Intern

Unser Nachbar Frankreich ist krank. So krank, dass er für ganz Europa zur Hypothek wird. Dies ist der Befund des ehemaligen Staats­dieners und liberalen Wirtschaftshistorikers Nicolas Baverez über sein Land. Seit zwei Jahrzehnten dokumentiert er in beis­senden, mit Zahlen und Statistiken unterfütterten Analysen den Zerfall Frankreichs. Nun warnt er in seinem neusten Buch «Danser sur un volcan» («Tanz auf dem Vulkan») eindringlich: Wenn Frankreich nicht die Kraft zu Reformen aufbringe, drohe der «Grande Nation» eine Revolution. Urs Gehriger hat Baverez im noblen 8. Pariser Arrondis­sement besucht. Seite 52


Ernstfall in Nigeria: Der Schweizer Botschafter in Abuja hat eine kleine Krise ausgelöst. Nachdem die nigerianische Presse berichtet hatte, Eric Mayoraz wolle seinen brasilianischen Partner in den Ehegatten-Klub der Missionschefs aufnehmen lassen, liefen die Drähte zwischen Bern und Abuja offenbar heiss. Didier Burkhalters Aussendepartement muss sich kritische Fragen gefallen lassen: Ist es der Weisheit letzter Schluss, einen schwulen Botschafter in ein Land zu schicken, in dem Homosexualität unter Strafe steht? Nimmt man bei der Besetzung von Aussenposten Rücksicht auf lokale Sitten und Gesetze? Was sagt die Nigeria-Affäre über den Zustand der Schweizer Diplomatie aus? Philipp Gut und Christoph Mörgeli haben mit erfahrenen Diplomaten gesprochen. Die Ab­bildung zeigt unser geplantes Cover, das wir wegen der Aktualität um Simonetta Somma­rugas Asyl-Notfallkonzept kurzfristig aus­gewechselt haben. Seite 30


Wenn seeuntaugliche Schlepper-Boote im Mittelmeer versinken, lassen politische Absichts­erklärungen nicht lange auf sich warten: Man müsse nun endlich die Schleuser wirksam bekämpfen. Nach einer vierwöchigen Reise quer durch Libyen, das Sprungbrett nach Europa, wurde unserem Reporter Kurt Pelda indes eines klar: Die offizielle Politik verschlimmert die Misere. Mit der Marineoperation Sophia wird die EU zur grössten Schlepper-Organisation. Ihre Schiffe nehmen die Migranten ausserhalb der libyschen Territorialgewässer in einer Art Fährdienst auf. Die Attraktivität der Migra­tionsroute wird massiv gesteigert. Die verbleibende Strecke nach Süditalien, die auf Kosten der europäischen Steuerzahler zurückgelegt wird, macht 80 Prozent des Seewegs aus, den die Migranten bis in die EU zurücklegen müssen – die Schleuser in Libyen lachen sich ins Fäustchen. Inlandredaktor Alex Reichmuth nimmt in unserer Titelgeschichte das Notfallkonzept von Bund, Kantonen und Gemeinden unter die Lupe, Auslandredaktor Wolfgang Koydl wiederum zeigt, wie die umliegenden Länder mit der Asylkrise umgehen. Seite 18–23


Die Belebung des Casinotheaters Winterthur ist die grosse Lebensleistung von Komiker Viktor Giacobbo. Das Haus, das fast ohne Subventionen auskommt, ist in wenigen Jahren zum ­Epizentrum des Schweizer Humors geworden. Anlässlich seines angekündigten Rücktritts vom Fernsehen hat Kulturredaktor Rico Bandle Giacobbo im Theater zum grossen Gespräch ­getroffen und erfahren: Seine erste Showeinlage in dem Haus hat Giacobbo als langhaariger Linksaktivist gegeben: Bei der Aushebung ­spielte er eine Frühform seiner Figur Fredi Hinz – und kam damit vom Militär weg. Seite 62

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Kommentare

Bruno Mair

22.04.2016|22:19 Uhr

Humor ist, wenn man lachen kann. Die grosse Mehrheit der Schweiz hat über Harry Hasler gelacht. Eine Kultfigur über die man heute noch spricht! Schade Herr Lips, dass sie nicht lachen konnten. Ich lache noch heute darüber! Lachen ist übrigens gesund und hält einem lange am Leben...

Markus Spycher

21.04.2016|09:45 Uhr

>> "Bei der Aushebung ­spielte er eine Frühform seiner Figur Fredi Hinz – und kam damit vom Militär weg." In den 1960er Jahren kam es in der Swiss Army oft vor, das die von den Vorgesetzten als geeignet angesehenen Rekruten zum Weitermachen gezwungen werden mussten. Ich kehrte in dieser Situation als Rekrut in einem Sportlerzug den Marxisten hervor und kam so davon. Heute würde ich anders entscheiden, obschon ich auch heute noch gelegentlich den Eindruck habe, wir hätten bloss eine Operettenarmee.

George Lips

20.04.2016|19:15 Uhr

Giacobbo!Also ehrlich, der Mann hat mich noch nie zum Lachen gebracht. Und schlimm ist, dass sein Mitarbeite,"der Dicke",immer noch alles ab Blatt liest, die "Witze"!

George Lips

20.04.2016|19:12 Uhr

Unser Nachbar....aber er erpresst uns auf vielfältige Weise. Das könnte ein "ertragreiches"Thema sein für die WW.Einmal allen Nachbarn objektiv mitteilen, was uns an ihnen stört. Da ist so vieles für F. zusagen. UBS Erpressung, falsches Spiel mit Bankdaten, die Auswirkungen der miesen F-Politik auf die Schweiz, die nach dem kaptten F. ausgerichteten Romands, die Erpressungen im Zusammenhang mit Frontalies (KV,Steuern)die Mätzchen beim Flughafen Basel und und und

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