Im Gehirn der Terroristen

Der Ex-Terrorist Peter-Jürgen Boock über islamische Gotteskrieger, die schwierigsten Momente bei einem Terroranschlag und die Gefühle der Attentäter, wenn sie eine Geisel rschiessen

Weltwoche: Herr Boock, Sie waren der technische Kopf der Roten-Armee-Fraktion (RAF). Nötigt Ihnen der Angriff auf das World Trade Center Respekt ab?

Peter-Jürgen Boock: Nein. Für so einen brutalen Akt an Wehrlosen ist wenig Reflexion, wenig kritische Auseinandersetzung notwendig.



Haben Sie sich jemals überlegt, einen Terroranschlag dieser Dimension durchzuführen?

Nie. Es gab viele Dinge, die wir angerichtet haben, aber so etwas überhaupt in Erwägung zu ziehen, lag völlig ausserhalb unserer politischen Koordinaten.



Manche sehen in dem Massaker eine diabolische Meisterleistung.

Die Attentäter haben alle öffentlich zugäng-lichen Möglichkeiten ausgeschöpft. Nehmen wir die Ausbildung: Warum sollten sie sich auf einem ausrangierten Militärflughafen irgendwo in der Dritten Welt schulen lassen, wenn es kommerzielle Fliegerschulen in Amerika gibt? Dass diese Möglichkeiten jedermann zur Verfügung stehen, zeigt die Verwundbarkeit unserer Gesellschaft.



Erschreckt es Sie, wie wenig es braucht, um solche Massaker anzurichten?

Ich war mir dessen immer bewusst. Eine der wesentlichen Erfahrungen aus meiner Zeit als Terrorist ist, dass Terroranschläge mit beinahe allen Mitteln und unter beinahe allen Umständen möglich sind. Das Attentat ist, sobald man seiner Fantasie freien Lauf lässt, die einfachste Form, anderen Leid zuzufügen.



Sie waren an der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer 1977 beteiligt. Wie beurteilen Sie den logistischen Aufwand dieser Operation im Vergleich mit den jüngsten Terrorakten?

Das lässt sich kaum vergleichen. Bei einer herkömmlichen Entführung muss man den Entführten für eine lange, nicht vorhersehbare Zeit unterbringen können. Die Kommunikation und vieles mehr muss gewährleistet sein. Die Attentäter in Amerika haben über Kontinente hinweg und sehr flexibel agiert.



Was ging in Ihnen bei einem Terroranschlag vor? Hatten Sie Angst, weil in jedem Moment etwas schief gehen kann?

Genau das darf nicht geschehen. Wenn man ständig unter dem Druck lebt, gleich könnte es vorbei sein, hält man ein, zwei, vielleicht drei Tage durch. Aber dann ist man seelisch und nervlich am Ende. Man muss mit der Gewissheit in die Sache hineingehen, sie zu Ende zu bringen.



Wie haben Sie sich auf solche seelischen Extremzustände vorbereitet?

Da wächst man hinein. Man kann nicht einfach sagen: Ich mach das jetzt, ich halt das schon aus. Dann geht es bestimmt schief. Man gewinnt Gewissheit durch den Zusammenhalt in der Gruppe, durch gleiche politische Ziele, durch die Nähe zu den Leuten, die man befreien will. Gerade Letzteres hat bei der RAF immer eine grosse Rolle gespielt. Zusammen ergibt das die innere Rüstung, die man braucht, um mit solchen Situationen zurechtzukommen.



Hatten Sie während einer Terroraktion nie Momente des Zweifels?

Man kann keinen Zweifel in den eigenen Reihen dulden, weil man sofort die anderen Mitglieder der Gruppe anstecken würde. Natürlich ist in jedem latent die Angst da, und es bedarf nur eines Weckers. Um das zu vermeiden, wurden Zweifel unterbunden. Es war tabu, darüber zu reden.



Was passierte, wenn sich jemand nicht daran hielt?

