Pardini, Rime, ­Schneider-Ammann, ­Remund, Mengisen, Neff, Springman, Maurer, Buhrow, Marmor, Matter, Chávez, Lord Blackwell, Bamford, Juncker

Im Frühjahr verfiel die Wirtschaftskommis­sion des Nationalrates auf die Idee, die schweize­rische Exportrisikoversicherung zu kapern, um der währungsgebeutelten Industrie zur Hilfe zu eilen. Den Vorstoss trieben SP-Mann Corrado Pardini und sein SVP-Kommissionskollege Jean-François Rime gemeinsam voran. In der Plenumsdebatte signalisierte ­Johann Schneider-Ammann (FDP) Zustimmung. Trotzdem verwarf das Parlament den Vorstoss mit 105:64 Stimmen. Schneider-Ammanns Staatssekretariat wurde dennoch aktiv. Kürzlich lud es die Spitzenverbände zu einem ­Gespräch ein. Traktandum: Die Exportrisikoversicherung als Instrument für die Währungsabsicherung der Industrie. Ein Nein des Par­laments ist für Schneider-Ammann offenbar nur ein verkapptes Ja. (fsc)

«Sport ist eine männerdominierte Angelegenheit», weiss Matthias Remund, der Direktor des Bundesamtes für Sport (Baspo). Ob bei den Aktiven oder den Funktionären, überall seien Männer in der Überzahl. Und: «Sport­anlässe mit Männern haben die grössere Medienpräsenz.» Um das zu ändern, lädt das Baspo zum Magglingertag mit dem Thema «Frauen im Sport». Das Hauptreferat hält ein Mann, der stellvertretende Baspo-Direktor Walter Mengisen, zu dem sich bei Google Books der Vermerk findet: «Mengisen verfasste eine ­Arbeit zum Thema Staat und Sport, die aber nur als unveröffentlichtes Manuskript bei ihm vorzufinden ist.» Danach dürfen Frauen wie die Mountainbikerin Jolanda Neff oder die ETH-Rektorin, Ex-Triathletin und Professorin Sarah Springman «ihre Forderungen an den Sport formulieren». Und schliesslich soll ein männerdominiertes Podium über Staat, Sport und Frauen diskutieren, auch mit Bundesrat Ueli Maurer (SVP). Sein Beitrag könnte sich ­darauf beschränken, einen Satz aus dem SVP-Programm zu rezitieren: «Die SVP wehrt sich gegen Gleichmacherei und setzt auf das ­eigenverantwortliche partnerschaftliche Engagement von Mann und Frau in Familie, Gesellschaft, Beruf und Politik.» (sär)

In der ARD beantworteten neulich die beiden Intendanten Tom Buhrow und Lutz Marmor Zuschauerfragen zu ihrer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt. «Perfekt sind wir nicht, aber eigentlich finden wir uns ganz in Ordnung», fasste Die Welt die Attitüde der beiden Fernsehmacher zusammen. «Das Geld ist bei uns knapp», klagte der eine in die Kamera – obwohl die ARD mit Jahreseinnahmen von über sechs Milliarden Euro das weltgrösste Medienunternehmen ist. Ob es ähnlich herauskommt, wenn sich SRF-Direktor Ruedi Matter am 11. November in der neuen Sendung «Hallo SRF!», deren Titel irgendwie an das Fernseh­format «Aló Presidente» des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez Frías erinnert, «live dem Publikum stellt»? (fsc)

Die Lloyds Banking Group gehört zu den fünf wichtigsten Finanzinstituten im Vereinigten Königreich. Vergangene Woche sagte ihr Präsident, Lord Blackwell, im britischen Oberhaus, ein Verbleib des Landes ohne «massgebliche Änderungen an den Verträgen» betrachte er als «nicht nachhaltig». Wenn die Gemeinschaftswährung Euro überleben wolle, brauche es eine engere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit, was für Grossbritannien keine Op­tion sei. Ins gleiche Horn stiess Anthony Bamford, der Chef des Bau- und Landmaschinen-herstellers JCB. In den siebziger Jahren sei die EU-Mitgliedschaft ihren Preis wert gewesen, heute sei das nicht mehr der Fall. (fsc)

Am Dienstag war «Weltstatistiktag». In der Schweiz sei die «Nachfrage nach Statistikdaten seit Jahren sehr hoch», verkündete das Bundesamt für Statistik in einem Communiqué. Ein hoher Bedarf fällt auch im Haus von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an. ­Allerdings offenbar nur nach solchen, die politisch genehm sind: Wie zwei Forscher der renommierten Max-Planck-Gesellschaft in ­einer minuziösen Studie nachweisen, trickst die EU-Kommission bei den «Eurobarometer»-Umfragen, um das europäische Einigungsprojekt strahlender darzustellen, als es die Be­völkerung tatsächlich wahrnimmt. Das Urteil der Forscher: Seit Jahren würden die Befragten mit «überkomplizierten, hypothetischen und wissensinadäquaten Fragen» überfordert und durch die «Vorgabe einseitig gepolter Antwortkategorien, Suggestivfragen, Kontexteffekte» zu Fans der EU-Kommission umgedeutet. Zum Arsenal gehört zudem «die strategische Entfernung von Fragen, die in früheren Befragungswellen zu unerwünschten Ergebnissen führten». So schön kann Statistik sein. (fsc)

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Alex Baur, Redaktor

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