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Das Innere des Jeeps ist luxuriös und voller Technik.
Bilder: zVG

Supersportler im Offroad-Kleid

Die Weltwoche durfte auf der Rennstrecke in Italien den neuen Jeep Grand Cherokee Trackhawk testen. Der Name ist Programm: Nie war ein SUV schneller.

Es ist der Steckbrief einer Rennmaschine: ein V8-Motor mit 6,2 Liter Hubraum, 707 PS, 875 Newtonmeter. Von null auf hundert in 3,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 289 km/h. Aber nein, was da vor mir steht, ist kein Supersportler, sondern ein SUV. Der schnellste SUV der Welt. Er kommt von Jeep und heisst Grand Cherokee Trackhawk. Ich befinde mich in Balocco, zwischen Mailand und Turin gelegen, an der Testrennstrecke der FCA Group, wo Alfa Romeo, Maserati, Fiat und eben auch Jeep ihre Fahrzeuge testen. Bei sonnigen 34 Grad werden wir vom technischen Leiter von Jeep in Empfang genommen. Nach kurzer Einführung darf ich in einem der fünf bereitgestellten Grand Cherokee Trackhawk Platz nehmen. Bullig, wuchtig, aggressiv, eine Motorhaube mit zwei Entlüftungsöffnungen – und dennoch ganz SUV. Das lederne Interieur ist luxuriös, vollgestopft mit Technik. Der Fahrinstruktor legt mit dem Kompressor-Jeep bereits ein sehr zügiges Tempo vor. Ich fahre im Track-Modus. Das Bilstein-Fahrwerk wird straffer, die Traktionsverteilung auf 30:70 umgestellt. Die launch control ist ausgeschaltet. Aus dem Stand gebe ich Vollgas und werde in den Sitz gepresst, fast wie in einem startenden Flugzeug. Der Sound ist bestialisch, die Vierrohr-Auspuffanlage (je 10 cm Durchmesser), unterstreicht das typische amerikanische Blubbern. Jede noch so enge Kurve meistert der Trackhawk mühelos, Lastwechsel scheint er nicht zu kennen, und das bei 2500 Kilogramm Leergewicht. Der Trackhawk ist ein sehr grosszügiges Auto, nicht nur was die Abmessungen angeht, sondern auch was das Verzeihen von Fahrfehlern betrifft. Wie üblich bei einem 4x4, kann man die Kurven etwas vorher anbremsen, um dann beim Scheitelpunkt etwas früher Vollgas zu geben. Die grossen Brembo-Bremsen, die grössten, die Jeep jemals eingebaut hat, verzögern bissig und zuverlässig.

Im Foyer der Rennstrecke erwartet mich, nassgeschwitzt vor Anstrengung und Aufregung, eine Überraschung: René Schudel, bekannt aus seiner Fernsehkochshow «Flavorites», hat für die ganze Truppe gekocht. Energiezufuhr auf Spitzenniveau. Klar, dass der Markenbotschafter von Jeep nach dem Essen auch ein paar Runden im Rennmonster drehen wird.

Der neue Renegade

Neben dem Trackhawk mit seinem 6,2-Liter-Motor und seinen über 700 PS dürfen wir auch am Nachmittag noch eine andere Jeep-Neuheit testen. Der Renegade wurde nicht nur einem Facelifting unterzogen, sondern hat auch eine neue Motorenpalette erhalten. Sie reicht von einem 1-Liter-Hubraum-Motor mit drei Zylindern und 120 PS bis zum 180 PS starken 1,3-Liter-Motor. Letzterer lässt sich ganz flott fahren, und dies mit einem Verbrauch von minus 20 Prozent gegenüber seinem Vorgängermodell. Nebst dem Facelifting mit dem Sieben-Slot-Kühlergrill sind die Leuchten und der Innenraum neu. Fahren lässt sich der Renegade sehr komfortabel – und hat man mal Lust, die Asphaltstrasse zu verlassen, ist man mit dessen gutmütigen Fahreigenschaften bestens bedient.