Bei der Schleyer-Aktion gab es Willy-Peter Stoll. Er verkraftete die Entführung nicht und setzte sich während der Aktion ab. Als er von der Polizei aufgegriffen wurde, kam es zu einer Schiesserei, bei der er starb. Er hätte diese Situation vermeiden können, aber er wählte bewusst diesen Weg. Letztlich war es Selbstmord.



Hätten Sie einen Abtrünnigen aus Sicherheitsgründen ausgeschaltet?

Wir hätten versucht, ihn zur Umkehr zu überzeugen. Aber wir hätten ihn nicht getötet.



Was ist der schwierigste Moment bei einer Terroraktion, beispielsweise bei einer Entführung?

Für mich war es immer der Beginn. Ich weiss, jetzt gehe ich auf diese Kreuzung zu, es können gleich Schüsse fallen. In diesem Moment ist man bis in die letzte Haarwurzel adrenalingeladen. Man kann dieses Gefühl kaum beschreiben, und wer es nicht kennt, wird es kaum verstehen. Es gibt diese paradoxe Bewusstseinserweiterung: Einerseits konzentriert man sich nur noch auf diesen einen Moment. Andererseits nimmt man während der Aktion jedes Detail wahr.



Das klingt so, als ob man sich in einen Rausch versetzt.

Ja, dieses Gefühl kann süchtig machen.



Wie schützt man sich als Entführer davor, Sympathien für die Opfer zu entwickeln?

Davor kann man sich nicht schützen. Bei der Schleyer-Entführung mussten wir Bewacher auswechseln, weil sie mit Herrn Schleyer zu vertraut wurden. Man kann nur ein wachsames Auge haben und im Vorfeld Regularien einbauen.



Sie haben ein halbes Jahr lang ein spezielles Training für Flugzeugentführungen absolviert. Was haben Sie in dem Ausbildungslager gelernt?

Wir durchliefen unter anderem eine psychologische Schulung, in der uns beigebracht wurde, eine grössere Menge von Menschen in einem Zustand permanenter Unsicherheit und Abhängigkeit zu halten. Im Wesentlichen geht es darum, die Geiseln emotional in der Schwebe zu halten: Man gibt nach, wenn sie es am allerwenigsten erwarten, und bleibt hart, wenn sie auf Freundlichkeit hoffen. Dieser Mix aus Terror und Zugeständnissen soll helfen, das Stockholm-Syndrom zu vermeiden. Damit bezeichnet man die ungewollte Sympathie zwischen Tätern und Opfern.



Die Ausbildung, von der Sie sprachen, fand 1975 im Jemen statt. Wie man heute weiss, traf sich dort eine Art Internationale des Terrorismus.

In dem Lager waren Deutsche, Holländer, Iren, Palästinenser, zwei aus Surinam, und am Ende kam noch eine Gruppe von Volksmudschahedin aus dem Iran hinzu. Diese blieben zu allen auf Distanz, auch zu den Palästinensern. Diese Gruppierung war neu, und eine der Schwierigkeiten bestand darin, mit ihnen ein vernünftiges militärisches Training durchzuführen. Mit ihren Wallawalla-Gewändern konnten sie sich kaum bewegen. Wir mussten sie zuerst mal überreden, Sporthosen anzuziehen.



Die Gotteskrieger waren auch unter den islamischen Glaubensgenossen isoliert?

Ja. Unter den Palästinensern, die einen marxistisch-leninistischen Kurs verfolgten, kur-
sierte gar der Witz: Welchen Gräbern sind die wohl entstiegen? Die kommen ja aus dem Mittelalter.



Wurden Sie in dem Camp ernst genommen, oder hat man Sie als Wohlstandsbürger verlacht, der mal eben ein bisschen Terrorist spielen will?

Im Gegenteil, wir galten dort als intellektuelle Elite. Man nannte uns die Made im Hirn, während sich die andern als Stachel im Schwanz des Drachen bezeichneten.



Wurden Sie auch geschult, Selbstmord-Attentate durchzuführen?

