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Revoluzzer: Bannon (l.), Gehriger in Manhattan.
Bild: zVg

Intern

Die einen sehen in ihm einen genialen Strategen, ein Sprachrohr der schweigenden Mehrheit. Die anderen bezeichnen ihn als grossen Manipulator, als rechten Revoluzzer, als ­Mephisto gar. Fest steht: Steve Bannon gehört zu den spannendsten Persönlichkeiten unserer Zeit. Auslandchef Urs Gehriger hat Bannon mehrmals getroffen. Dabei ist es ihm ­gelungen, den Wahlkampfmanager Donald Trumps und ehemaligen Chefstrategen im Weissen Haus für einen Auftritt in der Schweiz zu gewinnen. Am Dienstag ist es so weit. Bannon kommt nach Zürich Oerlikon. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt in Europa überhaupt. Das Publikum erhält Gelegenheit, sich hautnah ein eigenes Bild des Amerikaners zu machen. Im Exklusivinterview mit Gehriger sagt Bannon, worüber er in Zürich sprechen wird; er werde über Rückschläge, Ziele und Chancen des Aufstands von unten – auch in Europa – erzählen. mehr

 

Still und unbemerkt verbreiteten sie sich, von Quartier zu Quartier, von Stadt zu Stadt, über das ganze Land: sogenannte Tafeln, die kostenlos Lebensmittel an Bedürftige in Deutschland abgeben. Nicht an Obdachlose, sondern an Rentner, Arbeitslose, alleinerziehende Mütter. Einst gab es nur sieben Tafeln, heute sind es fast tausend – in einem Land, in dem laut Kanzlerin alle «gut und gerne leben». Skandalös ist die Selbstverständlichkeit dieser Einrichtungen, als hätten sie schon immer zu Deutschland gehört wie Arbeiterwohlfahrt oder Caritas. Aber natürlich wird bei ­unserem nördlichen Nachbarn etwas anderes skandalisiert: die Notmassnahme der Tafel in Essen, Ausländern den Zugang zu beschränken. Matthias Matussek über ein Lehrstück moralisierender deutscher Heuchelei. mehr

 

Vor einigen Jahren war im Hotel «Ofenhorn» im wunderbaren Binntal der noch wenig bekannte Bündner Autor Arno Camenisch für eine Lesung zu Gast. Sein Auftritt fand vor nur wenigen Zuhörern im prächtigen alten Speisesaal des Jugendstilhotels statt. Unter ihnen war auch Kulturredaktor Rico Bandle, der im Wallis mit seiner Familie seine Sommerferien verbrachte. Der sympathische ­Autor fesselte die Zuhörer vom ersten Augenblick an, egal, ob Teenager oder Senioren. Auch Bandle war fasziniert von Camenisch, von dessen urtümlicher Sprache und von ­dessen Auftritt, der eher an eine Performance als an eine Lesung erinnerte. Mittlerweile ­gehört Camenisch zu den erfolgreichsten Schriftstellern des Landes: Seine Bücher stehen weit oben auf der Bestsellerliste, seine Veranstaltungen sind meistens ausverkauft. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Die Schweiz liebt ihre Volksschriftsteller, deren Helden meistens normale Leute sind, die man in jeder Beiz antreffen könnte. Rico Bandle und Christoph Mörgeli sind dieser spezifisch schweizerischen Art des Geschichten­er­zählens auf den Grund gegangen (Seite 56). Und noch ein Leckerbissen in der Literaturbeilage: Carsten Gansels epische Ausgrabung eines genialen, verschollenen Stalingrad-­Romans. mehr

 

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