Intern

Die Wegbeschreibung von Professor Hans-­Ueli Vogt war denkbar einfach: «Sie finden mich in der Rechtsfakultät, gleich neben dem Büro von Kollege Daniel Jositsch.» Und diese Adresse kennt in Zürich fast jeder Journalist. Der eher unscheinbare und verhaltene Vogt dagegen, der seit letztem Herbst die SVP im ­Nationalrat vertritt, ging bislang weitgehend unter dem medialen Radar durch. Man sollte sich seinen Namen trotzdem merken: Vogt ist der Vater der Selbstbestimmungsinitiative, welche direkt auf die DNA unserer Verfassung zielt und das helvetische Establishment seit ­einem Jahr in Aufruhr versetzt. Vogt, der selbst von seinen Gegnern als brillanter Jurist gelobt wird, offenbart sich im Gespräch mit Welt­woche-Redaktor Alex Baur als umgänglicher, aber unerbittlicher Querdenker, der in kein Schema passt. Der Mann scheint für die Rolle des Aussenseiters prädestiniert – nicht zuletzt in seiner eigenen Partei. Zu den Kreisen, die sich durch die Selbstbestimmungsinitiative erheblich gestört fühlen, zählt der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse, der gar von einem Super-GAU für die international orientierten Unternehmen spricht. Dabei werden besonders schädliche Regulierungen oft ja gerade auf internationaler Ebene hervorgebracht, die dann als Völkerrecht die Firmen drangsalieren. Und Vogts Zürcher Kollege, der Europarechtler Matthias Oesch, weist darauf hin, dass die EU-Grundrechte-Charta noch ­etliche neue Regelungen in die Schweiz bringen könnte. Weiter erläutert der frühere ­Bundesrichter Martin Schubarth, warum die Selbstbestimmungsinitiative den Strassburger Richtern ­eine Chance zum Umdenken bietet. Christoph Mörgeli erinnert an den grossen Staatsrechtler Zaccaria Giacometti, der die ­Demokratie als Hüterin der Menschenrechte sah. Seite 14–21

In der Kleinstadt Le Locle im Neuenburger ­Jura – oder am Ende der Welt, wie man im benachbarten La Chaux-de-Fonds abschätzig sagt – ­fabrizieren grosse Uhrenmarken wie ­Ulysse Nardin, Tissot, Cartier, Audemars Piguet und so weiter edle Zeitmesser für den Weltmarkt. Le Locle ist die Wiege der Schweizer Uhrenindustrie, aber auch die letzte Bastion des Kommunismus in der Schweiz. Seit sechzehn Jahren hat hier der Parti ouvrier et populaire (POP), das welsche Pendant zur Partei der Arbeit (PdA), das Sagen. Bundeshausredaktor Hubert Mooser hat sich in der Kleinstadt umgesehen, die gegen ihr schlechtes Image als verlotternde Steuer­hölle kämpft und täglich von einer endlosen Grenzgängerkolonne überrollt wird. Seite 28


Wann haben Sie das letzte Mal zügellos gelacht, dergestalt, als würden Ihre Bauchmuskeln mit einem Stilett traktiert? Urs Gehriger geschah dies neulich in der Ardèche bei einem gemeinsamen Essen mit dem Schriftsteller Theodore Dalrymple. Dabei bietet die Kulturkritik des preisgekrönten Briten in keiner ­Weise Anlass zur Heiterkeit. «Der Untergang Europas» heisst sein neuestes Buch. Vulgär, geistig aus­gezehrt und besessen vom Zwang zur Selbstverwirklichung, torkle unsere Gesellschaft dem Abgrund zu, zu kraftlos, um den grossen Herausforderungen Migration und Islamisierung zu begegnen, prophezeit der ehemalige Gefängnis­psychiater mit amüsiert-beklemmendem Scharfsinn. Seite 42


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Kommentare

George Lips

18.08.2016|08:42 Uhr

Gute Schwerpunkte. In Jeder Ausgabe sollte die WW das Lügenkartell des BfM und des Grenzschutzes, sowie der gouvernementalen Presse ausleuchten und anprangern. Was da vernebelt wird. Wir arme Leser müssen jedesmal rechnen um zu wissen wieviele Asylanten Einschleicher und Passwegwerfer und IS Leute nun hier bleiben können. Es ist ein Skandal dass der Hämmerle aus Konstanz Wind macht. Die wurden von Merkel eingeladen und kommen zu uns. Der soll sie mit Bussen in Como abholen.

George Lips

18.08.2016|02:31 Uhr

Zum Titelbild: Ziemlich verunglückt.Besser und praxisnaher wäre de kleine rote Spatz unterdrückt von oben durch eine überfette Henne....Wir werden auf vielerlei Arten von der EU, deren Schurkenstaaten wie Frankreich, Deutschland, Italien und den Zulieferern von Kriminellen und Scheinasylanten ausgeplündert. Aber acuh von jenen "Schweizern" die dem Ausländer huldigen wie di8e Guzzellas, Schiessers und Konsorten. Von den Egoisten Karrer, Hess ganz zu schweigen.

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