Nein. Niemand, der dort ausgebildet wurde, wollte Selbstmord begehen, auch die Palästinenser nicht. Wir wollten Ziele erreichen: Flugzeuge entführen, Gefangene befreien, Geld beschaffen, Geiseln nehmen. Dass wir dabei unser Leben verlieren könnten, wusste jeder. Aber es war nicht unsere Absicht.



Wer hat Sie auf Flugzeugentführungen vorbereitet?

Das waren Militärs.



Hat man Ihnen beigebracht, Geiseln zu erschiessen?

Bei allen bisherigen Flugzeugentführungen ging es vor allem darum, sich ohne den Einsatz von Schusswaffen durchzusetzen, weil jeder unkontrollierte Schuss eine Katastrophe auslösen kann. Deshalb war die körperliche Fitness wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Wir lernten aber auch, kompromisslos zu intervenieren, falls die Piloten uns in die Irre führen wollten. Das heisst, notfalls den Co-Piloten zu erschiessen, um den Kapitän willfährig zu machen.



Nimmt man, wenn man zum Äussersten entschlossen ist, das Gesicht des Opfers noch wahr?

Ja, sicher.



Man sieht in die Augen des Gegenübers und ist fähig, diese Grausamkeit zu begehen?

Ja.



Können Sie uns erklären, was einen Menschen zu solch einer Brutalität treibt?

Wenn man innerhalb einer Gruppe über Jahre im gleichen intellektuellen Saft kocht und alle kritischen Fragen ausblendet, dann bekommt man deren Sicht wie eine zweite Haut übergestülpt. Ich konnte die Fragen und Zweifel allerdings nie völlig ausräumen. Auf Dauer summierten sie sich, und am Ende blieben nur noch Fragen - und keine Antworten.



Kann man dann sagen: Ich höre auf! Ich mache da nicht mehr mit!

Ich hatte schon lange darüber nachgedacht, und nach der Geschichte in Zürich, bei der eine unbeteiligte Passantin getötet wurde, konnte ich nicht mehr weitermachen (siehe Kasten). Sie war für mich der Auslöser, um mit der RAF und ihrer Ideologie zu brechen. Ich wollte auch nicht mehr diskutieren. Alles war gesagt.



Für Sie und Ihre Gesinnungsgenossen war Amerika, ähnlich wie bei den religiös motivierten Gotteskriegern heute, ein Reich des Bösen. Wollten Sie niemals zum grossen Schlag ausholen?

Wir hatten uns mehrere Dinge überlegt, darunter Aktionen, die alles Bisherige gesprengt hätten. Zum Beispiel die gleichzeitige Entführung von drei amerikanischen Generälen in Heidelberg. Wir dachten auch darüber nach, alle EG-Aussenminister während einer Konferenz in Brüssel als Geiseln zu nehmen. Diese Über-legungen waren zum Teil sehr weit gediehen, wurden aber aus verschiedensten Gründen nicht in die Tat umgesetzt.



Steht man als Terrorist unter dem Zwang, mit immer brutaleren Aktionen immer mehr Aufsehen zu erregen?

Es gab auch innerhalb der deutschen Gruppen die Tendenz, sich gegenseitig überbieten zu wollen. Allerdings nicht in dem Ausmass, wie dies nun bei den fundamentalistischen Gruppierungen der Fall zu sein scheint. Zwischen diesen erschöpft sich die Konkurrenz nicht nur darin, dass jede Gruppe ihre eigene Gottesgewissheit vor sich herträgt und sie jeder anderen abspricht. Sie wollen auch sich selbst mit spektakulären Operationen zu Märtyrern stilisieren.



Glauben Sie, dass die Terroranschläge in Amerika ohne staatliche Unterstützung durchgeführt werden konnten?

