. Wir berichten über die Wunder der Mariengrotte im Wald Zaro auf ­Ischia, geben Stiltipps mit Pa­tricia Gucci und Enrico Cinzano und erkunden den Beitrag Italiens zur automobilen Zivilisa­tion. Peter Keller schreibt über das «Geschenk der Sinnlichkeit», das wir den Italienern verdanken. Bei ­allen Ewigkeitswerten sind sie immer auch für Überraschungen gut: in diesem Fall in der ­Politik, in der ­Silvio Berlusconi ein unerwartetes Comeback feiert. Seite 16–35

Roger de Weck ist abgetaucht. Sein Nachfolger Gilles Marchand, der im Oktober auf dem Generaldirektorenstuhl der SRG Platz nehmen wird, ist noch nicht wirklich aufgetaucht. Der studierte Soziologe, der via Ringier Romandie zum Westschweizer Fernsehen kam, ist jenseits des Röstigrabens eine bekannte Figur, in deutschsprachigen Landen aber ein unbeschriebenes Blatt. Der kantige Genfer Jour­nalist Pascal Décaillet, während siebzehn Jahren vielbeachtete Stimme bei ­Radio Suisse ­Romande und seit 2006 freischaffender Medienmann, kennt Marchand bestens. Für die Weltwoche hat er eine tiefenscharfe soziologische Studie zum künftigen starken Mann der SRG zu Papier gebracht. Man werde sich vor dem neuen Patron viel mehr hüten müssen als vor Roger de Weck, prognostiziert Décaillet. Seite 38


Nun wird man sie wieder feiern als Führerin der freien Welt, wenn sie die G-20-Welt zu Gast hat in Hamburg. Im Herbst ist ihre Wiederwahl so gut wie sicher: Angela Merkel, die ­Alternativlose, die Unvermeidliche, die Ewige. Wie hat sie das geschafft? Indem sie auf Prinzipien verzichte, schreibt Josef Schlarmann. Das frühere Mitglied im CDU-Vorstand hat Merkel aus nächster Nähe erlebt und ist einer ihrer unerbittlichsten Kritiker. Mit Deutschlands und Merkels Dominanz in Europa befasst sich der belgische Historiker David Engels. Seine These: Die Deutschen haben den Kontinent stets mit veralteten Ideologien in die Kata­strophe geführt. Auch diesmal? Seite 50


Seit vierzig Jahren besucht Ueli Frey jedes Jahr das Montreux Jazz Festival. Erst als Fan, dann als Fotograf und Journalist. Im Verlauf der Zeit lernte er Festivalgründer Claude Nobs und ­viele Musiker persönlich kennen. Er hat legendäre Konzerte erlebt, Abstürze und aus­ufernde Partys. Zurzeit ist das Festival am Genfersee wieder in vollem Gange. Ueli Frey präsentiert in einem zwölfseitigen Fotoessay exklusiv seine besten Bilder dieses weltweit einmaligen Musikanlasses. Seite 78–89


In eigener Sache: Der Stanford-Professor und Weltwoche-Autor Hans Ulrich Gumbrecht erhält den Ehrendoktortitel der Leuphana-Univer­sität Lüneburg. Er gelte als «einer der prägenden deutschsprachigen Intellektuellen der Jahr­tausendwende», heisst es in einer ­Mitteilung vom Dienstag. In dieser Ausgabe schreibt Gumbrecht darüber, ob man heute noch Geistes­wissenschaften studieren soll und, falls ja, was dabei zu beachten ist. Wir gratu­lieren dem ­inspirierenden Kollegen von Herzen! ­Seite 70


Ihre Weltwoche

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