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Intern

Er sehe seine Wahlchancen bei 80 Prozent, sagte Linard Bardill, als Kulturredaktor Rico Bandle ihn letztes Wochenende an den Solothurner Literaturtagen traf. Der Bündner Liedermacher und Geschichtenerzähler kandidiert für den Bündner Regierungsrat – als Reaktion auf den Skandal um das Baukartell in seinem Kanton. Die Zeichen stünden gut für Kandidaten ausserhalb des etablierten Parteiensystems, sagt er und verweist auf die Situation in den Nachbarländern. Sieht er sich etwa als Bündner Beppe Grillo? Oder als Hippie-Ver­sion eines Emmanuel Macron? Bardill lacht. Und beginnt von seinen Ideen zu erzählen, wie er den Kanton von seinen «kriminellen Clan-Strukturen» befreien möchte. Die neue Rolle als Polit-Rebell scheint ihm, der mit Kinderliedern bekanntgeworden ist, sichtlich zu behagen. mehr

 

«Wie kann ein Mädchen, das so jung, schön, und erfolgreich ist, gleichzeitig so ängstlich sein?», fragte sich Gesellschaftsjournalistin Beatrice Schlag, nachdem sie die Nachwuchs-Entertainerin Yaël Meier getroffen hatte. «Wie kann ein Junge in einer so un­sicheren Branche nur derart optimistisch in die Zukunft blicken?», fragte sich ihre Kollegin Claudia Schumacher, nachdem sie den werdenden Landwirt Andreas Holzer getroffen hatte. So verschieden die neuen Erwachsenen der Generation Z sind, eine Sache fällt ins Auge: Harmlos ist das neue Cool. Sie scheuen das Risiko und träumen nicht gross. Wo soll das hinführen? Sechs junge Schweizer er­zählen. mehr

 

Der Fall des Whistleblowers Adam Quadroni, der die Absprachen in der Bauwirtschaft des Unterengadins aufzudecken half, beflügelt die Fantasie der Journalisten. Das Ganze liest sich wie ein Schweizer Alpenkrimi, wobei es manche mit den Fakten nicht allzu genau nehmen, wie Philipp Gut in seinem Artikel zeigt. Allen voran der Boulevardverlag Ringier: Er vermischt das familiäre Schicksal von Quadroni mit der Bauaffäre und einer durchsichtigen politischen Agenda. Einheimische Kenner des Falls und selbst enge Vertraute des ehemaligen Whistleblowers schütteln nur den Kopf. mehr

 

Fussball und Kunst haben etwas gemeinsam: Die Preise für die Superstars sind in den letzten Jahren explodiert. In beiden Branchen sind es die Petrodollars aus dem Nahen Osten, die die Preisspirale hochtreiben. In der Kunst heisst der unangefochtene Überflieger Leonardo da Vinci. Vor einigen Wochen ist ein Gemälde des Renaissance-Genies für 450 Millionen Dollar versteigert worden – obschon die Zuschreibung gar nicht sicher ist. Wie funk­tioniert der Markt für solche Spitzenwerke? Weshalb ist es so schwierig, ein Gemälde ­Leonardo da Vinci mit hundertprozentiger Sicherheit zuzuweisen? Kunsthistoriker Frank Zöllner, einer der angesehensten Leonardo-­Spezialisten Europas, zeigt auf, wie der Rekordtransfer zustande kam. mehr

 

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