Mini cool

Mini ist ein Kunststück der Markenführung, und unter den Kombis hat der Clubman eine Sonderstellung.

Im Zusammenhang mit den Autos von Mini hört man oft den Einwand, die Fahrzeuge seien ja gar nicht so mini. Diesem Einwand liegt ein entscheidendes Missverständnis zugrunde: Mini ist keine Grössenbezeichnung, es ist eine Marke – und eigentlich sogar das Kunststück einer Marke. Die BMW Group, ­Eigentümerin von Mini, hat sie nicht nur vor dem sicheren Untergang gerettet, sondern gar zu etwas Grossem gemacht. Mir sind einige Leute persönlich bekannt, für die der Mini das Traumauto ist. Dazu gehören elegante Frauen, urbane Hipster mit Salafistenbart und junge Familienväter, die einen Cooper mit Union Jack auf dem Dach fahren.

Die Marke Mini ist heute ziemlich vielfältig, vom handlichen, schnellen Coupé bis zum etwas adipös wirkenden robusten Fünftürer bietet sie für fast alle Bedürfnisse das, was man den Mini-Lifestyle nennen könnte. Ein Mini hat immer eine gewisse Coolness, und er hat Humor. Wenn man zum Beispiel den Schalter für den «Driving Mode» auf «Sport» stellt, blinken die farbigen LEDs um das zentrale Display fröhlich, und die Anzeige zeigt einen Mini mit Gedankenblasen, in denen eine ­Rakete und ein Gokart zu sehen sind. «Maximales Gokart-Feeling» verspricht die Anzeige zudem, und auch wenn das leicht übertrieben klingt, ist es diese fröhliche Verspieltheit, welche die Minis von anderen Autos abhebt.

Der neue Clubman ist zum Glück nicht mehr als dreitüriger Kombi konzipiert – was ihn bisher zu einem eher unpraktischen ­Exoten gemacht hatte –, sondern es gibt nun fünf beziehungsweise sogar sechs Türen. Das Heck öffnet sich wie ein Schrank («Split Doors»), was auch nicht immer ganz praktisch ist, da diese Lösung mehr Platz braucht als ein klassischer Kofferraumdeckel, aber es ist halt: cool.

Kürzlich fuhr ich mit dem neuen Mini Clubman ALL4 vom Norden in den Süden der Schweiz. Das gab die Möglichkeit, den Kombi unter den Minis unter allen Bedingungen zu testen, die es so gibt. Vom Handling-Parcours auf sehr glatter Fahrbahn im Event-Center Seelisberg über Landstrassen- und Autobahnfahrten bis zum kurvenreichen Alpenpass (Lukmanier) war das ein abwechslungsreiches Programm. Mit Allradantrieb, Turbodieselmotor (Verbrauch 5 bis 6 Liter) und Schalt­automatik sowie diversen, meist kostenpflichtigen Optionen ist der Clubman ein kom-fortables Auto.

Ob man mit dem Mini auf glatter Piste um die Kurve driftet – was mit Allrad und dem stufenweise abschaltbaren Stabilitätsprogramm übrigens viel besser klappt als mit dem Vorderradantrieb in den meisten Minis – oder eine Langstrecke zurücklegt: Der Clubman kann ­eigentlich alles, was ein modernes, kompaktes Auto können muss, aber er fühlt sich dabei noch etwas lässiger an.



Mini Cooper SD Clubman ALL4 

Leistung: 190 PS/140 kW, Hubraum: 1995 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 222 km/h
Preis: Fr. 41 500.–

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