Triumph des schlechten Geschmacks

In der Kunstwelt werden für depressive Gemälde, Fäkal-Installationen und eingelegte Tierkadaver Millionen von Franken ausgegeben. Und der Medienkonzern Ringier bezahlt einen Künstler dafür, seinen Geschäftsbericht auf Toilettenpapier zu drucken. Wie kommt das?

Von Rico Bandle

1961 bot der italienische Künstler Piero Manzoni 90 Konservendosen zum Verkauf an. Sie waren gefüllt mit je 30 Gramm seiner Exkremente. In vier Sprachen war der Inhalt auf den Dosen angeschrieben: «Künstlerscheisse». Der Preis richtete sich nach jenem des Goldes: 33.60 Dollar kosteten damals 30 Gramm des glänzenden Edelmetalls, den gleichen Betrag verlangte Manzoni für die Dosen.

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Kommentare

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  • Patrick Dörrer
  • 20.05.12 | 12:19 Uhr

Der Kunst-Preis hat oft nichts mit der Qualität des Kunst-Gegenstandes zu tun.

  • Marianne Levron
  • 17.05.12 | 19:14 Uhr

Jede Epoche hat die Kunst, die sie verdient. Wenn heutzutage Fäkalien als Kunst gelten, sagt das eigentlich alles aus über die gegenwärtigen Zeitläufte. Schuld sind nicht die sogenannten Künstler, sondern die Käufer, die blöd genug sind, für sowas Unsummen auszugeben.Vor ein paar Jahren hat ein amerikanischer "Künstler" das Schloss Versailles mit grellfarbigen aufblasbaren Ballons "dekoriert", gottlob nicht definitif; die Kunst-Schickeria verfiel darob in tranceähnliche Begeisterungsstürme.Munchs "Schrei" ist eine Ausnahme; das Bild zeigt auf eindrückliche Art menschliche Angst und Entsetzen.

 
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