Intern: Doppelnummer zum Jahresende

Als junger Korrespondent im libanesischen Bürgerkrieg (1975–1990) bewegte sich John Andrews geduckt zwischen den Fronten durch die Trümmer. Als ihnen die Gewehrkugeln um die Ohren pfiffen, sagte sein Kameramann: «John, wenn es mich erwischt, nimmst du meine Kamera, hier musst du zoomen, hier drückst du ab.» Mit viel Glück überlebte Andrews das Inferno von Beirut. Während dreissig Jahren berichtete er aus allen Ecken der Welt für den Economist. In seinem neusten Buch, «The World in Conflict», analysiert der Brite die Konflikte dieser Welt. Für die Welt­woche lässt Andrews Krisen und Schlüssel­momente des Jahres 2016 Revue passieren und benennt Gefahrenzonen, die uns im nächsten Jahr beschäftigen werden. Seite 36

 

Eine gutgelaunte Bundesrätin Doris Leuthard empfing Inlandchef Philipp Gut und Bundesredaktor Hubert Mooser in ihrem provisorischen Amtssitz an der Berner Kochergasse zum Gespräch. Die CVP-Magistratin ist in der Wintersession zur neuen Bundespräsidentin gewählt worden. Rücktrittswünschen, auch von Seiten der eigenen Partei, erteilt Leuthard eine Absage. Druck wirke bei ihr «kontraproduktiv». Kritische Fragen zur Energiewende oder zum Stauregime auf den Schweizer ­Strassen parierte die Vollblut- und Instinkt­politikerin mit einem entwaffnenden Lächeln. Am Schluss des Interviews erwähnte Leuthard, dass sie Guts Buch «Champagner mit Churchill» gelesen habe; von Persönlichkeiten wie dem britischen Kriegspremier könne man «immer etwas lernen». Seite 60

 

In eigener Sache: Mit dieser Ausgabe verabschieden wir uns von einigen Kolumnen, nicht aber von den Autorinnen und Autoren. Ganz herzlich danken wir unseren beiden heraus­ragenden Ökonomen Prof. Kurt Schiltknecht und Prof. Silvio Borner. Sie haben während der letzten Jahre abwechselnd ordnungspolitische Grundfragen unserer Gesellschaft und Fragen der Geldpolitik mit unbestech­licher ­Autorität behandelt. Beide gehören zu den angesehensten Exponenten des Fachs. Sie werden auch weiterhin für die Weltwoche schreiben, was eine grosse Ehre und Freude für uns ist. Ganz herzlichen Dank!

 

Ebenfalls danken möchten wir Mark van ­Huisseling und Beatrice Schlag für ihre brillanten Kolumnen. Wegen einer Heftumstrukturierung werden diese beiden hochgeschätzten und langjährigen Kollegen künftig als Autoren für die Weltwoche tätig sein. Ebenso wird Franziska Müller ihre Hochzeitskolumne aufgeben, um wieder vermehrt als Gesellschafts-­Autorin zu wirken. Unser Kolumnist und ­früherer Produktionschef David Schnapp ­konzentriert sich auf die Auto-Kolumne. ­Themen der Gastronomie werden verstärkt im Hauptheft behandelt. Es sind dazu auch Schwerpunkte geplant, über die rechtzeitig informiert wird.

 

In der ersten Ausgabe des neuen Jahrs werden wir Sie über neue Autoren und Kolumnen ­orientieren.

 

Eine traurige Meldung erreicht uns kurz vor Redaktionsschluss: Der Cartoonist Mix & Remix ist tot. Bis zum Ausbruch seiner Krebs­erkrankung Anfang dieses Jahres zeichnete der sympathische Lausanner die Cartoons im Editorial von Roger Köppel. Philippe Becquelin, wie Mix & Remix mit bürgerlichem Namen hiess, war nicht nur ein herausragender Zeichner, sondern auch ein liebenswürdiger, äusserst feinfühliger Mensch.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser: Die Redaktion dankt Ihnen herzlich für Ihr treues Interesse und wünscht Ihnen frohe Festtage! Die ­nächste Ausgabe erscheint am 5. Januar.

 

 

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Alex Baur, Redaktor

Kommentare

Markus Spycher

28.12.2016|10:06 Uhr

@R.G.Sauvain. Von wegen Essen im Auto: Ich habe unlängst in meiner Edelkarrosse auf der Beifahrerseite ein Schildchen mit der eingravierter Bitte aufmontiert, Mitfahrer sollen beim Hantieren mit dem Taschenmesser in den Kurven besondere Vorsicht walten lassen.

Markus Spycher

27.12.2016|22:27 Uhr

@Birnboym. Ihre Erläuterungen zum abgebildeten Krippenspiel auf dem Cover verdienen Respekt. Das 'Reproduktionsgefäss' im engeren Sinn ist zwar verhüllt, aber man sieht in einem (Kunst)werk ja bekanntlich immer das, was man sehen will, nicht wahr, Baruch? Das vom Holy Ghost erzeugte 'Produkt' erscheint als ein der Krippe entwachsenen, durchgestylten Messias, aber da fehlt auf dem Bild das schwesterliche, dito durch Neukombination von Erbsubstanz entstandene Frischfleisch. Die 3 Könige haben sich wohl aus dem Staube gemacht. Immerhin: Die güldene Umrahmung der Abbildung ist hier kein Stilbruch.

René G. Sauvain

22.12.2016|15:34 Uhr

Hr.Schnapp, freue mich auf Ihren ersten Beitrag Auto, in welchem Sie uns erklären, wie Sie sich mit 300 km über unsere Bergstrassen tasten, eine Knorrsuppe essen und nichts verschütten....ja und beinahe hätte ich vergessen zu erwähnen, und niemand am Steuer sitzt! Sollten Sie trotzdem verschütten, dann werden Sie uns ein Reinigungsmittel empfehlen, aber bitte nicht unter 500.-Fränkli, damit Sie Ihr Hochpreis Image wie bei der Gastronomie beibehalten können! NB SorrY, dass ich den Namen der Suppe erwähnt habe, wollte Sie als Doppelverdiener nicht schädigen!

Baruch Birnboym

22.12.2016|09:51 Uhr

Anstoss zum Nachdenken über die Welt: auf der Titelseite Trump mit scheinbar idealem 'Reproduktionsgefäss' samt Produkt. Auf der Rückseite: Federer. Warum wählen wir nicht den besten Tennisspieler/Sportler, bestimmen aber durch objektiven Wettbewerb/spielerische Auslese den (besten) Präsidenten? Was ist das Verhältnis des Erfolgs des Nachwuchses a) im Sport b) im Geschäft ? Glaubt jemand, eine von Federers Töchtern werde 20-fache Grand-Slam-Gewinnerin? Glaubt jemand, einer in der Dritten Generation der Immobilien-Trump werde das Vermögen deutlich steigern können?

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