Intern

In der EU ist der Milchmarkt nach Aufhebung der Produktionsquoten in eine Krise geraten, die Preise sind eingebrochen, was auch die Schweizer Milchbauern unter Druck bringt – als ob die Landwirtschaft nicht schon genug ­leiden würde. Weitherum ist Kritik an der Unterstützung der Bauern Mode geworden. Wirtschaftschef Beat Gygi und Christoph Mörgeli haben die Lage der Branche näher angeschaut und erstaunliche Stärken gefunden. Besonderer Dank für das Gelingen dieser Titelgeschichte gebührt SVP-Nationalrat und Vieh-Auktionator Andreas Aebi, der unserem Fotografen Hervé Le Cunff die Kontakte für seine Repor­tage vermittelt hat. Auf dem Cover abgebildet ist Bauernfamilie Burri aus Lyssach. Seite 16–21


In eines der gediegensten Häuser des Bregenzerwaldes, in den «Hirschen» in Schwarzenberg, lud die Progress Foundation zum Kollo­quium über die Frage, ob der Staat seine Bürger zum richtigen Leben erziehen soll und darf. Über den «libertären Paternalismus», der dies mit sanften Mitteln erreichen will, diskutierte eine international zusammengesetzte Expertenrunde, darunter auch Vertreter der Bundesverwaltung mit überraschend liberalen Grundsätzen und ein Professor einer Schweizer Universitätsklinik mit Rauchdrang und erhöhtem Body-Mass-Index. Bundeshaus-Redaktor Markus Schär, Nichtraucher mit überoptimalem BMI, genoss die hochstehenden Debatten – wenn er nicht eigenverantwortlich die Folgen der exquisiten Gastronomie trug. Seite 28


Nun hat Donald Trump die Nomination auf ­sicher. Kurz vor seinem 70. Geburtstag hat er die nötigen Delegiertenstimmen gesammelt und ist offizieller Kandidat der Republikaner fürs Weisse Haus. Mit perfektem Timing kommt die bislang erhellendste Biografie – «Die Wahrheit über Donald Trump» – in deutscher Übersetzung auf den Markt. Biograf ­Michael D’Antonio erklärt im Interview mit Urs Gehriger, wie sich Trump in den Strassen Manhattans seine rüde Sprache und bei den ­Militärkadetten sein aggressives Auftreten angeeignet hatte. Er schildert, wie ihn der Tod seines Bruders Fred stählte und wie ihm der Familienpfarrer Optimismus und Siegeswille einimpfte. Über das Selbstverständnis des Trump-Clans zitiert er Donald junior: «Wir glauben an die Rennpferd-Theorie. Eine gute Zucht produziert gute Qualität.» Seite 44


Eine Armada von Schiffen der EU kreuzt vor der libyschen Küste. Ihre Aufgabe ist es, die Schleuser und Menschenhändler zu bekämpfen. In Wirklichkeit wird aber nichts anderes als ein Fährdienst nach Sizilien angeboten. Die Schleuser quetschen Migranten in Schlauchboote, ­diese fahren aufs Meer – mit etwas Glück finden sie ein EU-Schiff, das sie gratis nach Italien bringt. Andernfalls ertrinken oder verdursten sie. Und dann ist da noch ein dreissigjähriger Oberleutnant der libyschen Küstenwache. Er hat eine kleine Mannschaft und ein Schlauchboot mit zwei Aussenbordmotoren. Der Mann rettet ebenfalls Menschenleben, aber er lässt die auf dem Meer aufgegriffenen Migranten zurück an die libysche Küste bringen. Dort landen sie im Gefängnis und werden in der Regel repatriiert. Hätte Abdelrahman Salem mehr Boote und ­eine bessere Ausrüstung, könnte er den Schleppern das Handwerk legen. Effizienter und ­kostengünstiger als die millionenteure EU-­Armada, die die Schlepper unfreiwillig unterstützt. Seite 50


Am 16. Juni startet die Art Basel, die wichtigste Kunstmesse der Welt. Aus diesem Anlass widmen wir zwölf Seiten dem aktuellen Kunst­geschehen. Wenn vom globalen Erfolg der Art ­Basel die Rede ist, fällt als Erstes der Name Sam Keller – obschon sich Keller schon vor zehn ­Jahren vom operativen Geschäft verabschiedet hat. Der Mann, der wie sonst niemand zum Gesicht des Booms auf dem Kunstmarkt geworden ist, leitet seither die Fondation Beyeler in Riehen und hat diese zum meistbesuchten Kunstmuseum der Schweiz gemacht. Kultur­redaktor Rico Bandle hat mit ihm über Kunst, Erfolg und Geld geredet. Weiter ­beschäftigen wir uns mit dem spektakulären Erweiterungsbau des San Francisco Museum of Modern Art, den Mechanismen im milliardenschweren Kunstgeschäft und der neuen Ausstellung im Basler Tinguely-Museum. Seite 54


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Alex Baur, Redaktor

Kommentare

George Lips

07.06.2016|08:54 Uhr

Herr Köppel, gestern wurden Sie genau so von Plasberg manipuliert, wie Sie es den Leuten vorwerfen. Sie hätten dem idiotischn türkischen Schnurri ruhig auch sagen können, keiner hier in Europa warte auf 80 Millionen kleine Erdogans. Man hat Sie mit billigen Mitteln erwischt und versucht die SVP auf die Ebene der AfD, des FN etc. herunterzubringen. Das ging daneben weil man Sie nicht erklären liess. Machen Sie eine WW in Deutschland.

Baruch Birnboym

05.06.2016|16:51 Uhr

Wieviele Elogen wird die WeWo publizieren zum Ableben von Cassius Clay? Der Cassius on clay stammt nicht aus Menorca, aber fast, und würde nie auf die Idee kommen, zum Islam zu konvertieren und sich selber den Grössten zu nennen. Sicher mehr als bisherige Abgesänge auf Federer. Ein Musterbeispiel an gewisser Art von Kraft haben wir letzten Samstag im anderen Final gesehen. Es würde ihr gut stehen, sich auf die Suche nach den wirklichen Hintergründe für die Outperformance dieser Gruppe zu begeben.

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