Das kann ich mir kaum vorstellen. Mit afghanischen Reitern aus der Wüste kann man die Kommunikation nicht leisten, die für so ein komplexes Kommando notwendig ist. Es musste also einen Staat geben, der den Aufbau einer Kommunikationsstruktur geduldet hat. Bleibt die Frage, inwieweit er aktiv involviert war und den Anschlag förderte.



Sie lebten fast drei Jahre im Nahen Osten. Welchem Staat trauen Sie dies zu?

Da gibt es leider eine ganze Reihe: Afghanistan, Sudan, der Iran, der Irak. Ich weiss es nicht.



Die Sicherheitsdienste stehen der neuen Dimension des Terrors ratlos gegenüber.

Keine Taktik verfängt, wenn der Entführer ohnehin nur von dem einen Wunsch beseelt ist, sich und alle Geiseln möglichst schnell und möglichst symbolträchtig umzubringen. Dann braucht es keine Verhandlungen mehr, dann braucht es keine Swap-Teams mehr, dann wird auch der Polizeipsychologe überflüssig.



Welche Möglichkeiten haben dann Staaten, sich und ihre Bürger zu schützen?

Israel nimmt für sich in Anspruch, irreguläre Flugzeuge abzuschiessen, die sich dem Land nähern. Das ist eine Möglichkeit.



Die Attentäter von Amerika haben jahrelang ein völlig normales Leben geführt. Was geht in einem Menschen vor, der praktisch per Knopfdruck zur Tötungsmaschine wird?

Das geschieht nicht über Nacht, man wächst in diese Rolle hinein. Das Muster ist immer ähnlich. Ein Jugendlicher fühlt sich zum radikalen Islam hingezogen, was von der Oberschicht etwa in den Golfstaaten nicht goutiert wird. Er begegnet Glaubensbrüdern, die sagen, dass man zur Durchsetzung des Glaubens auch etwas tun muss. Das ist Stufe zwei. Dann wird er als Kurier eingesetzt, er verteilt Flugblätter, geht auf Demonstrationen. Jetzt wird jemand, der für die Rekrutierung zuständig ist, auf ihn aufmerksam. Er beobachtet ihn, lässt ihn zunächst gewähren. Dann geht er auf den Jugendlichen zu und sagt ihm, dass er der Sache viel mehr dient, wenn er sich aus allen Aktivitäten zurückzieht. Also kehrt der junge Mann zu seiner Familie und seinen Freunden zurück. Die Eltern sind hoch erfreut, weil er scheinbar mit den Radikalen gebrochen hat. Sie helfen, finanzieren ihn. Er geht zum Studium ins Ausland: Stufe drei. Dann wird er als lebende Bombe aktiviert: Stufe vier. Dieses Muster der Rekrutierung war bei uns im Übrigen ganz ähnlich.



Was ist das letzte Kriterium, um in den innersten Zirkel aufgenommen zu werden?

Wir haben die Leute immer und immer wieder getestet. Wir gaben ihnen Post mit, die sie abliefern mussten. Sie wussten nicht, dass die Post präpariert war. Wir sahen jedoch sofort, ob sie geöffnet wurde oder nicht. Oder wir bestellten jemanden zu einem Treffen, von dem er annehmen musste, dass die Polizei dort auf ihn wartet. Macht er es, oder macht er es nicht? Wie geht er mit dieser Stresssituation um? In solchen Momenten merkt man, ob sich jemand eignet oder nicht.



Bei der Mafia musste man jemanden töten, um in die «ehrenwerte Gesellschaft» zu gelangen. Gab es solche Initiationsrituale auch bei Ihnen?

Nein. Wir haben so etwas nie in Erwägung gezogen, wozu auch? Der zentrale Sinn der Mafia war ja, möglichst viel Geld zu verdienen. Geld hat bei uns nie eine Rolle gespielt. Über die Aufnahme eines neuen Mitglieds wurde am Ende im Kollektiv entschieden.



Dennoch konnte jeder damit konfrontiert sein, einen Mord begehen zu müssen, wie etwa bei der Schleyer-Entführung. Wie wurde der Mörder ausgewählt? Entschied darüber das Los?

