Schützenhilfe vom Intimfeind

Jahrzehntelang gehörte er zum innersten Machtzirkel des Iran. Dann fiel Hossein Mousavian bei Präsident Achmadinedschad in Ungnade und wurde der Spionage bezichtigt. In seinen Memoiren gibt er seltenene Einblicke in das Atomdossier – und zollt seinem Gegner Tribut.

Von Urs Gehriger

Es hätte sein Ritterschlag werden können, stattdessen folgten Karriereende und Knast. Am 19. Juli 2005 war Seyed Hossein Mousa­vian beim frischgewählten Präsidenten Machmud Achmadinedschad vorgeladen. Seit Jahren zählte er zur Polit-Elite des Iran. Er war Unterhändler im Nuklearkonflikt, zuvor Botschafter in Deutschland und Leiter der aussenpolitischen Abteilung im Nationalen Sicherheitsrat. Jetzt hegte Mousavian berechtigte Hoffnungen auf einen weiteren Karriere-sprung. Er stand in der engeren Auswahl für das Amt des Aussenministers.

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