Intern

Eine Woche ist vergangen seit der Wahl Donald J. Trumps zum 45. US-Präsidenten, und Amerikas Linke kann es immer noch kaum fassen. Noch schlimmer hat’s Europa erwischt. Der Spiegel proklamiert «Das Ende der Welt (wie wir sie kennen)». Nun, es gibt sie noch, die Welt, und sie dreht sich sogar noch etwas vergnügter als zuvor. Matthias Matussek nimmt Europas Meinungsführer und politische Klasse aufs Korn, die in einer Blase leben, wo Korrekturen durch die Wirklichkeit ausgeschlossen sind. Die schillerndste Figur in Trumps neuem Kabinett heisst Steve Bannon. Der neue Chefstratege sei ein Rassist, behaupten Medien. Ein Freund Bannons nimmt in der Weltwoche exklusiv Stellung. Und Urs Gehriger, der die Wahlnacht im Camp Trump in Manhattan aus der ersten Reihe erlebt hat, schildert die bemerkenswerte Metamorphose des Donald Trump vom Rabauken zum Edelmann. «Eine Art tektonische Plattenverschiebung tief in seinem Innern schien sich ­ereignet zu haben», so Gehriger, der bereits im Februar auf einen Sieg Trumps gewettet hatte. Den Gewinn setzt er nun für eine neue Wette ein und sagt voraus: «Es wird wieder Morgen in Amerika.» Seite 16–31


Die Wirtschaft muss kämpfen, aber eine junge Branche verzeichnet fantastische Wachstums­raten: die Sozialindustrie. Im Speckgürtel des Fürsorgestaats haben sich private Firmen eingenistet, die oft von ehemaligen Sozialarbeitern geführt werden und von den alten Verbindungen profitieren. Jenseits der klassischen Sozialhilfe umschwirrt ein Heer von Beratern und Therapeuten die «Klienten». Sie zeigen diesen, wie man einen Haushalt führt oder die Kinder erzieht. Sie helfen bei der Wohnungssuche oder vermitteln Plätze in Heimen und bei Pflege­familien. Für ihre Dienste lassen sie sich fürstlich entlohnen. Ein Anreiz zur Kostensenkung besteht nicht, schliesslich bezahlen die anderen. Philipp Gut hat Dutzende von Dossiers durchleuchtet. Seite 38


Der Weg nach Mossul, der irakischen Hochburg des Islamischen Staats (IS), ist gepflastert mit Sprengfallen und Autowracks von Selbstmord­attentätern. Auf dem Mittelstreifen der Autobahn, die nach Mossul führt, haben die Steinzeit-Dschihadisten Autoreifen verbrannt, um den Kampfpiloten der westlichen Koalition die Sicht zu vernebeln. Genützt hat es wenig, doch kommt die Grossoffensive von rund 50 000 Soldaten und Milizionären nur langsam voran. Kurt Pelda war unterwegs mit irakischen ­«Special Forces», schiitischen Milizionären und Hals­abschneidern sowie mit kurdischen ­Peschmerga und hat es bis zum Stadtrand von Mossul geschafft. Für ihn, der in Syrien immer in Deckung gehen musste, wenn Flugzeuge auftauchten, war es irritierend, den Himmel voller Drohnen und Kampfjets nicht als Bedrohung anzusehen. Seite 52


Als das Cabaret-Duo Divertimento vor eineinhalb Jahren zweimal hintereinander das Zürcher Hallenstadion füllte, dachte man, das sei das Höchste, was Schweizer Bühnenkünstler ­erreichen können. Weit gefehlt: Als vor einem Monat die ersten Karten für die neue Tournee in den Verkauf kamen, waren innert 30 Minuten alle 60 000 Tickets weg. Am Freitag ist Premiere. Können Manuel Burkart und Jonny Fischer die Erwartungen erfüllen? Rico Bandle hat die Vorstellung bereits gesehen. Seite 65



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