Die Deutschen

Volk und Vorhaut

Wieder einmal beweisen die Deutschen ihre moralische Überlegenheit.

Von Henryk M. Broder

Die libidinöse Ent­grenzung der Deutschen schreitet voran. Fast alles, was sich früher hinter verschlossenen Türen und zu­gezogenen Gardinen abspielte, findet heute öffentlich statt. Partnertausch und Analverkehr sind längst keine No-go’s und auch ­keine gruppenspezifischen Verhaltensweisen mehr, es sind Themen für jeden Anlass und ­jede Tageszeit. Letzte Woche wurde ein wei­teres Tabu geknackt. Ein Kölner Landgericht ­erklärte die Beschneidung von Knaben zu ­einer strafbaren Handlung, ­einen ernsthaften, nicht entschuldbaren und irreversiblen Eingriff in die körperliche Int ...

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Kommentare

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  • David Winkler
  • 11.07.12 | 10:46 Uhr

Wer genau sind diese "Deutschen", die sich moralisch überlegen fühlen? Deutschland hat über 80 Mio. Einwohner. Von so einem kleinlichen Fall auf die Gesinnung oder den Charakter einer ganzen Nation zu sch(l)iessen ist etwas kindlich und naiv. Mögen Sie Deutsche oder allgemein Menschen nicht so besonders? Beides zu Fragen ist eigentlich unsinnig. Wieviele kennen Sie denn davon? Genug? - Das Rassen, "Tschuldigung"; Nationen-Denken wird uns wohl noch lange erhalten bleiben.

  • Marcel Peter
  • 09.07.12 | 21:30 Uhr

Moralische Überlegenheit, so ein Quatsch!
Das Gericht hat aufgrund des in D geltenden Rechts entschieden.
Übrigens spricht noch ein weiterer Grund gegen die religiöse Beschneidung:
Religionsfreiheit bedeutet nicht nur Kultusfreiheit, sondern auch die Freiheit des Individuums eine/keine Religion frei zu wählen. Das religiöse "Markieren" von Kindern ist also eine Verletzung der Religionsfreiheit.

  • Antonio Scherrer
  • 08.07.12 | 02:31 Uhr

Es ist eine historischen, religiösen und aktuellen Schönheits-Vorstellungen geschuldete Auffassung, dass verstümmelnde Eingriffe in die natürlichen körperlichen Gewachsenheiten Vorteile in mannigfaltiger Hinsicht erbringen sollen.
Für mich entscheidend ist, dass der Entscheid zum Eingriff vom Betroffenen im Erwachsenenalter in Kenntnis aller positiven und negativen Konsequenzen bewusst und eigenverantwortlich getroffen werden kann. Wer Kinder gegen ihren natürlichen Willen verstümmelt, missachtet deren Menschenrecht auf Selbstbestimmung.

  • Nick Alexander
  • 07.07.12 | 00:51 Uhr

Wie wenn die Anzahl der Fälle ein Argument gegen ein Gesetz wären. Ein deutsches Gericht hat definiert, was in D akzeptabel ist und was nicht (Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Abs. 2 GG). Punkt! Und ob die Beschneidung wirklich so etwas harmloses ist, wie teilweise dargestellt, darüber gibt es Diskussionen unter Fachleuten. Vorallem wenn sie rituell durchgeführt wird. Da kommt es dann schon mal vor, dass der Rabbiner die Knaben mit Genitalherpes ansteckt. Hätte Broder auch einen Beitrag voller Empörung geschrieben, wäre die Beschneidung ein rein islamisches Ritual?

  • Christian Bänninger
  • 06.07.12 | 13:07 Uhr

Richtig, Markus. Ich beispielsweise bin weder Jude noch Moslem, trotzdem beschnitten und möchte nichts anderes! Die Vorteile sind evident: Es ist hygienischer, es ist schöner und es ist, so sich der “Fall” ergibt, lustvoller.

  • Markus Spycher
  • 06.07.12 | 09:08 Uhr

Das Beschneiden der Vorhaut dient der Volksgesundheit. Das kann man wahrhaben oder nicht - seriöse Statistiken liefern erdrückende Beweise.

  • franz batthyany
  • 05.07.12 | 04:07 Uhr

Der Sarkasmus laeuft ins Leere. Ich waere wuetend, haeeten mich Menschen als Baby beschneiden lassen. Das ist ein unwiderruflicher Schnitt, anders als ein Ritual wie die Taufe. Man hat auf die Muendigkeit des Menschen zu warten, auf seine Entscheidung. Sehe viele Menschen gehen freiwillig diesen Weg.

  • Björn Wideröe
  • 05.07.12 | 03:52 Uhr

Beschneidung von Knaben sind ­ein strafbare Handlung, ­ein ernsthafter, nicht entschuldbarer und irreversibler Eingriff in die körperliche Integrität eines Kindes. Der Souverän, nämlich das Volk hat wieder einmal Recht.
Sie Herr Henryk M. Broker scheinen allerdings die Angst vor einer Nazikeule erschlagen zu werden, nicht überwunden zu haben. Oder fänden Sie es lustig als Kind auf dem Pausenhof als "Judenbübli","rückständiger Drecksmoslem" oder "angehender Pornodarsteller" (die müssen nämlich auch beschnitten sein) gehänselt zu
werden? Geben Sie das Schreiben auf und setzen Sie sich zur Ruhe.

 
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