Nein, jedem an dem Kommando Beteiligten war klar, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder wird Schleyer ausgetauscht oder erschossen. Die es am Ende getan haben, waren rein zufällig die Letzten, die ihn bewacht hatten.



Sie waren zum Zeitpunkt der Hinrichtung Schleyers in Bagdad, aber es hätte auch Sie treffen können.

Es hätte jeden von uns treffen können.



Sind islamische Terroristen brutaler als westliche?

Sie haben, bedingt durch ihre Sozialisation, eine ganz andere Basis an Gewalt. Wer das Elend vieler Muslime kennt, die Flüchtlingslager, die Bombardierungen, wer gesehen hat, wie zum Beispiel Kabul drei- oder viermal unter wechselnden Vorzeichen bis auf die Grundmauern zerstört wurde - wer so etwas miterlebt hat, reagiert auch gewalttätiger.



Haben Sie dies auch schon in den Ausbildungslagern im Jemen bemerkt?

Ja. Ich habe niemals zuvor Menschen kennen gelernt, die mit solch einer Härte auch gegen sich selbst ins Training gegangen sind. Denen war die Verletzungsgefahr völlig egal. Die haben sich die Magazine in den Bauch gerammt, immer und immer wieder, und sich dabei übelst zugerichtet. Keiner von uns hätte so etwas gemacht.



Gibt es in diesem selbst erklärten Krieg auch noch Augenblicke des Humors, oder herrscht da nur noch der heilige Ernst?

Natürlich gibt es Humor, aber es ist ein ganz spezifischer, den Aussenstehende gar nicht als solchen empfinden. Wir mussten ja zum Beispiel bei Telefongesprächen Tarnbezeichnungen gebrauchen, und da haben wir uns bei Comics bedient. Die Polizisten waren immer die Freunde. Wir mussten natürlich grinsen, wenn wir so miteinander redeten.



Der RAF-Terror wurde in Deutschland als staatsbedrohend dargestellt. Hat die Gruppe dies genauso wahrgenommen?

Nein, denn wir wussten, wie oft uns nur das Glück und der Zufall gerettet hatten. Natürlich haben wir die harte Reaktion des Staates, diesen kollektiven Ausnahmezustand, in einen Erfolg umgedeutet, aber in Wirklichkeit steckten wir in einer tiefen Identitätskrise.



Ist nun damit zu rechnen, dass die Massaker von Amerika ständig Nachahmer finden, dass sich der Terror alle paar Monate wiederholt?

Nein, solche Anschläge kann man nicht einfach kopieren. Dafür bedarf es umfangreicher, oft jahrelanger logistischer Vorbereitungen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei etwas schief geht und das Kommando auffliegt, ist immens.



Peter-Jürgen Boock



war lange Zeit einer der meistgesuchten Terroristen Deutschlands. Mitte der siebziger Jahre schloss sich der gelernte Werkzeugmacher der Roten-Armee-Fraktion (RAF) an. Boock, 50, galt als technischer Kopf der RAF, er präparierte Autos und bastelte Raketenwerfer. Im Südjemen wurde er für Terroranschläge und Flugzeugentführungen trainiert. Boock war an mehreren Aktionen der RAF beteiligt, unter anderem an der Ermordung des Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto und von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer und dessen vier Begleitern.

Die Blutspur Boocks zog sich auch in die Schweiz. Am 19. November 1979 überfiel er mit drei Gesinnungsgenossen eine Filiale der Schweizer Volksbank in Zürich. Bei
der anschliessenden Flucht durch das Shop-Ville im Hauptbahnhof starb eine Passantin, drei Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Die Aktion war für den 29-Jährigen Auslöser, um sich von der RAF und ihrer Ideologie loszusagen. 1981 wurde Boock verhaftet und 1986 zu lebenslanger Haft verurteilt. 1998 wurde er entlassen. Seither lebt er als Schriftsteller und Drehbuchautor in Süddeutschland. A.G.

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